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Erinnerung: Jüdische Richter in der Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit 1933 - Buchpräsentation

Pressemitteilung vom 08.04.2013

Am 7. April 2013 jährt sich zum 80. Mal die Einleitung der in Gesetzesform gekleideten Zwangsmaßnahmen, mit denen die Nationalsozialisten ihnen unliebsame Beamte, Richter und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus ihren Ämtern entfernten. Die hiervon ebenfalls betroffene Arbeitsgerichtsbarkeit in Berlin nimmt dieses Datum zum Anlass, mit einer Buchpräsentation

am Dienstag, 9. April 2013, 17:00 Uhr, Saal 334

im Hause der Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit, Magdeburger Platz 1, 10785 Berlin, an das Schicksal der jüdischen Kollegen aus dieser Zeit zu erinnern.

Die Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit hatte die Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bereits 1987 zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht, verbunden mit der seinerzeit genutzten Möglichkeit, noch lebende Betroffene über ihre Erinnerungen zu befragen. Die damals unter zum Teil großer emotionaler Berührung geführten Interviews bilden den Grundstock einer vom Verein Berliner Freundes- und Förderkreis Arbeitsrecht „Gestern-Heute-Morgen“ e. V. bei dem Historiker Hans Bergemann in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Untersuchung. Im Rahmen des nunmehr vorliegenden Buches wird zum einen der Ausgrenzungs- und Verfolgungsprozess als solcher dargestellt; zum anderen werden die Einzelschicksale der betroffenen 14 jüdischen Richter nachgezeichnet. Denn wie so oft sind es auch hier gerade die Einzelschicksale, die einen historischen Zeitenverlauf für die Nachwelt erlebbar und nachvollziehbar machen.

Die Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit und der Verein wollen mit dem Erinnern dem Vergessen vorbeugen. Wir dürfen diese Vorgänge nicht vergessen und wir wollen sie nicht vergessen. Sie sind Teil der Geschichte unseres Hauses. Die kürzlich im Eingangsbereich des Gebäudes enthüllte Gedenktafel und die Verlegung von Stolpersteinen sind hierfür plastischer Ausdruck. Mit der vorliegenden Studie werden die Ereignisse und historischen Zusammenhänge nunmehr auch in Form eines Buches aufgezeigt und festgehalten.