Nach der Geburt: Was brauchen die Eltern?

Mit der Geburt eines Kindes ändert sich das Leben der Eltern. Neben der Freude gibt es auch Momente, in denen sie ihre neue Rolle als Belastung empfinden. Schlaflose Nächte, die Verantwortung und wenig Zeit für sich selbst bedeuten viel Stress.

Hilfe im Familienalltag

Gerade zu Beginn fühlen sich junge Eltern oft überfordert. Wenn nicht von Anfang an alles perfekt läuft, ist das ganz normal. Familienmitglieder und Freunde können dann eine große Unterstützung sein. Im Alltag kann eine Haushaltshilfe oder eine Tagesmutter bzw. ein Tagesvater Freiräume zum Durchatmen schaffen. Neben kommerziellen Anbietern gibt es auch Ehrenamtsdienste, deren Angebote für die Familien kostenfrei sind.

Erste Anleitung für das Eltern-Sein

Das Wichtigste über den Umgang mit dem Kind erklärt die Hebamme, die Kinderärztin oder der Kinderarzt. Sie sind wichtige Vertrauenspersonen für die frischgebackenen Eltern, beantworten ihre Fragen und beraten bei Sorgen rund um die Elternschaft. In Eltern-Kind-Kursen kann man sich mit Menschen austauschen, die in derselben Situation sind und dieselben Fragen haben. In Berlin erhalten Familien mit der Geburt ihres Kindes automatisch die sogenannten „Elternbriefe“ des Vereins Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. (ANE) kostenlos und regelmäßig per Post. Darin erfahren die Eltern von Geburt des Kindes an bis zu seinem achten Lebensjahr alles Wissenswerte um die jeweilige Entwicklungsphase, in der sich ihr Kind gerade befindet.

Was ist mit Liebe, Sex und Partnerschaft?

Für intime Fragen sind Hebamme oder die Frauenärztin oder der Frauenarzt gute Ansprechpartner/innen. Zum Beispiel haben die meisten Paare nach einer Geburt erst einmal keine Lust auf Sex oder fühlen sich unsicher. In der Regel ändert sich das aber nach wenigen Wochen, wenn auch etwaige Geburtsverletzungen verheilt sind. Gibt es ernste Probleme mit der Eltern- oder Partnerschaft, können sich die Eltern an die Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Berlin wenden. Hier erhalten sie Hilfe, Beratung und Unterstützung.

Babyblues und Postpartale Depression

In den ersten Tagen nach einer Geburt macht die Mutter eine große hormonelle Umstellung durch. Dadurch kommt es bei vielen Frauen zum so genannten Babyblues. Klingen die Gefühle der Erschöpfung und Freudlosigkeit nach einigen Tagen nicht ab, könnte es sich um eine Postpartale Depression ("Wochenbettdepression") handeln. Dann sollte man sich vertrauensvoll an die Hebamme und/oder die Frauenärztin oder den Frauenarzt wenden. Sie vermitteln dann gegebenenfalls an eine/einen psychiatrischen Fachärzt/in. Möglich ist dann zum Beispiel eine Behandlung in einer Mutter-Kind-Klinik. Betroffene können sich auch an eine Selbsthilfe-Organisation, wie zum Beispiel „Schatten und Licht“ wenden.

Schreibabys – eine nervliche Belastung

Kinder, die gesund sind, aber dennoch übermäßig viel schreien und sich über Stunden nicht beruhigen lassen, werden als „Schreibabys“ bezeichnet. Für die Eltern ist das eine extreme nervliche Belastung, die  sogar Aggressionen gegenüber dem Kind hervorrufen kann. Die Ursache für das Schreien ist nicht bekannt, jedoch hören die meisten Kinder mit etwa drei Lebensmonaten ab Geburtstermin von selbst auf mit dem Schreien. Man muss jedoch nicht so lange warten – Eltern sollten frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen, zum Beispiel in einer SchreibabyAmbulanz.

Weitere Informationen zum Thema in unseren Ratgebern

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Rund um die Geburt

Die Geburt eines Kindes ist ein wunderbares Ereignis. In der ersten Zeit mit dem Baby kann den Eltern aber so Manches über den Kopf wachsen. Sie sollten sich daher nicht scheuen, ...