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Das Berliner Olympiastadion

Berliner Olympiastadion Innenansicht
Bild: kavolis / Fotolia.com

Das Olympiastadion ist nach seinem rund vierjährigen Umbau nicht nur eine Sportstätte der Spitzenklasse insbesondere für den deutschen und internationalen Fußball, sondern auch eine gefragte Veranstaltungs-Location für Konzerte und andere Großveranstaltungen.Das multifunktionale Stadion bietet nun überdachte Sitzplätze für ca. 74.450 Zuschauer. Zur Verbesserung der Sicht auf das Spielfeld wurde die Tribünengeometrie des Unterringes verändert und dafür die Spielfeldebene um 2,65 Meter abgesenkt. Die Ehrentribüne und der VIP-Bereich wurden komplett neu gestaltet. Aus Gründen des Denkmalschutzes erfolgten jedoch lediglich behutsame Eingriffe in das Erscheinungsbild.

Geschichte

Das Olympiastadion wurde zu den Olympischen Sommerspielen des Jahres 1936 errichtet. Die Entscheidung für Berlin als Austragungsort hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) bereits 1931 getroffen. Hitler nutzte die mit der Ausrichtung der Spiele verbundene Chance zur propagandistischen Selbstdarstellung des nationalsozialistischen Deutschlands. Um die Selbstinszenierung des “Dritten Reiches” nicht zu beeinträchtigen, wurden beispielsweise für die Dauer der Olympischen Spiele Schilder entfernt, die Juden die Benutzung von Parkbänken untersagten. Das olympische Bauprogramm stellte das erste architektonische Großprojekt des “Dritten Reichs” dar. Es entstand mit dem so genannten Reichssportfeld ein monumentaler dreiteiliger Komplex, bestehend aus dem Stadion, dem Olympischen Platz und dem Maifeld, wo Massenaufmärsche wie etwa die Maifeiern der Hitler-Jugend in Szene gesetzt werden konnten. Ferner wurden auf dem insgesamt 131 Hektar großen Gelände ein Schwimmstadion, ein Hockeystadion und eine Freilichtbühne, die heutige Waldbühne, errichtet.

Gegenwart

Heute ist der anlässlich der Olympischen Spiele 1936 entstandene “Olympiapark Berlin” aus dem sportlichen und kulturellen Leben der Stadt nicht wegzudenken. Im Stadion, der Heimat des Fußballvereins Hertha BSC, finden Bundesligaspiele und internationale Fußballbegegnungen statt, der mehrmalige World Bowl-Gewinner Berlin Thunder trägt hier seine Heimspiele aus und im Jahr 2005 fand im Olympiapark das Internationale Deutsche Turnfest mit über 100.000 Teilnehmern statt.

Wer an einem ganz normalen Vormittag durch den Olympiapark schlendert, kann vielleicht den Hertha-Profis beim Training zusehen. Wenn man möchte, kann man natürlich auch selbst aktiv Sport treiben: Im Schwimmstadion tummeln sich an heißen Tagen bis zu 10.000 Besucher. Und wer Nervenkitzel liebt, der kann seine Schwindelfreiheit in einem Hochseil-Klettergarten überprüfen. In der Waldbühne und im Stadion können die Fans aller Musikgattungen Open-Air-Konzerte internationaler Stars erleben, und für den historisch interessierten Berlin-Besucher gibt es bei der Stadionbesichtigung Erläuterungen zur wechselvollen Geschichte des Geländes. Während der Fußball-Weltmeisterschaft vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 erregte das Olympiastadion weltweit Aufsehen. Hier wurden insgesamt sechs Partien ausgetragen, darunter auch das Endspiel zwischen Italien und Frankreich.
Vom 15. bis 23. August 2009 richtete Berlin die Leichtathletik Weltmeisterschaft aus.