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Formen der Gemeinschaftsgärten

Kompost im Gutsgarten Hellersdorf
So unterschiedlich die Gärten sind - einen Kompost gibt es überall, wie hier im Gutsgarten Hellersdorf.
Bild: Anna Blattner

Gemeinschaftsgärten sind in ihrer Ausprägung und praktischen Umsetzung so unterschiedlich, wie die Gärtner*innen und die angebauten Pflanzen in den Gärten selbst. Von außen betrachtet mögen sich viele Gärten in vielen Städten und Ländern ähneln, doch jeder Garten ist einzigartig und hat eine eigene Geschichte. Für eine Unterscheidung der Gärten können z.B. die Gründungsmotivation oder die gärtnerischen Aktivitäten in den Blick genommen werden.

Folgende Einordung der Gemeinschaftsgartentypen nach drei grundsätzlichen Ansätzen ist möglich:

WAS wird im Garten gemacht?

Fokus auf Gemeinschaft (wie Inklusion / Teilhabe / Partizipation), Bildung (wie Kultur / Natur / Umwelt), Produktion (wie Lebensmittel / umweltverträglich / Biodiversität). Daraus ergeben sich Feinheiten in der Klassifizierung der Gartentypen, z.B. in Interkulturelle Gärten, Selbsterntegärten, Bildungsgärten und Ökogärten.

WER macht den Garten und für wen?

Fokus auf InitiatorInnen (wie zivilgesellschaftlich / kommunal / Mischform), Mitmachende (wie Ältere / Geflüchtete / Kinder), Zugänglichkeit (wie offen / Verein / Hausgemeinschaft). Gartentypen können nach diesem Ansatz z.B. in Generationengärten, Bürgergärten, Interkulturelle Gärten und Quartiersgärten unterschieden werden.

WO ist der Garten?

Fokus auf Lage in der Stadt (wie Wohngebiet / Park / Kleingartenanlage), Verhältnis zum Boden (wie bodengebunden / gebäudeintegriert / Pflanzcontainer), Geländenutzung (wie öffentlich / privat / Träger). Nachbarschaftsgärten, Kiezgärten, Dachgärten und Containergärten sind Beispiele für eine Einordnung der Gartentypen nach ihrer Lage.

Die Gärten lassen sich meist nicht eindeutig einem der (Haupt-)Ansätze „Was, Wer oder Wo“ zuordnen, sondern kommen fast immer als „Mischformen“ vor: Ein Kiezgarten kann auch ein Klimagarten sein, ein Generationengarten kann ein Dachgarten sein und Selbsterntegärten können von ganz unterschiedlichen Stadtgärtner*innen gleichzeitig benutzt werden. Je nachdem, wer wie und mit welcher Perspektive eine Unterscheidung vornimmt, wird sicherlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.