Adoption – Ein Kind zur Adoption freigeben

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Es gibt sehr schwierige Lebenssituationen, in denen werdende Eltern sich ihrer neuen Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Für Frauen, die ein Kind bekommen, sich aber nicht in der Lage sehen, es auch versorgen und erziehen zu können, besteht die Möglichkeit, das Kind nach der Geburt zur Adoption freizugeben.

Das ist eine verantwortungsbewusste Entscheidung: Die Frauen schenken ihrem Kind das Leben und sorgen dafür, dass es in einem geeigneten und liebevollen Umfeld aufwächst. Denn die Adoptionseltern werden sehr sorgfältig ausgewählt.

Wer kann bei der Entscheidung beraten?

In allen Adoptionsvermittlungsstellen erhalten schwangere Frauen, die ein Kind zur Adoption freigeben wollen, Information, Beratung und Begleitung. Auf Wunsch geschieht dies – auch bis zur Geburt – anonym. Die Adoptionsvermittlungsstellen haben zudem die Aufgabe, für Kinder passende und geeignete Eltern zu finden.

Wie läuft die Entscheidung ab?

Grundsätzlich müssen beide Elternteile der Freigabe einwilligen.

Entscheiden sie sich schon während der Schwangerschaft für eine Adoption, kümmert sich die Adoptionsvermittlungsstelle darum, dass das Neugeborene gleich in eine neue Familie kommt.

Wann wird die Entscheidung gültig?

Eine Adoption ist eine endgültige Entscheidung, damit ein Kind einen stabilen und sicheren Rahmen für sein Aufwachsen erhalten kann. Daher ist es gesetzlich festgelegt, dass die Einwilligung frühestens acht Wochen nach der Geburt gegeben werden darf. Bis dahin können sich Mutter und Vater jederzeit umentscheiden. Nach den acht Wochen haben die biologischen Eltern keine verwandtschaftliche Beziehung mehr zum Kind.

Kontakt zu den leiblichen Eltern

Der Regelfall ist die Inkognito-Adoption, bei der leibliche und soziale Eltern nichts übereinander erfahren. Damit soll das Kind geschützt werden. Es gibt aber auch die Option einer halboffenen oder einer offenen Adoption, bei der die Eltern miteinander in Kontakt stehen. In jedem Fall haben adoptierte Kinder ab dem 16. Lebensjahr das Recht, den Geburtseintrag beim Standesamt einzusehen.