Verleihung der Bürgermedaille des Bezirkes Treptow-Köpenick am 19. Mai 2017

Pressemitteilung vom 19.05.2017

Mit der Bürgermedaille ehrt der Bezirk Menschen, die sich in herausragender Weise für die Stärkung einer auf Menschlichkeit fußenden Bürgergesellschaft einsetzen, Menschen, die durch ihr bürgerschaftliches Engagement auf unterschiedlichen Gebieten für den Erhalt unserer demokratischen, sozialen und liberalen Grundwerte wirken, die sozialen Ausgleich, Solidarität mit den Schwächeren, Freiheit des Einzelnen oder den Erhalt der Schöpfung anstreben. Die Bürgermedaille 2017 wurde am 19. Mai vom Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Peter Groos und vom Bezirksbürgermeister Oliver Igel übergeben.
Eine Jury hatte zuvor aus 23 Vorschlägen die diesjährigen Empfängerinnen und Empfänger der Bürgermedaille ausgewählt.

Mit der Verleihung werden herausragenden Leistungen und das bürgerschaftliche Engagement von Persönlichkeiten des Bezirkes in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen gewürdigt.

Es wurden ausgezeichnet:

  • Frau Edith Pape
  • Frau Mechthild Schultze
  • Herr Dr. Hans Erxleben

Edith Pape ist in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde wohl bekannt und das schon seit 2005. Damals wurde die Hilfsaktion „LAIB und SEELE“ von der Berliner Tafel und dem RBB ins Leben gerufen. Lebensmittel, die in Supermärkten, Bäckereien und Läden keine Käufer mehr finden, werden an Bedürftige über Ausgabestellen u.a. in Kirchgemeinden verteilt. Edith Pape übernahm federführend die Initiative dafür in der Hofkirche. Die agile Managerin mit Herz kümmert sich ums Organisieren und Planen der Lebensmittelausgabe und koordiniert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis heute versorgte Frau Pape gemeinsam mit anderen Engagierten schon 165.000 bedürftige Menschen aus Köpenick mit Lebensmitteln.
Doch es gibt noch weitere Projekte, in die Edith Pape ihr Herzblut gibt. Menschen sind ihr sehr wichtig. Das wird durch ihren unermüdlichen Einsatz beim Kirchenschmaus deutlich. Zwei- bis dreimal im Jahr werden hier die Gäste von „Laib und Seele“ bei einem festlichen Abendessen mit einem anspruchsvollen Programm zwei Stunden unterhalten. In vorderster Reihe engagiert sie sich auch bei der Aktion „Eins mehr“ und Weihnachten im Schuhkarton“.
Dank und größte Wertschätzung für die Kraft und Energie, die sie für das Gemeinwohl aufbringt. Daher verleihen wir ihr die Bürgermedaille des Bezirkes Treptow-Köpenick.

Mechthild Schultze war von 1993 bis 2006 Vorsitzende des Ortsvereins Grünau e.V. und engagiert sich hier gemeinsam mit dem Vorstand dafür, dass Veranstaltungen für Jung und Alt, Klein und Groß im Bürgerhaus Grünau stattfinden. Sie holt eine große Bandbreite an Künstlern, Musikern und Autoren in das Bürgerhaus Grünau, die vom Publikum begeistert aufgenommen werden. Die seither ca. 15 000 Besucher jährlich beweisen anschaulich, dass es gelungen ist, die schöne Jugendstilvilla als soziokulturelles Zentrum mit neuem Leben zu erfüllen. Besonders am Herzen liegen der studierten Architektin Fragen der Ortsgestaltung in Grünau und die Entwicklung des Ortsteils. Sie dokumentiert die Geschichte Grünaus fotografisch und gestaltet alljährlich einen Jahreskalender, der vom Ortsverein herausgegeben und verkauft wird. Als aktives Vorstandsmitglied schultert sie mit anderen Engagierten den Betrieb des Bürgerhauses, der 2004 vom Kulturamt in die Hände des Ortsvereins gelegt wurde.
Den lange leerstehenden historischen Baudenkmälern Riviera und Gesellschaftshaus gilt ihr spezielles Interesse. Sie bringt sich in die Bemühungen des Bezirksamtes um eine bürgerfreundliche Lösung ein. Zum Wohl unseres Bezirkes werden Dank einer einvernehmlichen Lösung Teile der denkmalgeschützten Gebäude und die Uferwege nach der Instandsetzung für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Für ihren Einsatz und ihr Wirken in Grünau für unseren Bezirk können wir ihr nicht genügend danken. Sie hat die Bürgermedaille mehr als verdient. Herzlichen Glückwunsch!

Dr. Hans Erxleben ist studierter Journalist und PR-Berater und weiß, wie man öffentliche Wirksamkeit erzielt. Dieses Wissen nutzt er, um Populismus die Stirn zu bieten. Er engagiert sich seit vielen Jahren für ein demokratisches und offenes Gemeinwesen und den Kampf gegen Rechtsextremismus. Als treibende Kraft im bezirklichen Bündnis für Demokratie und Toleranz setzt er sich gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Tendenzen in unserem Bezirk Treptow-Köpenick ein. Er war über Jahre Sprecher des Bündnisses und Vorsitzender des ersten Integrationsausschusses in der Bezirksverordnetenversammlung, der er von 2006 bis 2016 angehörte. Darüber hinaus wirkt er seit der Gründung aktiv im Adlershofer Festkomitee mit und engagiert sich im Bürgerverein Adlershof, dessen Vorsitzender er lange Zeit war. In seiner Funktion als Bündnissprecher hat er sich für das alljährlich stattfindende Fest für Demokratie in Schöneweide und für eine aktive Willkommenskultur gegenüber Geflüchteten eingesetzt. Er initiierte zahlreicher Demonstrationen, Kundgebungen und Gesprächsreihen für eine offene tolerante Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus. Damit hat er dazu beigetragen, dass sich die Situation in Schöneweide erkennbar verbessert hat: Durch sein unermüdliches Wirken sind heute weniger Rechtsextreme dort präsent, zwei Treffpunkte der rechten Szene mussten auch dank seiner Initiative schließen. Obwohl er beschimpft und bedroht wurde, ja sogar Anschläge auf sein Auto verübt wurden, hat er nicht aufgegeben und Rückgrat bewiesen. „Jetzt erst recht!“ war und ist seine Prämisse. Er setzt sich unermüdlich für eine demokratische und offene Gesellschaft ein. Dafür gebührt ihm die Bürgermedaille Treptow-Köpenicks.