Sozialraumorientierung

Teaser SRO

Prinzipiell zielt die Sozialraumorientierung auf eine Verknüpfung von bürgerschaftlichem Engagement, fachlichen Ressourcen und betriebswirtschaftlicher Verantwortung im Sozialraum ab. Damit ist sie politisches Leitbild, Organisationsprinzip, fachlich-methodischer Leitfaden und Kompetenzprofil. Grundlage dieser Prinzipien ist es, die Interessen der Bewohner/-innen als Ausgangspunkt jedweden professionellen Handelns zu sehen. Dazu müssen die Menschen befragt werden, um daraus mögliche Konsequenzen zu ziehen. Das bedeutet auch, aktivierend und ressourcenorientiert zu arbeiten, kooperativ und vernetzend zu agieren und die von den Bewohnerinnen und den Bewohnern definierten sozialen Räume als Ausgangspunkt jeglicher Organisation zu sehen.

Die Sozialraumorientierung ist in den vergangenen Jahren zu einem viel gebrauchten Begriff geworden. Ihren Ursprung hat die sozialräumliche Arbeit in der Gemeinwesenarbeit . Es sollen deshalb an dieser Stelle die Begriffe der Sozialraumorientierung und der Gemeinwesenarbeit einmal näher betrachtet werden.

Sozialraumorientierung

Sozialraumorientierung zielt darauf ab, soziale Räume zu verändern. Sozialraumorientierung versucht, die Eigeninitiative von Bewohnerinnen und Bewohnern zu fördern und die dazu notwendigen Ressourcen zu erschließen. Sozialraumorientierung stellt einen Leitfaden dar, formuliert Grundsätze und Prinzipien und bietet Orientierungshilfe.
Sie ist:

  • keine Methode professionellen Handelns, bietet aber das methodische Repertoire dazu;
  • bezieht Organisationskultur und -strukturen ein, ist aber kein Organisationsentwicklungsverfahren;
  • bezieht finanzwirtschaftliche Aspekte und Verantwortlichkeiten mit ein, ist aber kein Einsparkonzept der öffentlichen Hand.

Gemeinwesenarbeit

In der Gemeinwesenarbeit (sozialraumorientierter Arbeit) geht es vor allem um die Verbesserung der Lebensbedingungen in sozialen Räumen im Sinne der dort lebenden Menschen. Gemeinwesenarbeit ist eine sozialräumliche Strategie, welche sich nicht auf einzelne Individuen, sondern ganzheitlich auf einen Stadtteil bezieht. Die Gemeinwesenarbeit bietet das Grundverständnis und das notwendige Methodenrepertoire, um qualitative Beiträge zur Aktivierung, Beteiligung und Selbstorganisation der Bürger/-innen zu leisten.
Zu ihren Leitstandards gehören:

  • Orientierung an den Themen der Menschen;
  • Zielgruppenübergreifendes Handeln;
  • Nutzung der vorhandenen Ressourcen;
  • Verbesserung der materiellen Situation und der infrastrukturellen Bedingungen;
  • Ressort- und Methoden übergreifendes Handeln;
  • Vernetzung und Kooperation.

Sozialraumorientierung in Treptow-Köpenick

Die Aufgabe der Umsetzung der Sozialraumorientierung im Bezirk Treptow-Köpenick besteht in der Organisation und Koordination verwaltungsinterner ämterübergreifender Zusammenarbeit bei planerischen und umsetzungsbezogenen Verwaltungsaufgaben zur Entwicklung der Bezirksregionen. Die Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) arbeitet raumbezogen und fachübergreifend und vernetzt als Schnittstelle die Akteure von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Die SPK unterstützt die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger am Gestaltungsprozess in den Bezirksregionen. Die Aufgaben der SPK umfassen folgende Funktionsbereiche:

Bezirkskoordination
Kernelement der Organisationseinheit ist die Bezirkskoordination mit der grundlegenden Aufgabe der Organisation und Koordination der ämterübergreifenden Zusammenarbeit zur Entwicklung der Bezirksregionen in Treptow-Köpenick. Die Leitung der SPK wird durch die Bezirkskoordinatorin wahrgenommen.

Datenkoordination
Der Aufgabenbereich der Datenkoordination umfasst die Zusammenführung und Aufbereitung von Datenbeständen, die auf Basis der “Lebensweltlich orientierten Räume” (LOR) zur Verfügung stehen. Die datenbasierten Auswertungen dienen der Verwaltung in ihrer fachlichen Arbeit als Informationsinstrument und zur Unterstützung von Fachplanungen.
Ziel ist es, die bestehenden bezirklichen und überbezirklichen relevanten Fachdaten zusammenzuführen und für Auswertungszwecke auf Bezirks-, Bezirksregionen- oder Planungsraumebene aufzubereiten.

Regionalkoordination
Das Aufgabengebiet der Regionalkoordination ist darauf ausgerichtet, innerhalb des sozialen Raumes in sog. Bezirksregionen im Querschnitt tätig zu sein.. Das heißt, Interessen der Bewohner/-innen aufzugreifen, Menschen zu aktivieren, Kommunikation zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den für die Themenfelder verantwortlich Aktiven herzustellen oder zu fördern.
Es werden folglich nicht originäre spezifische Dienstleistungen erbracht. Die Sozialraumorientierung setzt bei den für Themenfelder aktiven Professionellen sowie den aktiven Bewohnerinnen und Bewohnern an und bindet u. a. die Gemeinwesenarbeit als Methode wieder ein.
Um wirksame Angebote zur Entwicklung und Unterstützung von Menschen bereitstellen zu können, müssen die Fachkräfte etwas über Beziehungen, Gewohnheiten, Kulturen, Bedürfnisse, Wünsche und den Willen der Bewohner/-innen wissen bzw. ihre Lebensentwürfe, Fähigkeiten/Stärken und Netzwerke für die Aktivierung, Beteiligung und Entwicklungsmöglichkeiten nutzen. Kommunikation ist dabei ein wesentlicher Aspekt, aber es geht auch um materielle und räumliche Bedingungen, um Machtverhältnisse und Einflussmöglichkeiten sowie um Ressourcen.