Pflege und Pflegebedürftigkeit

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Wenn Menschen auf Pflege angewiesen sind, ist in der weit überwiegenden Zahl zunächst die Familie gefragt: Zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen werden ausschließlich durch Angehörige gepflegt.

Wie groß ist die Pflegebedürftigkeit?

Wenn Pflegebedürftige Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragen wollen, ermittelt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK), ob und wie viel Unterstützung der pflegebedürftigen Person zusteht. Dazu ist eine Eingruppierung in einen sogenannten Pflegegrad notwendig.

Was ist ein Pflegegrad?

Die Pflegegrade werden folgendermaßen eingeteilt:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4 Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Der MDK nimmt die individuelle Einstufung nach persönlicher Begutachtung vor.

Gegen diese Entscheidung kann innerhalb von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden.

Genaueres zur Eingruppierung in Pflegegrade erfährt man auch bei einer persönlichen Beratung in einem Pflegestützpunkt.

Begutachtung

Beim Termin der Begutachtung durch den MDK sollte möglichst ein Familienmitglied oder eine andere Vertrauensperson dabei sein, um zu unterstützen und ergänzende Hinweise zur persönlichen Lage und Verfassung der pflegebedürftigen Person geben zu können. Hilfreich ist es, vor dem Begutachtungs-Termin ein sogenanntes Pflegetagebuch zu führen. Darin können konkrete Situationen festgehalten werden, in denen die pflegebedürftige Person Unterstützung benötigt. Vordrucke sowie eine Anleitung zur Führung eines Pflegetagebuches finden sich im Internetangebot der Pflegekassen oder bei Verbänden.

Wo finden pflegende Angehörige Unterstützung?

Zur Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger gibt es in Berlin mittlerweile eine Vielfalt an Angeboten: Pflegestützpunkte, Fachstellen für spezifische Bereiche der häuslichen Pflege, spezielle Beratungsangebote wie Pflege in Not, niedrigschwellige Betreuungsangebote, ambulante Pflegedienste, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen und die Kontaktstellen Pflege-Engagement – das sind einige der wichtigsten Unterstützungsangebote. Konkrete Informationen finden sich bei den Pflegestützpunkten in den Berliner Bezirken.

Berliner Pflegestützpunkte

Die Berliner Pflegestützpunkte informieren, beraten und unterstützen unabhängig und kostenfrei bei allen Fragen zur Pflege. In jedem Berliner Bezirk gibt es mehrere Standorte. Auf Wunsch koordinieren die Pflegestützpunkte auch notwendige Hilfen. Die Beratung ist telefonisch, im Pflegestützpunkt oder auch zu Hause möglich.

Welche Unterstützung gibt es, wenn pflegende Angehörige kurzzeitig abwesend sind?

Die Pflegekasse zahlt eine notwendige Ersatzpflege, wenn pflegende Angehörige wegen Urlaubs oder einer Erkrankung ihre Angehörigen nicht pflegen können. Dieser Anspruch besteht für maximal sechs Wochen im Jahr. Während dieser so genannten Verhinderungspflege wird das Pflegegeld für bis zu sechs Wochen im Kalenderjahr zur Hälfte weitergezahlt.