Auszug - Schutz vor Lärm- und Feinstaubbelastung  

 
 
18. (öffentliche) Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung
TOP: Ö 12.7 Beschluss:364/18/08
Gremium: BVV Treptow-Köpenick Beschlussart: ohne Änderungen in der BVV beschlossen
Datum: Do, 24.04.2008 Status: öffentlich
Zeit: 16:30 - 22:00 Anlass: ordentliche
Raum: Rathaus Treptow, BVV-Saal, Raum 218/217
Ort: Neue Krugallee 4, 12435 Berlin
VI/0533 Schutz vor Lärm- und Feinstaubbelastung
   
 
Status:öffentlichVorgang/Beschluss:364/18/08
 Ursprungaktuell
Initiator:CDUBA, UmGrünImm
Verfasser:Wolfgang KnackSchneider, Michael
Drucksache-Art:AntragSchlussbericht in MdV

Die Beschlussempfehlung des A

Die Beschlussempfehlung des A. f. UmGrIm wird über die Konsensliste angenommen. Damit ist der Antrag der CDU-Fraktion i. g. F. beschlossen.

Es wird folgender Beschluss gefasst:

Es wird folgender Beschluss gefasst:

 

Das Bezirksamt wird ersucht, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass durch eine mobile Messstation in der Waltersdorfer Straße in Bohnsdorf festgestellt wird, ob die Grenzwerte nach EU-Richtlinien für Lärm und Feinstaub überschritten werden.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

 

dafür:                einstimmig.


  Beschluss: 24.04.2008 BVV Treptow-Köpenick ohne Änderungen in der BVV beschlossen
Mit Terminverzug am 02.07.2008 realisiert Verantwortlich:
BA, UmGrünImm  
Sachbearbeiter/-in: (alle)  
Termin: 23.05.2008  
Vermerk:

Realisierung:

Realisierung:

02.07.08 SB VI-21 lfd. Nr. 1445

 

Zu dem o.g. Beschluss ergeht unter Einbeziehung der abgeforderten Stellungnahme des zuständigen Referats III D (Grundsatz- und Planungsangelegenheiten des Immissionsschutzes) der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz folgender Schlussbericht:

 

1.         Luftschadstoffe

Als Ausgangsbasis für die Maßnahmeplanung zum Luftreinhalte- und Aktionsplan hat die zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Referat III D, für die Beurteilung der Schadstoffbelastung an den Straßen, wo keine Messgeräte stehen, Berechnungen für das Jahr 2002 mit dem Canyon-Plume-Box-Modell (CPB-Modell) durchgeführt, welches das Umweltbundesamt für die Schadstoffberechnung in Straßenschluchten empfohlen hat.

Mit dem CPB-Modell können aus den für alle Hauptverkehrsstraßen vorliegenden Verkehrszählungen und der bekannten Straßengeometrie die Luftschadstoffbelastungen ermittelt werden. Der für das Jahr 2002 durchgeführte Vergleich zwischen diesen Modellrechnungen und den Messungen des Berliner Luftgüte Messnetzes (BLUME) ergaben in den Straßenschluchten und den städtischen Hintergrundstationen eine gute Übereinstimmung, so dass die Senatsverwaltung die Modellrechnung auch zur Beurteilung der Luftbelastung in den Hauptverkehrsstraßen einsetzt, wo keine Messungen vorliegen.

 

Für die Waltersdorfer Straße ergaben diese Rechnungen für das Jahr 2002, dass der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid deutlich unter dem ab 2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 mg/m³ liegt. Das gleiche gilt auch für den ab 2005 einzuhaltenden Grenzwert für den Jahresmittelwert für PM 10-Feinstaub von 40 mg/m³. Auch der ab 2005 einzuhaltende und an vielen Berliner Hauptverkehrsstraßen überschrittenen PM 10 Kurzzeit-Grenzwert (mehr als 35 Überschreitungen des Tagesgrenzwertes von 50 mg/m³) wird in der Waltersdorfer Straße deutlich unterschritten.

 

Die Prognose-Rechnungen für das Jahr 2010 ergeben in dieser Straße bei diesen Luftschadstoffen sogar noch geringere Konzentrationen als für das Jahr 2002.

 

Die im Jahre 2005 flächendeckend für Berlin durchgeführten amtlichen Straßenverkehrszählungen ergaben in der Waltersdorfer Straße mit 8400 Kfz pro Tag bei 6,5 % Lkw-Anteil geringere Werte als im Jahre 2002, wo 9400 Kfz pro Tag bei 2,4 % Lkw-Anteil ermittelt wurden.

 

Die Einrichtung einer mobilen Messstelle für die Luftschadstoffbelastung in der Waltersdorfer Straße ist aus Sicht der zuständigen Senatsverwaltung nicht sinnvoll, da die Grenzwerte nach den Modellrechnungen deutlich unterschritten werden.

 

 

 

 

 

 

 

2.         Lärm

Durch die EU-Umgebungslärmrichtlinie und das Bundes-Immissionsschutzgesetz sind für die Notwendigkeit von Lärmminderungsmaßnahmen im Rahmen der Lärmaktionsplanung keine verbindlichen Grenzwerte vorgegeben.

Die Lärmaktionsplanung in Berlin zieht zwei Stufen von Schwellenwerten heran:

In der ersten Stufe sollen bei einer Überschreitung von 70 dB(A) tags bzw. 60 dB(A) nachts möglichst kurzfristig Maßnahmen zur Verringerung der Gesundheitsgefährdung ergriffen werden.

Im Rahmen der Vorsorge gelten 65 dB(A) tags und 55 dB(A) nachts als Zielwert der zweiten Stufe der Lärmaktionsplanung (Planung von Maßnahmen in den nächsten 5 bis 10 Jahren). Diese Werte wurden von der Lärmwirkungsforschung als gesundheitsrelevante Schwellenwerte ermittelt.

Verkehrslärm wird generell nach bundesweit geltenden technischen Regelwerken berechnet, da Gerichte Messwerte, die immer nur einen Momentanzustand beschreiben können, nicht anerkennen. Berechnungen werden dagegen auf der Basis von Daten durchgeführt, die das Bestimmen eines repräsentativen Jahresmittelwerts gestatten.

Das Einrichten einer Dauermessstelle für Straßenverkehrslärm ist daher weder zweckmäßig noch möglich.

Im Ergebnis der Lärmkartierung entsprechend der EU-Umgebungslärmrichtlinie liegen für die Waltersdorfer Straße folgende Daten vor:

·        Flächenhafte Lärmberechnung im 10 m x 10 m – Raster für den Bezugszeitraum von 24 h (LDEN) bzw. 8 h (22.00 bis 6.00 Uhr, LN) (Anlagen 1 bis 4),

·        Fassadenpegel LDEN und LN (Anlagen 5 bis 6).

Alle Berechnungen basieren auf der DTV (Durchschnittliche Tägliche Verkehrsstärke) 2005 und wurden in einer Höhe von 4 m ü. G. (über Gelände) durchgeführt.

 

An den der Waltersdorfer Straße nächstgelegenen Wohngebäuden weist der LDEN demnach überwiegend Werte zwischen 65 und 70 dB(A), der LN überwiegend Werte zwischen 55 und 60 dB(A) auf.
Fassendenpegel für einzelne Wohngebäude sind im Umweltatlas der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abrufbar:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/i705.htm.

 

 

Gabriele Schöttler                                                                    

Bezirksbürgermeisterin                                                 

 

 
 

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