Rente: Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

Frau und Mann mit Papieren und Laptop am Tisch.

Formen der Erwerbsminderung

Eine volle Erwerbsminderung (volle Rente) liegt vor, wenn die versicherte Person außerstande ist, mehr als drei Stunden am Tag zu arbeiten.

Eine teilweise Erwerbsminderung (halbe Rente) liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, mehr als sechs Stunden am Tag zu arbeiten.

Hierbei ist es unerheblich, um welche Tätigkeit es sich handelt und welcher Beruf zuvor ausgeübt wurde. So kann z.B. auch jemand mit einer Hochschulausbildung auf eine ungelernte Tätigkeit verwiesen werden. Eine Erwerbsminderung ist daher nicht mit einer Berufsunfähigkeit zu verwechseln.

Vertrauensschutzregelung

Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden, profitieren von einer sogenannten Vertrauensschutzregelung. Ihnen kann eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit gewährt werden.

Für alle, die nach 1961 geboren worden sind, ist es ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, damit sie im Notfall das fehlende Einkommen so zumindest teilweise ausgleichen können.

Medizinische Voraussetzungen

Durch einen Arzt oder eine Ärztin des Rentenversicherungsträgers wird festgestellt, wie viele Stunden am Tag mit der Krankheit oder Behinderung noch gearbeitet werden kann. Bei der Einschätzung wird von einem üblichen Arbeitsverhältnis im Rahmen einer 5-Tage-Woche ausgegangen.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

Um eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beantragen zu können, muss man der gesetzlichen Rentenversicherung mindestens fünf Jahre (Wartezeit) lang angehört haben. In den letzten fünf Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge gezahlt worden sein.
Von dieser Regel gibt es Ausnahmen, z.B. zu Gunsten von Menschen mit Behinderung und für Versicherte, die durch einen Arbeitsunfall erwerbsgemindert wurden.

Wie lange wird die Rente gezahlt?

Die Rentenzahlung ist in der Regel auf drei Jahre befristet. Hat sich nach drei Jahren der Gesundheitszustand nicht gebessert, kann die Rente verlängert werden. Ist nach insgesamt neun Jahren keine Besserung eingetreten, wird eine unbefristete Rente (Altersrente) gezahlt.

Menschen mit Behinderung und einer Wartezeit von 20 Jahren bekommen eine unbefristete Rente.

Wie hoch ist die Rente?

Die Erwerbsminderungsrente ist der Ersatz für das fehlende Einkommen. Sie beträgt meist weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts. Bei teilweiser Erwerbsminderung gibt es einen Anspruch auf eine halbe Erwerbsminderungsrente.

Um den Lebensunterhalt zu gewährleisten, ist es dann eventuell möglich, zusätzlich die Grundsicherung im Alter/Erwerbsminderung zu erhalten.  

Downloads

Deutsche Rentenversicherung: Broschüre: Erwerbsminderungsrente

Broschüre der Deutschen Rentenversicherung mit Informationen zur Rente bei voller oder teilweiser Erwerbsminderung

PDF-Dokument

Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Broschüre: Erwerbsminderungsrente

Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Informationen zu den wichtigsten Regelungen zur Erwerbungsminderungsrente

PDF-Dokument


Wie hilfreich war dieser Artikel für Sie?


Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema

Ratgeber

  • Hände halten mehrere Geldscheine offen auf der Handfläche

    Finanzratgeber: Rund ums Geld

    Eine Familie gibt viel Freude und Geborgenheit, bringt aber auch zahlreiche Aufgaben und finanzielle Verantwortung mit sich. Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Kindergeld beantragen die...

    Ratgeber öffnen

Artikel