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Landgericht: Hohe Gesamtfreiheitsstrafe und Anordnung der Sicherungsverwahrung gegen Angeklagten wegen Sexualstraftaten zum Nachteil von Kindern (PM 45/2007)

Pressemitteilung vom 01.08.2007

Die Präsidentin des Kammergerichts
- Pressestelle der Berliner Strafgerichte -

Die 18. große Strafkammer des Landgerichts Berlin hat heute einen Angeklagten wegen schwerer Sexualstraftaten zum Nachteil von fünf Mädchen im Alter zwischen zehn und 13 Jahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren und zehn Monaten verurteilt und gegen ihn die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen November 2000 und September 2003 in im wesentlichen gleicher Begehungsweise den Schülerinnen auf deren Heimweg gefolgt, sich mit ihnen in den Hausflur der jeweiligen Wohnhäuser gedrängt, die Mädchen zum Teil mit einem Messer bedroht, gewaltsam in den Keller gedrängt und sie dort missbraucht habe.
Die Taten und deren Abläufe mit den besonders schweren Folgen für die Kinder stellten sich zwar als „Horrorszenario“ dar, so der Vorsitzende in seiner mündlichen Urteilsbegründung. Dem Angeklagten sei aber sein Nachtatverhalten zugute zu halten; denn dieser habe die Taten mit „seltener Offenheit“ eingeräumt und den geschädigten Kindern so zumindest eine Zeugenaussage vor der großen Strafkammer erspart.
Das erkennende Gericht sah zudem die Voraussetzungen der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung für gegeben an. Mit dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen ging die Kammer davon aus, dass die Schuldfähigkeit des Angeklagten zu den jeweiligen Tatzeiten nicht erheblich vermindert gewesen sei, dieser sei „geistig gesund“. Der Angeklagte sei jedoch pädophil, es liege bei ihm ein Hang zu erheblichen rechtswidrigen Taten, namentlich Sexualstraftaten gegen Kinder, vor. Der Angeklagte sei nicht in der Lage, seinen Trieb zu beherrschen und nicht bereit, seine sexuelle Präferenz sich selbst gegenüber zu „outen“. Unbehandelt gehe von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit aus.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es kann mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angegriffen werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin Nr. 12/ 2007 v. 25. Januar 2007
Presseberichterstattung vom 26. Januar 2007 bis zum 26. Juli 2007

Iris Berger
Pressesprecherin