Adoption – Ein Kind adoptieren

Creative-Family, gettyimages.com
Adoptiveltern sollten in stabilen Verhältnissen leben, um dem Kind Halt geben zu können.


Für ungewollt kinderlose Paare kann die Adoption eines Kindes eine Möglichkeit sein, dennoch eine Familie zu gründen. Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind als Einzelperson adoptieren.

Was macht die Adoptionsvermittlung?

Die Adoption eines Kindes hat weitreichende Konsequenzen für die Familie und das Kind. Geeignete Eltern für ein Kind zu finden, nicht aber das passende Kind für Eltern – diese Aufgabe haben die Adoptionsvermittlungsstellen. Aus diesem Grund gibt es vor einer Adoption intensive Beratungsgespräche, denn die Bedürfnisse des Kindes stehen im Vordergrund.

In Berlin gibt es eine zentrale Adoptionsvermittlungsstelle, die sich um die Information und Beratung von Paaren kümmert, die gerne ein Kind adoptieren möchten. Zusätzlich haben der Caritasverband und das Diakonische Werk eine gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle eingerichtet.

Die Länder Berlin und Brandenburg haben eine gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle (ZABB) geschaffen, die die Adoptionsvermittlungsstelle bei ihrer Arbeit in schwierigen Fragen unterstützt und bei Auslandsadoptionen beteiligt ist.

Voraussetzungen für eine Adoption

Adoptiveltern müssen mindestens 25 Jahre alt und sollten nicht mehr als 40 Jahre älter sein als das Kind. Wichtig sind ein stabiler familiärer Hintergrund und ökonomische Sicherheit. Verheiratete Paare haben bessere Chancen auf ein Adoptionskind als Alleinstehende. Bei unverheirateten Paaren und eingetragenen Lebenspartnern kann nur einer der Partner das Kind adoptieren.

Vermittlung und Adoptionspflegezeit

Von der Antragstellung bis zur Vermittlung eines Kindes vergeht oft ein längerer Zeitraum. Geduld, viel Flexibilität und eine stabile Lebenssituation sind daher in dieser Phase besonders wichtig. Hat die Adoptionsvermittlungsstelle eine passende Familie für ein Kind gefunden, lebt das Kind in der Familie für ungefähr ein Jahr in „Adoptionspflege". Anschließend kann ein Antrag auf Adoption gestellt werden. Insgesamt dauert das Adoptionsverfahren mindestens ein Jahr und kann sich bis zu sieben Jahren hinziehen. Das liegt daran, dass es weit mehr Bewerberinnen als Kinder gibt.

Adoption eines Stiefkindes

Die sogenannte Stiefkindadoption ist die häufigste Art der Adoption in Deutschland. Sie kommt für diejenigen in Betracht, die in einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, in der es Kinder aus einer vorangegangenen Partnerschaft gibt. Eine Stiefkindadoption ist allerdings nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und eine dauerhafte Verbesserung seiner Lebensumstände zu erwarten ist.

Kontakt zu den leiblichen Eltern

Wird ein zur Adoption freigegebenes Kind angenommen, ist der Regelfall die Inkognito-Adoption, bei der leibliche und soziale Eltern nichts übereinander erfahren. Damit soll das Kind geschützt werden. Es gibt aber auch die Option einer halboffenen oder einer offenen Adoption, bei der die Eltern miteinander in Kontakt stehen. In jedem Fall haben adoptierte Kinder ab dem 16. Lebensjahr das Recht, den Geburtseintrag beim Standesamt einzusehen.