Verhinderungspflege

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Können pflegende Angehörige wegen Krankheit, Erholungsurlaub oder anderen Gründen die häusliche Pflege vorübergehend nicht wahrnehmen, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für eine Ersatzpflege.

Voraussetzungen

Pflegeversicherte mit Pflegegrad 2 bis 5 haben Anspruch auf Leistungen der Verhinderungspflege. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson seit mindestens sechs Monaten den/die pflegebedürftige Person pflegt.

Anspruchsdauer und Kostenübernahme

Pro Kalenderjahr ist eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen möglich. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. Dieser gilt für den Fall, dass die Ersatzpflege durch einen ambulanten Pflegedienst, Einzelpflegekräfte, Ehrenamtliche, Freunde, Bekannte oder entfernte Verwandte erfolgt.

Bei nicht erwerbsmäßig pflegenden nahen Verwandten ersten oder zweiten Grades sowie Pflegepersonen, die mit dem/der Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft leben, richtet sich die Leistung nach der Höhe des gezahlten Pflegegeldes. Werden notwendige Aufwendungen der Ersatzpflegeperson wie Fahrtkosten oder Verdienstausfall nachgewiesen, kann die Leistung auch bis auf den Höchstbetrag der Verhinderungspflege erhöht werden.

Leistungsbetrag aufstocken

Wurden im Kalenderjahr Mittel aus der sogenannten Kurzzeitpflege nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen, können sie auch für die Verhinderungspflege eingesetzt werden. So kann der Leistungsbetrag der Verhinderungspflege um 50 Prozent aufgestockt werden, zum Beispiel wenn eine längere Ersatzpflege notwendig ist.

Die Kurzzeitpflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung, wenn die häusliche oder teilstationäre Pflege kurzzeitig nicht möglich ist oder nicht ausreicht, beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt.