Schülerladen

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Ein Schülerladen ist ein kleines, von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern selbstverwaltetes Angebot der Ganztagsbetreuung an Schulen („Hort").

Geschichte

Schülerläden haben sich Anfang der 1970er Jahre aus den Kinderläden heraus entwickelt. Im Westteil Berlins stellten Schülerläden einen Großteil der Ganztagsbetreuung in freier Trägerschaft. Während 2003 in ca. 250 Schülerläden noch etwa 4.000 Kinder betreut wurden, sind nach 2005 im Zug der sog. Hortverlagerung (Wechsel der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern in den schulischen Verantwortungsbereich) die meisten Schülerläden zwangsweise geschlossen oder in Kinderläden umgewandelt worden. 2014 gibt es noch etwa 30 Schülerläden, die nur noch Schulkinder ihrer jeweiligen Kooperationsschule betreuen dürfen (Ausnahme: die freien Schülerläden „Schmuddelkinder“ und „Krümelmonster“ in Schöneberg und Kreuzberg).

Wer steckt dahinter?

Träger eines Schülerladens ist ein Verein, in dem sich Eltern und pädagogische Fachkräfte zusammenschließen und der eigenverantwortlich über alle wesentlichen Belange des Schülerladens entscheidet. Die ehrenamtliche Erledigung von Organisation und Verwaltung ermöglicht Schülerläden einen besseren Personalschlüssel, kleinere Kindergruppen (bis zu 30 Plätzen) schaffen eine familiäre Atmosphäre und die Unterbringung außerhalb des Schulgebäudes fördert die Kiezorientierung. Innerhalb der Schulkooperation gibt es dennoch zumeist eine gute Zusammenarbeit mit den Lehrkräften. Einen besonderen Schwerpunkt bildet in vielen Schülerläden das Ferienangebot – häufig auch inklusive Schülerladenreise.

Kosten?

Die Kostenbeteiligung für die Betreuung in Schülerläden erfolgt im Rahmen der allgemeinen Kostenbeteiligung für die Ganztagsbetreuung, es entstehen also für die Eltern (meist) keine zusätzlichen Kosten.

 

(Text: Erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden e.V.)