Was die Fashion Week für den nächsten Sommer verspricht

Was die Fashion Week für den nächsten Sommer verspricht

Die Fashion Weeks in Paris und Mailand, London und New York zeigen, wovon man nur träumen kann. In Berlin ist auch Mode zu sehen, die in den Kleiderschrank kommt.

  • Fashion Week Berlin - Botter© dpa
    Die Berliner Modewoche startete mit einer erfrischenden und knalligen Show des Labels Botter.
  • Fashion Week Berlin - Riani© dpa
    Zarte Söckchen in hochhackigen Schuhen - gesehen bei Riani.
  • Fashion Week Berlin - Marc Cain© dpa
    Marc Cain setzt mit großen Ohrringen Akzente.
  • Fashion Week Berlin - Cathy Hummels© dpa
    Cathy Hummels präsentierte in Berlin Trachtenmode.
  • Fashion Week Berlin© dpa
    Blogger Riccardo Simonetti fällt mit seinem Handtuch-Turban auf.
  • Fashion Week Berlin - Miriam Prat Gutierrez© dpa
    Alles ist möglich: Eine Kreation der Designerin Miriam Prat Gutierrez bei der Show des Wettbewerbs Rebelpin.
Gute Nachricht von der Berliner Fashion Week: In der nächsten Sommersaison soll nach dem Willen der Modemacher jeder nach eigenem Gusto glücklich werden. «Es gibt ganz vieles gleichzeitig. Alles geht, alles ist erlaubt», so fasst Messechefin Anita Tillmann die neuen Trends zusammen. Schlaglichter von Deutschlands wichtigstem Modeevent:

Prêt-à-porter: Street- und Sportswear bleiben Thema

Tillmann ist als Geschäftsführerin der Premium Group für vier der insgesamt acht Fachmessen in Berlin verantwortlich. Sie hat sich in diesen Tagen gründlich an den Ständen der angesagten Labels umgeguckt. «Street- und Sportswear bleibt ein Riesenthema», sagt die 45-Jährige. «Es gibt weiter viel mit Logos, aber auch erste Kollektionen, die wieder schlichter werden, weniger plakativ.» Gefragt ist Mut zur Kombi: superenges Kleid mit Sneakern, Businessanzug mit Sportschuhen - die Mischung macht's.

Laufsteg: Schulter ist das neue Dekolleté

Kaum ein Designer, der in der nächsten Saison den Ausschnitt nicht bis auf die Arme herunterzieht - gern in gerader Linie über der Brust, aber auch mal asymmetrisch. Verspielte Volants bleiben ebenfalls hipp. Guido Maria Kretschmer und Lena Hoschek schwelgen geradezu im Trend. Eigentlich überall angesagt bleiben grafische Muster und glänzende Materialien.

Schuhe: Zarte Söckchen in Sandaletten

Model Kendall Jenner hat es quasi erfunden - zarte Söckchen in hochhackigen Sandaletten. Im vergangenen Jahr war die ungewohnte Kombi schon vereinzelt zu sehen. Diesmal folgten Models wie Gäste quasi überall - manchmal mit Netz-Variante, manchmal in Weiß mit Rüschen. Man braucht zwar superschöne Beine, spart sich aber viele Blasenpflaster. Bei Riani gibt's Söckchen sogar in flachen Sandalen. Ebenfalls ein Trend, den längst nicht jeder tragen kann: Model Rebecca Mir und Kate Moss' kleine Schwester Lottie kamen in Radlerhosen zu den Schauen.

Obenrum: Riesige Ohrringe und Strohhüte

An den Ohren baumelt es wieder. Überdimensionale Ohrringe wie aus der Hippiezeit sind bei vielen Entwürfen ein Muss. Marc Cain hatte Varianten aus Kunststoff in Knallfarben, fast so groß wie ein Tischtennisschläger. Auch Bandanas, Turbane, Stirnbänder und radgroße Strohhüte sind gefragt. Social-Media-Promi Riccardo Simonetti trieb den Trend auf die Spitze. Er kam mit einem riesigen Handtuch-Turban zur Show - wie frisch aus der Dusche.

Models: Diversity, außer bei Hugo Boss

Das niederländische Avantgarde-Label Botter, Eröffnungsknaller der Fashion Week, schickt ausschließlich dunkelhäutige Models auf den Laufsteg - als bewusstes politisches Statement. Aber auch sonst war es auf dem Catwalk auffallend gemischt, darunter auch «Germany's Next Topmodel» Toni Dreher-Adenuga. Bei der aufstrebenden österreichischen Jungdesignerin Rebekka Ruétz ist auch die Generation Ü50 mit ungefärbten grauen Haaren vertreten. Schade: Hugo Boss, erstmals seit Jahren wieder in Berlin, kehrt bei der Präsentation seiner Marke Hugo zu den mageren Laufstegschönheiten zurück.

Promis: Cathy Hummels und Wiz Khalifa

Wenig Anlass zu Kreischalarm. Für Aufsehen sorgte immerhin Talia Graf, die Nichte von Tennis-Legende Steffi Graf, als VIP-Model bei Marc Cain gefeiert. Bei Hugo Boss lief Cindy Crawfords Sohn Presley Gerber. Bei Riani saß Schauspielerin Natalia Wörner in der ersten Reihe, allerdings ohne ihren Lebensgefährten, Außenminister Heiko Maas. Moderatorin Johanna Klum erschien wenige Wochen nach der Geburt ihres zweiten Kindes fit wie eh und je. Und Cathy Hummels, Frau von Nationalspieler Mats Hummels und ebenfalls junge Mutter, stellte eine eigene Trachtenkollektion vor. Seltene Gäste gab es bei Hugo Boss: Dort performte US-Rapper Wiz Khalifa («Black And Yellow») für die Gäste.

Bilanz: Ganz locker wird die Mode nicht

Insgesamt zeigten bei der Fashion Week rund 3500 Aussteller bei 200 Veranstaltungen ihre Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2019. Auch wenn viele auf flott und sportlich setzen, ganz locker wird es nicht, wie Expertin Tillmann meint. «Wer bei Mode an Gemütlichkeit denkt, kann auch gleich einen Schlafanzug anziehen.»
Guido Maria Kretschmer Berlin Fashion Week Juli 2015
© dpa

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 6. Juli 2018