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Joseph-Schmidt-Musikschule trauert um Klaus Kühling

Pressemitteilung vom 11.10.2013

Die Joseph-Schmidt-Musikschule trauert um ihren langjährigen Musikschullehrer und Chorleiter Klaus Kühling, der am 23. September 2013 im Alter von 80 Jahren verstorben ist.

Kühling, der nach dem Krieg mit seiner Familie aus Oberschlesien nach Burg bei Magdeburg zu den Großeltern zog, erfuhr dort seine musikalische Sozialisation. Das Klavierspiel brachte er sich auf dem Klavier seiner Tante selbst bei, das Singen vom Blatt lernte der Autodidakt durch das Schulliederbuch seiner Oma. Bereits als 18-Jähriger unterrichtete Klaus Kühling aufgrund des gravierenden Lehrermangels nach dem Krieg an der Grundschule in Burg die Kinder in Musik. Anschließend begann er an der Berliner Humboldt-Universität ein Studium der Musikerziehung. Hier spielte Kühling als Trompeter und Hornist im Studentenensemble mit und bearbeitete das Notenmaterial für das Orchester.

Nach dem erfolgreichen Studienabschluss führte Klaus Kühlings Weg direkt zur Musikschule Köpenick, die sich damals noch in ihrer Aufbauphase befand. Anfangs unterrichtete er vor allem das Fach Musiklehre, baute aber auch eigene Instrumentalgruppen auf. Dazu gehörten eine gemischte Volksinstrumentengruppe und ein Kinderstreichorchester. Mit der Bearbeitung von Schülerangelegenheiten fielen nun auch Verwaltungsaufgaben in Kühlings Verantwortungsbereich.

Der engagierte und leidenschaftliche Musiklehrer gab zudem Musikunterricht in Köpenicker Schulen. Dort machte er neue Talente für die Musikschule Köpenick ausfindig, von denen viele Mitglieder in den von Klaus Kühling geleiteten Chören wurden. Neben seiner Berufstätigkeit absolvierte Kühling ein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Seine Fähigkeiten im Dirigierten verfeinerte er durch ein Abendstudium, das er als Chorleiter erfolgreich abschloss. Das Examenskonzert bestritt Klaus Kühling mit den Chorsolisten der Musikschule und dem Studentenorchester der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in der Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach in Frankfurt (Oder).

1976, zum 25jährigen Bestehen der Musikschule Köpenick, leitete er die Aufführung von Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ – ein unvergessener Höhepunkt im Köpenicker Musikschulleben. Neben dem so herausragenden Ensemble der Köpenicker Chorsolisten baute Klaus Kühling auch einen erfolgreichen Kinderchor auf.
1984 zog er mit seiner fünfköpfigen Familie in eine größere Wohnung nach Berlin-Hellersdorf und verlagerte in den Folgejahren seine musikalischen Aktivitäten dorthin. So entstand 1988 der Hellersdorfer Kinder- und Jugendchor, der im Frühjahr 2013 mit seinem langjährigen Leiter Klaus Kühling sein 25jähriges Bestehen feiern konnte. Zwischen 1993 und 2005 war Kühling erneut stundenweise als Chorleiter an der Musikschule Köpenick aktiv.

„Klaus Kühling hat in 44 Jahren, in denen er in unterschiedlichsten Funktionen für die Musikschule Köpenick und die Joseph-Schmidt-Musikschule aktiv war, eine herausragende Arbeit geleistet und viel zum Ansehen unserer Musikschule beigetragen. Seine Aufführungen waren stets von höchster Professionalität und großem musikalischen Können geprägt. Wir werden Klaus Kühling eine dankbare Erinnerung bewahren“, so die langjährige Musikschulleiterin Annette Indetzki, heute Leiterin des Amtes für Weiterbildung und Kultur.

Die Trauerfeier fand am 08. Oktober 2013 in der Krankenhauskirche im Wuhlgarten mit anschließender Urnenbeisetung auf dem Friedhof Berlin-Biesdorf statt.

Stefan Förster/ Annette Indetzki