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Draussen vor der Tür

Michael Thalheimer bringt das "Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", wie Borchert es betitelte, mit Kathrin Wehlisch als Beckmann auf die Bühne.

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  • "Draußen vor der Tür"
    Matthias Horn

    "Draußen vor der Tür"

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    Matthias Horn

    "Draußen vor der Tür"

"Tote, Halbtote, Hungertote, Bombentote, Ozeantote, Verzweiflungstote, Verlorene, Verlaufene, Verschollene. Unschöner Anblick, diese vielen dicken weißen weichen Wasserleichen heutzutage. Sie sinken. Kein Salut. Kein Sterbegeläut. Keine Grabrede. Sie sinken. Sie sinken." (Wolfgang Borchert)

Welche Verantwortung übernehmen wir für die Folgen der Kriege "draußen vor der Tür", an denen wir beteiligt sind? Was wollen wir wissen von den Auswirkungen der Gewalt "draußen vor der Tür", von der wir profitieren? Wer ist bereit, sich der Wahrheit eines Schlachthauses zu stellen, bevor er sich sein Wurstbrot schmecken lässt?

Beckmann, der traumatisierte Kriegsrückkehrer, für den eine Heimkehr jedoch nicht möglich ist, bleibt "draußen vor der Tür", nachts im Regen, auf der Straße. Verfolgt von seinen quälenden Erinnerungen, will er keinen Tag länger ermordet werden und keinen Tag länger Mörder sein. Er schreit der Gesellschaft ihre kollektive Schuld ins Gesicht und verlangt Antwort.

Michael Thalheimer wird das "Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", wie Borchert es betitelte, mit Kathrin Wehlisch als Beckmann auf die Bühne bringen.

Artists/Collaborators: von Wolfgang Borchert (Autor/in), Jonathan Kempf (Der Tod), Oliver Kraushaar (Der Einbeinige), Peter Luppa (Gott), Tilo Nest (Ein Kabarettdirektor), Josefin Platt (Die Elbe, Frau Kramer), Philine Schmölzer (Ein Mädchen), Veit Schubert (Ein Oberst), Kathrin Wehlisch (Beckmann und Der Andere), Michael Thalheimer, Olaf Altmann, Nehle Balkhausen, Bert Wrede, Rainer Casper, Amely Joana Haag

Runtime: Tue, 29/11/2022 to Tue, 29/11/2022

ZUM STÜCKDRAUSSEN VOR DER TÜR

GIBT DENN KEINER, KEINER ANTWORT?

Wolfgang Borchert, der einer der wichtigsten Autoren der "Stunde Null" und auch Schauspieler war, schrieb "Draußen vor der Tür" innerhalb von acht Tagen im Januar 1947. Unheilbar krank nach sechs Jahren Krieg, diversen Gefangenschaften und der Hungersnot, blieb ihm wenig Zeit, das wusste er. Am 13. Februar desselben Jahres fand die Rundfunkpremiere des Textes statt, die ein dermaßen leidenschaftliches Echo auslöste, dass eine Theateraufführung in den Hamburger Kammerspielen am 21. November geplant wurde.

Mit seinem Text hatte Borchert einen Aufschrei gegen die ungeheure Verdrängung der Nachkriegszeit in Worte gefasst, der einer kriegstraumatisierten und um ihre Jugend schwer betrogenen Generation eine Stimme gab. Einen Tag vor der Uraufführung des Stücks, welches laut Untertitel "kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", starb Borchert im Alter von nur 26 Jahren.

Zu Lebzeiten wurde Borchert wiederholt monatelang inhaftiert, er erhielt sogar ein Todesurteil: Seine kritischen Worte über Hitler in seinen Briefen, seine Goebbels-Parodie auf einer Kabarettbühne und seine Verehrung für Rainer Maria Rilke, welche die Nazis als vermeintliche Homosexualität kriminalisierten, wurden als staatsgefährdende Straftaten eingeordnet. Die Familie Borchert wurde 1937 aus ihrer Hamburger Wohnung vertrieben, denunziert von der benachbarten Familie Kramer aufgrund mangelnder Linientreue. Frau Kramer fand schließlich, unter anderem Vorzeichen, als Figur Eingang in Borcherts expressionistisches Stationen-Drama.

Geprägt von seiner Erfahrung als Kriegsheimkehrer stellte Borchert in der Figur des Beckmanns – der keinen Tag länger ermordet werden und keinen Tag länger Mörder sein will – Fragen, die weit über das Nachkriegsdeutschland von 1945 hinaus drängen, wie gegenwärtig wieder schmerzhaft deutlich wird: Welche Verantwortung übernehmen wir für die Folgen der Kriege „draußen vor der Tür“, an denen wir beteiligt sind? Was wollen wir wissen von den Auswirkungen der Gewalt „draußen vor der Tür“, von der wir profitieren? Wie geht unsere Gesellschaft mit kriegstraumatisierten Menschen um? Sind wir bereit, anstelle von Verdrängung Trauerarbeit zu leisten? Wer stellt sich der Wahrheit eines Schlachthauses, bevor er sich sein Wurstbrot schmecken lässt? Was tun wir, um Krieg zu verhindern? In was für eine Welt schicken wir die uns nachfolgenden Generationen? • Amely Joana Haag

REGIE Michael Thalheimer BÜHNE Olaf Altmann KOSTÜME Nehle Balkhausen MUSIK Bert Wrede LICHT Rainer Casper DRAMATURGIE Amely Joana Haag MIT Bettina Hoppe, Jonathan Kempf, Oliver Kraushaar, Peter Luppa, Tilo Nest, Josefin Platt, Philine Schmölzer, Veit Schubert, Kathrin Wehlisch

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