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Medienkonsum und Gesundheitskompetenz im Visier

BATK

Ausgangslage

Der Treptow-Köpenicker Gesundheitszieleprozess „Medienkonsum und Gesundheitskompetenz im Visier“ entstand aus einem artikulierten Bedarf pädagogischer Fachkräfte im Bezirk, die zunehmend mit Eltern konfrontiert sind, die gedankenlos Bildschirmmedien für ihre Kinder vorhalten und sich selbst in der digitalen Blase verlieren. Hinzu kommen aufwachsende Auffälligkeiten der Kinder im Vorschulalter, die gut durch die Einschulungsuntersuchungen dokumentiert sind (Sprachentwicklungsstörungen, Körperkoordination, Visuomotorik).

Auch eine Vielzahl an Studien bestätigen die subjektive Wahrnehmung. Beispielhaft sei hier verwiesen auf die AOK – Familienstudie 2018. Beschrieben wird in dieser Studie ein Ansteigen körperlicher Inaktivität, deren Gründe vor allem in Zeitknappheit, Stress und wachsendem Medienkonsum zu sehen sind. Deutlich wird durch die AOK – Familienstudie, dass viele Eltern ihrer Vorbildfunktion nicht ausreichend nachkommen.
Hier wollen wir ansetzen und verhaltens- sowie verhältnispräventive Angebote entwickeln und vorhalten.

Gemeinsam wollen wir Kinder und deren Eltern sowie die hiesige Bildungslandschaft sensibilisieren, aufklären und Handlungsoptionen aufzeigen, wie mit den Herausforderungen des digitalen Wandels sinnvollerweise umgegangen werden kann.
Aktuell etablieren wir eine regionale Infrastruktur, die Projekte, Fortbildungen und Kommunikationsmöglichkeiten bietet, sich dem Thema nicht nur mit einer kritischen Haltung in der Distanz, sondern mit einer kritischen Haltung in der Mitgestaltung zu nähern.

Umsetzung

Gestartet haben wir im April 2018 mit einer Auftaktwerkstatt, zu der wir Professor Riedel (RFH Köln), der gemeinsam mit Herrn Dr. Büsching die BLIKK – Medienstudie erstellte, als Referenten eingeladen haben. Nachfolgend wurde ein Bezirksamtsbeschluss herbeigeführt, der die Implementierung des kommunalen Gesundheitszieles in Treptow-Köpenick als politisch gewollt dokumentiert und ein BERATENDER ARBEITSKREIS unter Vorsitz des Bezirksstadtrates für Gesundheit und Umwelt, Herrn Geschanowski, gegründet. In diesen beratenden Arbeitskreis, der gleichzeitig als Steuerungsgremium fungiert, wurden Akteure des Bezirkes mit multiprofessioneller Perspektive, aber auch Vertreterinnen und Vertreter überbezirklicher Institutionen (u.a. die Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit Berlin, die Fachstelle für Suchtprävention Berlin und die Caritas) berufen. Im Rahmen des Zieleprozesses sollen Projekte und Programme entwickelt und vorgehalten werden, die Kinder, Jugendliche und Familien sowie deren Bezugspersonen – wie z.B. pädagogisches Fachpersonal – im Alltag unterstützen, um kritische Entwicklungen, die aufgrund eines übermäßigen und unreflektierten Medienkonsum beobachtbar sind, entgegen zu wirken. Entwickelt werden Schulungsprogramme für Multiplikatoren, Beratungs- und Informationsangebote sowie aktivierende und alternative Freizeitangebote für Eltern und deren Kinder, die einen Gegenpol zu digitalen Angeboten bilden.

Meilensteine

Der BERATENDE ARBEITSKREIS des Bezirksstadtrates für Gesundheit und Umwelt, Herrn Geschanowski hat bereits zwei Gesundheitsziele für den Bezirk Treptow-Köpenick verabschiedet und nachfolgend konkrete Maßnahmen und Angebote vereinbart.

1. Gesundheitsziel
Am Ende der Legislatur sehen sich Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien im Bezirk Treptow-Köpenick gestärkt und befähigt, alle Beteiligten am Bildungsprozess für einen gesunden Umgang mit Medien zu sensibilisieren und aufzuklären sowie bei Bedarf Handlungsoptionen aufzuzeigen.

2. Gesundheitsziel
Zum Ende der Legislatur stehen Eltern, pädagogischen Fachkräften, Interessierten und Betroffenen Handlungsoptionen und Angebote zur Verfügung, die auf die Vermeidung von oder Hilfe bei riskantem Medienkonsum zielen.
Handreichungen werden erstellt.

Erste Angebote, die seit 2019 in Kooperation mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick angeboten werden, finden Sie nachfolgend beschrieben. Geplant sind darüber hinaus u.a. ein Peer-Projekt an Schulen sowie ein Projekt für Kinder und Jugendliche zur spielerischen „Analogisierung“ und gleichsam sinnlichen Erschließung von Computerspielen durch die Medienetage WETEK. Auch das Thema seelische Gesundheit (Stichwort: „Cybermobbing“) beschäftigt uns zunehmend und wird in die künftige Planung mit einfließen. Wichtig ist uns, dass der begonnene Prozess nicht nur pilothaft und regional begrenzt seine Wirkung entfaltet, sondern – bedarfsbezogen – jedes Kind, jede/r Jugendliche, alle Elternteile und pädagogischen Fachkräfte Zugang zu den Angeboten erhalten sollen, wenn sie diese anfragen.

Angebote zum Umgang mit Medien in Treptow-Köpenick

Link zu: Angebote zum Umgang mit Medien in Treptow-Köpenick
Bild: Cabuwazi

Um den Bedarfen gerecht zu werden, die durch die Auseinandersetzung mit der digitalen Welt für Kinder, Jugendliche, ihre Eltern und pädagogischen Fachkräfte entstehen, hat der Bezirk Treptow-Köpenick in Zusammenarbeit mit vielen Partnern Angebote entwickelt, die dem Bezirk zur Verfügung stehen. Weitere Informationen