Rente: Hinterbliebenenrente für Witwen und Witwer

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Im Falle eines Todes der rentenversicherten Ehepartnerin /des Ehepartners bzw. der Lebenspartnerin/ des Lebenspartners haben Hinterbliebene ein Anrecht auf Hinterbliebenenrente für Witwen- oder Witwer.

Voraussetzungen für die Witwenrente

Die Witwenrente wird an Witwen und Witwer gezahlt, die nicht wieder geheiratet haben
und
wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Der verstorbene Ehemann hat zum Zeitpunkt seines Todes die fünfjährige Wartezeit (Mindestversicherungszeit) in der Rentenversicherung erfüllt.
    Oder
  • Der/die verstorbene Ehepartner/in hatte zum Zeitpunkt seines/ihres Todes einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungs-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- oder Altersrente oder einen Anspruch auf eine Rente für Bergleute aus der Knappschaftsversicherung

Dies gilt für Hinterbliebene eingetragener Lebenspartnerschaften ebenso.

Die Höhe der Rente

In den ersten drei Kalendermonaten nach dem Tod wird unbhängig von der Art der Witwen-/Witwerrente 100% der Rente des Verstorbenen ausgezahlt. Diese Übergangszeit  bezeichnet man in der Rentenversicherung als „Sterbevierteljahr“.

Danach wird grundsätzlich die sogenannte „kleine“ Witwen-/Witwerrente gezahlt, die 25 Prozent der Rente des Verstorbenen beträgt. Sie ist in der Regel auf zwei Jahre nach Tod des Ehepartners begrenzt.

Die „große“ Witwen-/Witwerrente beträgt derzeit 55 Prozent der Rente des/der Verstorbenen und wird nur dann gezahlt, wenn

  • das 47. Lebensjahr vollendet ist,
    oder
  • ein Kind unter 18 Jahren erzogen wird
    oder
  • der Hinterbliebene erwerbsgemindert ist.

Die Altersgrenze für den Bezug dieser Rente wird für Todesfälle ab dem Jahr 2012 stufenweise vom 45. Auf das 47. Lebensjahr angehoben.

Für ältere Ehepaare gilt weiter die frühere Regelung: Wenn ein Partner am 01.01.2002 älter als 40 Jahre war, oder wer zu diesem Zeitpunkt bereits verwitwet war, erhält 60 Prozent der Rente des Verstorbenen.

Wird neben der Rente eigenes Einkommen erzielt, findet oberhalb eines Freibetrags eine Einkommensanrechnung statt. Die Hinterbliebenenrente kann sich dadurch schmälern oder ganz entfallen.

Wiederheirat: Was passiert mit der Witwen-/Witwerrente?

Heiratet der/die Verbliebene erneut, erlischt der Anspruch auf die Hinterbliebenenrente. Es besteht allerdings die Möglichkeit, eine Abfindung auf die große Witwen- oder Witwerrente zu beantragen.

Dringend empfohlen: Beratung zum Rentenantrag

Gezahlt wird nicht automatisch, sondern erst, nachdem der/die Hinterbliebene einen Antrag auf Witwen- oder Witwerrente gestellt hat.

Der Rentenantrag ist kompliziert und umfangreich. In den Beratungsstellen der Rentenversicherung gibt es deshalb Unterstützung für die Antragsstellung. Auch ehrenamtlich tätige Versichertenberater/innen und Versichertenälteste helfen beim Ausfüllen des Antrags. Versichertenälteste sind verrentete Mitarbeitende der Deutschen Rentenversicherung Bund.