Adoption – Ein Kind adoptieren

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Adoptiveltern sollten in stabilen Verhältnissen leben, um dem Kind Halt geben zu können.


Für ungewollt kinderlose Paare kann die Adoption eines Kindes eine Möglichkeit sein, dennoch eine Familie zu gründen. Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind als Einzelperson adoptieren.

Was macht die Adoptionsvermittlung?

Die Adoption eines Kindes hat weitreichende Konsequenzen für die Familie und das Kind. Geeignete Eltern für ein Kind zu finden – diese Aufgabe haben die Adoptionsvermittlungsstellen. Vor einer Adoption finden intensive Beratungsgespräche statt, denn die Bedürfnisse des Kindes stehen im Vordergrund. Adoptionsvermittlungsstellen haben einen konkreten Aufgabenkatalog: So sollen sie u.a. dafür sorgen, dass die Familien jede benötigte Unterstützung erhalten. Dazu gehört auch die Aufklärung und Förderung eines offenen Umgangs mit der Adoption. Es gibt auch einen Rechtsanspruch auf eine Begleitung nach einer Adoption.

In Berlin gibt es eine zentrale Adoptionsvermittlungsstelle, die sich um die Information und Beratung von Paaren kümmert, die gerne ein Kind adoptieren möchten.

Der Adoptionsdienst Berlin ist ein gemeinsames Projekt des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V. und der Immanuel Albertinen Diakonie.

Berlin und Brandenburg haben eine Zentrale Adoptionsstelle (ZABB), die die Adoptionsvermittlungsstelle bei ihrer Arbeit in schwierigen Fragen unterstützt und bei Auslandsadoptionen beteiligt ist.

Voraussetzungen für eine Adoption

Adoptiveltern müssen mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepaaren kann eine Person mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter ist gesetzlich nicht festgelegt.

Wichtig sind ein stabiler familiärer Hintergrund und ökonomische Sicherheit. Verheiratete Paare haben bessere Chancen auf ein Adoptionskind als Alleinstehende. Bei unverheirateten Paaren und eingetragenen Lebenspartnern kann nur einer der Partner das Kind adoptieren.

Adoptionspflegezeit

Von der Antragstellung bis zur Vermittlung eines Kindes vergeht oft ein längerer Zeitraum. Geduld, viel Flexibilität und eine stabile Lebenssituation sind daher in dieser Phase besonders wichtig. Hat die Adoptionsvermittlungsstelle eine passende Familie für ein Kind gefunden, lebt das Kind in der Familie für ungefähr ein Jahr in „Adoptionspflege". Anschließend kann ein Antrag auf Adoption gestellt werden. Insgesamt dauert das Adoptionsverfahren mindestens ein Jahr und kann sich bis zu sieben Jahren hinziehen.

Stiefkindadoption

Die sogenannte Stiefkindadoption ist die häufigste Art der Adoption in Deutschland. Sie kommt für diejenigen in Betracht, die in einer Ehe oder mindestens vier Jahre lang in einer sogenannten  "verfestigten" Lebensgemeinschaft leben oder mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben. Ist einer der Partner noch mit einer anderen Person verheiratet, ist die Stiefkindadoption aber nur in Ausnahmefällen möglich. Eine Stiefkindadoption ist nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und eine dauerhafte Verbesserung seiner Lebensumstände zu erwarten ist. Alle Beteiligten müssen sich vor der Adoption durch eine Adoptionsvermittlungsstelle beraten lassen. Die Beratung ist nicht zwingend für lesbische Paare, deren gemeinsames Kind in die Ehe oder verfestigte Lebensgemeinschaft hineingeboren wird und die Partnerin der leiblichen Mutter es adoptiert.

Auslandsadoption

Für ausländische Adoptionsbeschlüsse ist eine Anerkennung verpflichtend. Eine Auslandsadoption muss durch eine Adoptionsvermittlungsstelle begleitet werden. Das kann entweder die zentrale Adoptionsstelle des Landesjugendamtes oder eine nichtstaatliche, für Auslandsadoptionen zugelassene Vermittlungsstelle sein.

Genauere Informationen zum Verfahren und den einzelnen Schritten einer Auslandsadoption geben beispielsweise die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption sowie die Internetseite des Familienportals des Bundes - siehe Links.

Kontakt zu den leiblichen Eltern

Wird ein zur Adoption freigegebenes Kind angenommen, ist der Regelfall die Inkognito-Adoption, bei der leibliche und soziale Eltern nichts übereinander erfahren. Damit soll das Kind geschützt werden. Es gibt aber auch die Option einer halboffenen oder einer offenen Adoption, bei der die Eltern miteinander in Kontakt stehen. In jedem Fall haben adoptierte Kinder ab dem 16. Lebensjahr das Recht, den Geburtseintrag beim Standesamt einzusehen.

Weitere Informationen zum Thema in unseren Ratgebern

Berliner Beirat für Familienfragen / Antje Dombrowsky

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