Teilzeitberufsausbildung

Junge Frau mit Kleinkind auf dem Arm tippt in Laptop. Auf dem Tisch Legosteine und Trinkflasche.

Junge Mütter und Väter stehen bei der Aufnahme einer Berufsausbildung nicht nur vor der Herausforderung, den für sie am besten geeigneten Beruf zu wählen, meist ist es auch schwierig, Familie und Ausbildung zu vereinbaren. In diesen Fällen kann eine Teilzeitberufsausbildung eine gute Lösung sein, damit nichts zu kurz kommt.

Für wen ist eine Berufsausbildung in Teilzeit möglich?

Eine Ausbildung in Teilzeit ist möglich, wenn ein „berechtigtes Interesse“ vorliegt und zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Ein solches berechtigtes Interesse liegt vor, wenn Auszubildende ein eigenes Kind betreuen, einen Angehörigen pflegen oder vergleichbare schwerwiegende Gründe wie zum Beispiel eine Behinderung vorliegen (§ 8 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz).

Wie funktioniert die Teilzeitausbildung?

Bei der Berufsausbildung in Teilzeit wird die wöchentliche Ausbildungszeit im Betrieb auf 20 bis 30 Stunden reduziert. Außerdem sprechen sich Auszubildende und Betrieb ab, zu welchen Zeiten diese Stunden geleistet werden.

Der Berufsschulunterricht kann in der Regel nicht verkürzt werden und findet in Vollzeit statt.

Was ist zu tun?

Die Besonderheiten einer Teilzeitberufsausbildung sind im Ausbildungsvertrag unter „Sonstige Vereinbarungen“ festzuhalten.

Da es sich bei Teilzeitberufsausbildungen um Einzelfälle handelt, ist ein gemeinsamer Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden bei der zuständigen Stelle, zum Beispiel der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer, erforderlich.

Unter Umständen ist es auch möglich, finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung zu erhalten. Und manche Betriebe zahlen auch einen steuerfreien Zuschuss zur Kinderbetreuung.

Berliner Netzwerk für Teilzeitberufsausbildung

Im Land Berlin werden seit Jahren verschiedene teilzeitorientierte Modellprojekte unterstützt.

Die Initiative für ein Berliner Netzwerk für Teilzeitberufsausbildung setzt sich seit 2007 dafür ein, dass Auszubildende Familien- und Berufsleben miteinander vereinbaren können. Durch einen intensiven Erfahrungs- und Informationsaustausch und die berlinweite Vernetzung und Koordination aller Akteure soll erreicht werden, dass Teilzeitberufsausbildung selbstverständlicher Bestandteil des Ausbildungsangebotes in Berlin wird.

Zu allen Fragen rund um die Aufnahme einer Berufsausbildung in Teilzeit finden sich nützliche Hinweise auf den Internetseiten zur Teilzeitberufsausbildung in Berlin:

Downloads

Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen: Eltern im Job

Broschüre mit Tipps von der Schwangerschaft bis zum Wiedereinstieg in den Beruf für Mütter, Väter und Unternehmen in Berlin. (Stand: 10/2014)

PDF-Dokument
Copyright: Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsausbildung in Teilzeit (Broschüre)

Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit gesetzlichen Grundlagen sowie finanziellen Unterstützungsleistungen für eine Ausbildung in Teilzeit

PDF-Dokument


Wie hilfreich war dieser Artikel für Sie?


Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema

Ratgeber

  • Studenten im Hörsaal während einer Vorlesung.

    Übergang Schule und Beruf

    Die Schulzeit ist zu Ende – und jetzt? Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein großer Schritt. Und dieser will gut überlegt sein. Junge Menschen sollten sich umfassend...

    Ratgeber öffnen
  • Arbeitende Mutter vor dem Laptop mit spielendem Kind im Hintergrund.

    Vereinbarkeit Familie und Beruf

    Familie ist etwas Wunderbares – aus der gemeinsam verbrachten Zeit schöpfen alle Familienmitglieder viel Kraft und Energie, um den nicht immer einfachen Alltag zu meistern. Denn der...

    Ratgeber öffnen

Artikel