PM 10/2019 - Tötungsdelikt bei einer Vortragsveranstaltung in der „Schlosspark-Klinik“ Berlin

Pressemitteilung vom 20.11.2019

Nach dem Tötungsdelikt an Prof. Dr. Fritz von Weizsäcker im Rahmen einer Vortragsveranstaltung in der Schlosspark-Klinik in Berlin konnte ein 57-jähriger Mann aus Rheinland-Pfalz als dringend tatverdächtig vorläufig festgenommen werden.

Der Mann ist noch gestern von einer Mordkommission der Polizei Berlin als Beschuldigter vernommen worden und hat sich zu dem Geschehen geäußert.
Demnach liegt das Tatmotiv nicht im höchstpersönlichen Bereich, sondern in einer wohl wahnbedingten allgemeinen Abneigung des Beschuldigten gegen die Familie des Getöteten.

Seinen Angaben zufolge recherchierte der Beschuldigte im Rahmen seiner Tatplanung im Internet und stieß dabei auf den Vortrag in der Schlosspark-Klinik. Demnach fuhr er gestern mit der Bahn zu der Veranstaltung nach Berlin, nachdem er zuvor noch in Rheinland-Pfalz ein Messer zur Tatbegehung gekauft haben will.

Gegen Ende des Vortrags begab er sich aus der Zuschauermenge zum Podium. Dort soll er den Vortragenden mit dem Messer angegriffen und tödlich verletzt haben. Bei der Tat ist zudem ein 33-jähriger Polizeibeamter, der außer Dienst dem Vortrag beiwohnte und versuchte, den Beschuldigten zu überwältigen, durch das Messer potentiell lebensgefährlich verletzt worden. Der Getötete ist noch am Abend an den Folgen des erlittenen Halsstiches verstorben.

Der Beschuldigte ist unbestraft, über ihn liegen nach derzeitigem Ermittlungsstand auch keine anderweitigen strafrechtlichen Erkenntnisse vor.
Er ist heute psychiatrisch untersucht worden. Aufgrund des Ergebnisses dieser Untersuchung wird die Staatsanwaltschaft Berlin im Hinblick auf eine akute psychische Erkrankung des Beschuldigten wegen Mordes und wegen versuchten Mordes die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.

Steltner
Oberstaatsanwalt
Pressesprecher