Eröffnung der Ausstellung »zurückGESCHAUT«

Pressemitteilung vom 09.10.2017

Am 13. Oktober 2017 um 19:00 Uhr wird im Museum Treptow, Sterndamm 102 in 12487 Berlin-Johannisthal die Ausstellung »zurückGESCHAUT« eröffnet.

Die Ausstellung »zurückGESCHAUT« ist das Ergebnis einer vom bezirklichen Museum Treptow initiierten und auf Langfristigkeit angelegten Kooperation mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und Berlin Postkolonial e.V. Die Ausstellung beleuchtet ein Ereignis, dessen Bedeutung weit über die Bezirksgeschichte von Treptow-Köpenick hinaus und bis in die Gegenwart reicht.

Am Beispiel der Ersten Deutschen Kolonialausstellung 1896 ist erstmalig eine Dauerausstellung zur Geschichte von Kolonialismus, Rassismus und Schwarzem Widerstand erarbeitet worden. Die Beteiligung Schwarzer Menschen war dabei maßgeblich für die Entwicklung des Ausstellungskonzepts, die Auswahl der Bilder und das Verfassen der Texte. Das rassistische Vokabular der Kolonialzeit wurde grundsätzlich vermieden oder apostrophiert. Das als »work in progress« angelegte Projekt lädt zu eigenen Recherchen und Ergänzungen ein.

Die Erste Deutsche Kolonialausstellung fand als Teil der Berliner Gewerbeausstellung von 1896 im Treptower Park statt. Sie wurde von der deutschen Kolonialwirtschaft initiiert, die mit über zweihundert Unternehmen vertreten war. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes wurde sie zu einer aufwendigen Inszenierung des deutschen Kolonialstaates im Rahmen seines imperialen Machtstrebens.

Die Erste Deutsche Kolonialausstellung ist auch von besonderer Bedeutung für die Geschichte der Schwarzen Community Berlins. Buchstäblich im Fokus dieses Ereignisses von 1896 und auch der Ausstellung »zurückGESCHAUT« standen und stehen die 106 in den deutschen Kolonien »angeworbenen« Kinder, Frauen und Männer. Einen Sommer lang mussten sie sich vom Publikum in Berlin anschauen lassen. Doch sie schauten auch aufmerksam zurück. Sie wehrten sich gemeinsam gegen die ihnen zugewiesene Rolle in der Kolonialausstellung und die Ungerechtigkeiten des kolonialen Staates.

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