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Bezirksbürgermeister Igel enthüllt Informationstafeln auf dem Friedhof Friedrichshagen

Pressemitteilung vom 26.11.2018

Bezirksbürgermeister Oliver Igel enthüllt am kommenden Dienstag, dem 27. November 2018 um 13 Uhr auf dem Christopherus-Friedhof in Friedrichshagen Informationstafeln zu den Gräbern von Karl Pokern, Opfer der Köpenicker Blutwoche, und dem langjährigen Leiter des Heimatmuseums Köpenick, Claus-Dieter Sprink. Beide haben am 27. November ihren Geburtstag. Diese Tafeln wurden durch die Kiezkasse für Friedrichshagen anteilig finanziert und durch den Heimatverein Köpenick e.V. gestaltet und hergestellt.
Mit den Informationstafeln sollen Besucherinnen und Besucher des Friedhofs wichtige biografische Informationen zu dort bestatteten Personen erhalten. Eine Fortsetzung ist im nächsten Jahr geplant.

Nachfolgend die Kurzbiografien der geehrten Persönlichkeiten:

Karl Pokern (1895-1933)

Der 1895 in Ostpreußen geborene Karl Pokern arbeitete als Fleischer und war Mitglied im Arbeitersportverein Fichte. Zudem gehörte er parteilos dem Roten Frontkämpferbund an. Pokern ist eines der Opfer des SA-Terrors in der Köpenicker Blutwoche. Er wurde am 21. Juni 1933 aus seiner Wohnung verschleppt und in einem Heim der Sturmabteilung (SA) am Müggelseedamm in Friedrichshagen und im Sturmlokal “Demuth” in Köpenick misshandelt. Anschließend wurde er im Stabsquartier der Köpenicker SA im Amtsgericht an der heutigen Puchanstraße erschossen. Anfang Juli 1933 fand man die in Säcken eingenähten verstümmelten Leichen von Karl Pokern, Johannes Stelling und Paul von Essen, zwei weiteren Opfern der Köpenicker Blutwoche, in der Dahme. Die Beerdigung erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit etwa dreihundert anwesenden Personen.
Einer der Täter wurde in der DDR zum Tode verurteilt und 1951 hingerichtet. Seit 1958 erinnert der Name einer Straße in Friedrichshagen an Karl Pokern.

Claus-Dieter Sprink (1954-2006)

Der 1954 in Dresden geborene Claus-Dieter Sprink absolvierte eine Lehre als Elektronikfacharbeiter und begann danach ein Ingenieurstudium. Hierbei geriet er ins Visier der DDR-Staatssicherheit und wurde 1980 aus politischen Gründen zu einer mehr als zweijährigen Haftstrafe verurteilt, die er in der Haftanstalt Cottbus verbüßte.
Nach seiner Entlassung zog Sprink nach Berlin und begann im Kabelwerk Oberspree zu arbeiten. Ehrenamtlich engagierte er sich in der Interessengemeinschaft Denkmalpflege des Kulturbundes, deren Leiter er 1989 wurde. In dieser Eigenschaft wirkte Claus-Dieter Sprink auch am örtlichen Runden Tisch mit und übernahm zudem bis 1997 den Vorsitz des Bürgervereins Friedrichshagen. Im September 1991 erfolgte seine Berufung zum Leiter des Heimatmuseums Köpenick. Diese Funktion übte er trotz schwerer Krankheit bis zu
seinem Tod im Jahr 2006 aus. Unter seiner Leitung entstanden die Dauerausstellungen im Heimatmuseum, im Rathaus zur Geschichte des Hauptmanns von Köpenick und in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche sowie zahlreiche Sonderausstellungen.