Geburt planen

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Jede Geburt verläuft anders, deshalb kann man nicht alles genau planen. Aber einige Fragen sollten vorher geklärt werden: Wo und wie möchte die Mutter ihr Kind zur Welt bringen? Wer soll bei der Geburt dabei sein? Gibt es Geschwisterkinder, sollte man vorher überlegen, wer aufpasst. Manche Kliniken und Geburtshäuser bieten Betreuungsmöglichkeiten an.

Zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik? 

Die meisten Kinder werden in Krankenhäusern geboren. Manche Frauen bevorzugen aber eine Hausgeburt oder ein von Hebammen geleitetes Geburtshaus: Die Möglichkeit, die Geburt natürlich und bewusst nach eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen erleben zu können und dabei medizinische Interventionen möglichst zu vermeiden, ist für Schwangere dabei ausschlaggebend. Bei einer komplizierten Schwangerschaft oder bei Mehrlingsgeburten wird stets zu einer klinischen Geburt geraten. Die Hebammen informieren über die Ausschlusskriterien für eine außerklinische Geburt.

Hebammen und Babylotsen

Jede schwangere Frau hat gesetzlichen Anspruch auf eine Hebamme. Sie betreuen und beraten die Mutter umfassend während der Schwangerschaft, Geburt, im Wochenbett und beim Stillen. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen. Seit Frühling 2020 gibt es die Berliner Hebammenvermittlung online. In den Geburtsstationen der Berliner Krankenhäuser gibt es Babylotsinnen und Babylotsen, die werdende Eltern beraten und über Angebote rund um die Geburt eines Kindes informieren.

Muss man sich zur Geburt anmelden?

Meist sucht die Frau schon Wochen vor der Geburt die Klinik oder das Geburtshaus aus, wo sie entbinden möchte. Da die Kapazitäten in vielen Häusern begrenzt sind, ist es ratsam, sich frühzeitig zu informieren und anzumelden. Es wird ein Aufklärungsgespräch geführt und dokumentiert, um den Verlauf der Schwangerschaft zu kennen und festzustellen, ob spezielle Untersuchungen notwendig sind. Im Geburtshaus können auch bereits die Schwangerenvorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.

Was muss man mitnehmen?

Beim Vorgespräch kann auch erfragt werden, was die Einrichtung zur Verfügung stellt und welche persönlichen Dinge man mitnehmen darf. Wichtig sind in jedem Fall: Mutterpass, Versichertenkarte, eventuell den Einweisungsschein, Shirt für die Geburt, Bademantel, warme Socken, Hausschuhe. Außerdem Waschutensilien, Dinge zur Entspannung und etwas zu Essen. Die Mutter sollte bequeme Kleidung und Stillutensilien für hinterher einpacken; und natürlich erste Kleidung für das Baby. Auch wenn eine ambulante Geburt geplant ist, empfiehlt es sich etwas mehr einzupacken, falls der Geburtsverlauf sich anders entwickeln sollte.

Wann geht es los?

Meist dauert die Geburt beim ersten Kind zwischen zwölf und 18 Stunden, man muss also noch nicht bei der ersten Wehe in die Klinik. Erstgebärenden empfiehlt man loszugehen, wenn die Wehen mindestens eine Minute andauern und in regelmäßigen Abständen von 5 bis 10 Minuten auftreten. Auch ein Blasensprung kann den Beginn der Geburt ankündigen. In diesem Fall ist es sinnvoll sich vorsichtshalber hinzulegen und sich in die Entbindungseinrichtung fahren zu lassen bzw. die Hebamme zu kontaktieren. Bei Komplikationen muss man schnell handeln und eventuell einen Krankenwagen rufen. Dieser wird allerdings die nächstmögliche Klinik mit Geburtshilfe anfahren, damit Mutter und Kind schnellstmöglich versorgt werden.

Wer soll dabei sein? 

Das kommt ganz auf die Bedürfnisse der Frau an. Wichtig ist nur, dass die Arbeit der Hebamme und des medizinischen Personals nicht behindert wird. Das bedeutet auch, dass sich die Begleitung gut überlegen sollten, ob sie sich in der Situation wohlfühlt.
Eltern können auch den Dienst einer Doula in Anspruch nehmen, einer erfahrenen Geburtsbegleiterin. Diese unterstützt sie einfühlsam, übernimmt aber keine medizinischen Funktionen und ersetzt daher nicht die Hebamme. Sie atmet mit der Gebärenden, hilft ihr sich durch Massagen zu entspannen und ermutigt sie. Auch nach der Geburt kann die Doula als  Ansprechpartnerin für die Familie fungieren.