Senatsverwaltung übernimmt Bebauungsplanverfahren 9-50 „Funkwerk Köpenick" in Berlin-Köpenick, OT Wendenschloß

Pressemitteilung vom 17.02.2016

Das Land Berlin wird das Bebauungsplanverfahren für den Standort des ehemaligen Funkwerks in der Wendenschloßstraße 142-174 vom Bezirk Treptow-Köpenick übernehmen.

Zur Wahrung dringender Gesamtinteressen Berlins macht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von ihrem Eingriffsrecht nach § 7 Abs. 1 Satz 4 AGBauGB in Verbindung mit § 13a Abs. 1 AZG Gebrauch und zieht das Verfahren zur Aufstellung und Festsetzung des Bebauungsplanverfahrens im Einvernehmen mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick an sich.

Der Bezirksstadtrat für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt, Rainer Hölmer: „Ich mache seit Jahren persönlich in politischen und fachlichen Gremien darauf aufmerksam, dass die personelle Ausstattung der mit der Schaffung von Baurecht und Erteilung von Baugenehmigungen befassten Fachbereiche des Bezirkes im Ergebnis der seit Jahren anhaltenden Sparpolitik unzureichend ist und ein tatsächliches Investitionshemmnis darstellt. Die personellen Ressourcen des Stadtentwicklungsamtes Treptow-Köpenick reichen gegenwärtig nicht mehr aus, um die vielen bestehenden Wohnungsbaupotentiale im Bezirk optimal und zügig zu realisieren. Das hat zur Folge, dass ich die vorhandenen Kräfte noch stärker fokussieren muss und sie insbesondere zugunsten der Wohnungsbauvorhaben der städtischen Wohnungsbaugesellschaften sowie der Wohnungsbaugenossenschaften einsetzen werde. Deshalb stimme ich der Übernahme des Bebauungsplanverfahrens durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zu. Sollte mit der Übernahme eine Beschleunigung des Verfahrens erreicht werden können, läge das auch im Interesse der städtebaulichen Entwicklung unseres Bezirks.“

Für das Gelände des Funkwerkes hatte das Bezirksamt am 08.06.2010 mit dem BA-Beschluss 458/10 die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Anlass der Planaufstellung war die städtebauliche Neuordnung und Entwicklung des gegenwärtig zu überwiegenden Teilen brachliegenden Geländes und der teilweise geringen Auslastung der vorhandenen baulichen Substanz des ehemaligen Funkwerkes Köpenick sowie des nördlich anschließenden Grundstücks der TKV Telekommunikations GmbH.

Das Plangebiet hat eine Größe von ca. 8 ha. Es handelt sich um einen traditionellen Gewerbestandort, der durch das ehemalige Funkwerk Köpenick betrieben wurde. Durch den Strukturwandel wird das Areal seit 1991 zunehmend weniger genutzt und fiel zum Teil brach. Auf einer dieser Brachflächen an der Wendenschloßstraße wurde zwischenzeitlich ein eingeschossiger Verbrauchermarkt mit einer entsprechenden Stellplatzanlage errichtet.
Ziel des Bebauungsplans ist die Entwicklung des westlichen Bereiches zu einem qualitativen Wohnstandort an der Dahme, der durch gewerbliche und dienstleistungsorientierte Nutzungen entlang der Wendenschloßstraße ergänzt wird. Prägende Gebäude sollen erhalten und dort wo Leerstände zu verzeichnen sind, wieder in Nutzung gebracht werden. Entlang der Dahme soll ein Uferweg die Wasserlage wieder für die Öffentlichkeit erlebbar machen.

Im nördlichen Areal ist perspektivisch mit dem Rückbau einzelner Gebäude(-teile) aufgrund des Nutzungswandels und gegebener Substanzschwächen zu rechnen.

Ansprechpartner:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, Referat IV D, Fr. Böttcher, Tel. 030/90139-4207 sowie

BA Treptow-Köpenick, Abt. Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt, Stadtentwicklungsamt,
FB Stadtplanung, Verbindliche Bauleitplanung, Fr. Niemann Tel. 030/90297-2781