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Einladung zu einem Presserundgang aus Anlass der Ausstellungseröffnung Anwalt ohne Recht Schicksale jüdischer Anwälte in Deutschland nach 1933 im Kammergericht (PM 43/2010)

Pressemitteilung vom 10.09.2010

Die Präsidentin des Kammergerichts
Pressestelle der Berliner Zivilgerichte
Die Präsidentin des Kammergerichts, Elßholzstraße 30 – 33, 10781 Berlin Bearbeiter: Dr. Wimmer
Vermittlung: (030) 9015 – 0
Durchwahl: (030) 9015-2504
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Pressemitteilung Nr. 43/2010
Berlin, 10. Sept. 2010
Einladung zu einem Presserundgang aus Anlass der Ausstellungseröffnung „Anwalt
ohne Recht – Schicksale jüdischer Anwälte in Deutschland nach 1933“ im Kammergericht
Im Rahmenprogramm des Deutschen Juristentages, der im September 2010 – 150 Jahre
nach seiner Gründung – in Berlin stattfindet, wird in der Zeit vom 16. September bis zum
22. Oktober 2010 die Wanderausstellung „Anwalt ohne Recht – Schicksale jüdischer Anwälte
in Deutschland nach 1933“ im Gebäude des Kammergerichts am Kleistpark gezeigt.
Die Ausstellung erinnert an die von der NS-Verfolgung betroffenen Anwälte und Anwältinnen
und die Unrechtsmaßnahmen, unter denen sie zu leiden hatten. Sie macht den Verlust,
den Ausgrenzung, Vertreibung und Mord bewirkt haben, beklemmend deutlich.
Gleichzeitig gewähren die verschiedenen Lebensbilder dem Betrachter einen neuen Einblick
in die zeithistorischen Ereignisse sowie die juristische Sphäre jener Zeit.
Zur Eröffnung werden Monika Nöhre, Präsidentin des Kammergerichts, und Irene
Schmid, Präsidentin der Rechtsanwaltskammer Berlin, bei einem besonderen Rundgang
für die Presse am 16. September 2010 um 10.30 Uhr Ausstellungsinhalte präsentieren
und für Gespräche dazu zur Verfügung stehen (Kammergericht, Elßholzstr. 30-31,
10781 Berlin, Eingangshalle, Eingang vom Kleistpark aus).
Die Ausstellung ist ursprünglich von der Rechtsanwaltskammer Berlin gleichzeitig mit einem
Buchprojekt entwickelt worden und bezog sich auf die Schicksale jüdischer Anwälte
in Berlin. Erstmals wurde sie 1998 im Centrum Judaicum vorgestellt. Danach war sie in
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vielen deutschen Städten zu sehen und wurde inzwischen u.a. in Tel Aviv und Jerusalem,
New York, Los Angeles sowie Montreal und Toronto gezeigt.
Ein Ausstellungs-Paneel erinnert an die Entwicklung des Deutschen Juristentages nach
1933. Anfang 1933 waren von den 24 Mitgliedern des Vorstands sieben jüdischer Herkunft.
Der Vorstand lehnte den geschlossenen Rücktritt ab und führte unter den Nazis
keine Veranstaltung durch.
Im Kammergericht wird die Ausstellung an einem besonderen historischen Ort präsentiert:
Sie befindet sich vor dem Eingang zum Plenar-Sitzungssaal, in dem im Jahre 1944 der
„Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz von Roland Freisler zahlreiche Beteiligte des Attentatsversuches
vom 20. Juli 1944 in Schauprozessen zum Tode verurteilte (Öffnungszeiten:
Montags bis Donnerstags von 7.25 bis 16.20 Uhr, Freitags von 7.25 bis 14.35 Uhr).
Gleichfalls im Rahmenprogramm des Deutschen Juristentages wird im Plenar-
Sitzungssaal am 23. September 2010 die langjährige schwedische Botschafterin in Berlin,
Ruth Jacoby, mit der Präsidentin des Kammergerichts, Monika Nöhre, über das Vertreibungsschicksal
ihres Vaters sprechen, der 1933 als jüdischer Rechtsanwalt aus Berlin
flüchten musste (20.00 Uhr, Plenar-Sitzungssaal).
Für Rückfragen:
Pressesprecher Dr. Ulrich Wimmer, Tel. 9015-2504 oder – 2290