Eheähnliche Lebensgemeinschaft

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Wenn Paare ohne Trauschein zusammenleben, müssen sie sich um ihre gegenseitige Absicherung selbst kümmern. Denn was für die Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft gesetzlich geregelt ist, gilt nicht für nichteheliche Lebensgemeinschaften. Es können aber viele Dinge durch schriftliche Vereinbarungen und Vollmachten geregelt werden.

Finanzielle Absicherung

Paare können für den Fall einer Trennung Unterhaltsregelungen miteinander treffen. Das ist insbesondere sinnvoll, wenn ein Teil des Paares den Großteil der Familienarbeit übernimmt und daher nicht oder nur teilweise erwerbstätig ist.

Altersvorsorge

Da Ansprüche aus einer öffentlich-rechtlichen Hinterbliebenen- oder Altersversorgung nicht an eine nichtgeehelichte Person übertragen werden können, sollten Paare in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft prüfen, welche Absicherungen sie durch private Vorsorge (Risikolebensversicherung, Riester- oder Rürup-Rente) treffen wollen.

Sorgerecht für gemeinsame Kinder

Das Sorgerecht für gemeinsame Kinder nicht verheirateter Paare besitzt zunächst automatisch die Mutter. Für ein gemeinsames Sorgerecht müssen die Eltern beim Jugendamt eine gemeinsame Sorgeerklärung abgeben und eine solche notariell beurkunden lassen. Dies ist auch schon vor der Geburt möglich.

Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung müssen Personen in eheähnlichen Lebensgemeinschaften und deren Kinder selbst versichert sein. Gemeinsame Kinder können in die Versicherung eines Partners oder einer Partnerin aufgenommen werden.

Hinterbliebenenversorgung

Bei Beihilfen im Fall von Krankheit, Geburt und Tod sowie bei der Hinterbliebenenversorgung werden nichteheliche Partner oder Partnerinnen nicht berücksichtigt, gemeinsame Kinder hingegen schon.

Kein Ehegattensplitting möglich

Das Ehegattensplitting steht Paaren in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft nicht zu.

Vereinbarungen zu Mietvertrag, Einrichtung und Nachlass

Wird der Mietvertrag für die gemeinsam genutzte Wohnung von einem Paar gemeinsam abgeschlossen, sollte vereinbart werden, ob die Wohnung im Trennungsfall aufgegeben wird, bzw. was bei Auszug einer der Personen im Hinblick auf die Zahlungspflicht geschehen soll. Auch empfiehlt es sich, die wichtigen Vermögens- und Einrichtungsgegenstände aufzulisten und festzuhalten, wem sie gehören.

Kein gesetzliches Erbrecht

Da Menschen in eheähnlichen Lebensgemeinschaften auch kein gesetzliches Erbrecht haben, können Auseinandersetzungen mit den Erben darüber entstehen, welche Gegenstände des gemeinsamen Haushalts der verstorbenen Person gehört haben und welche dem Hinterbliebenen Part gehören. Durch schriftliche Vereinbarungen kann Vorsorge für solche Fälle getroffen werden. Notariell können Erbansprüche in einem Testament bzw. Erbvertrag festgelegt werden. Ferner ist es zweckmäßig, einander Vollmachten für Geldinstitute über den Tod hinaus auszustellen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen für Paare, die ohne Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft zusammenleben gibt es in der Broschüre „Gemeinsam leben“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.