Berlin informiert zum Coronavirus

Weitere Informationen unter: berlin.de/corona

Inhaltsspalte

Öffentliche Belobigung ausgesprochen

Pressemitteilung vom 21.06.2013

Am 20. Juni 2013 hat das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
Herrn Steffen Cochius und Herrn Stefan Grabowski
vor der Bezirksverordnetenversammlung eine öffentliche Belobigung ausgesprochen.

Durch beispielhaftes und beherztes Handeln hat Herr Cochius einem 6-jährigen Jungen und Herr Grabowski seinem Vater das Leben gerettet.

Am 04. Februar 2013, gegen 18:00 Uhr, hielt sich Frau K. mit ihrem sechsjährigen Sohn, Leon K., an der Uferpromenade der Spree-Oder-Wasserstraße, Höhe Hainstraße 19, in 12439 Berlin Schöneweide auf. Dort saß Frau K. mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten auf einer Bank. Gegen 18:15 Uhr bemerkte sie, dass ihr Sohn verschwunden war. Durch ihr lautes Rufen wurde der spätere Retter, Herr Steffen Cochius aufmerksam und lief zur Frau K.. Gemeinsam suchten sie den Uferbereich ab. Auf Höhe der Hainstraße 21, ca. drei Meter vom Ufer entfernt, entdeckte Herr Cochius den leblosen Körper des Jungen, welcher bäuchlings auf dem Wasser trieb. Ohne Zögern sprang er in das Wasser und zog den bewusstlosen Jungen an das Ufer. Dort half ihm seine herbeigerufene Tochter Maja aus dem Wasser. Ohne sie, so betont Herr Cochius, hätte er den Jungen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht so einfach aus dem Wasser ziehen können. Sie hat sich im Anschluss auch um die unter Schock stehende Mutter des kleinen Jungen gekümmert und verblieb bei Ihr, während er selbst Hilfe holte. Gemeinsam riefen Herr Cochius und seine Tochter über ihre Mobiltelefone die Feuerwehr.

Um der Feuerwehr eine Ortsangabe machen zu können, lief Herr Cochius zur nächsten Straße, befragte mehrere Passanten die ihm den Namen der Straße nannten. Weitere Passanten kamen vom Einkaufen und sahen Herrn Cochius aufgeregt telefonieren. Sie fragten, was denn passiert ist und eilten sofort zur Hilfe. Am Ufer angekommen, begannen sie umgehend mit der Reanimation. Leon K. konnte noch am Ort erfolgreich reanimiert werden und wurde gemeinsam mit seiner Mutter durch die Berliner Feuerwehr in das Krankenhaus Neukölln verbracht, wo er stationär verblieb.

Bewertung aus dem Polizeibericht:
Durch das rechtzeitige Auffinden und das sofortige Bergen des sechsjährigen Jungen gelang dem Retter, Herrn Cochius, eine erfolgreiche Rettungshandlung. Durch die gemeinsame Suche mit der Mutter konnte der Junge erst gefunden werden. Im Anschluss daran erfolgte ohne zu zögern, mit einem Sprung in das 1°C kalte Wasser, eine erfolgreiche Bergung des Jungen. Die Rettungshandlung fand einerseits zu keinem Zeitpunkt unter schwierigen, das Leben des Herrn Cochius gefährdenden Bedingungen statt. Andererseits und vor allem jedoch war dieses Handeln in dieser Situation nicht von Jedermann zu erwarten. Herr Cochius hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Leben des Jungen gerettet.

Am 26. Oktober 2012 befanden sich Herr Klaus Grabowski und sein Sohn Stefan Grabowski auf der Rücktour einer Trainingsfahrt rund um die Müggelberge, als sie gegen 17:15 Uhr eine Boje rammten. Als sie das Boot wieder aufgerichtet hatten und weiterrudern wollten, merkte der Sohn kurz darauf, dass sein Vater zur Seite ins Wasser kippte. Er sprang ins Wasser und hielt den Kopf des Vaters an der Wasseroberfläche. Er bemerkte, dass das Boot zu sinken begann und rief um Hilfe.

Nach mehreren Minuten im 11°C kalten Wasser ließen seine Kräfte nach und der Vater rutschte ihm aus der Hand. Der Vater sackte ab und verschwand unter der Wasseroberfläche. Sofort tauchte er ihm nach und konnte ihn mit letzter Kraft ergreifen. Nach einigen Minuten konnte er durch Hilferufe auf sich aufmerksam machen.

Andere Retter fuhren mit ihrem Schlauchboot durch den Gosener Kanal Richtung Seddinsee. Als sie näher kamen, sahen sie eine leblose Person im Wasser, die von einer anderen an der Wasseroberfläche gehalten wurde. Beide Personen wurden von ihnen geborgen und zum 4 km entfernten Eisenbahn-Sportverein Schmöckwitz e. V. gefahren. Für den Vater war das Rettung sozusagen in allerletzter Sekunde. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wären die Havaristen Herr Klaus Grabowski und Herr Stefan Grabowski ohne die Hilfeleistung im kalten Wasser ertrunken. Nur durch das schnelle Eingreifen konnten der bereits handlungsunfähige Herr Stefan Grabowski und der bei der Bergung bewusstlose Herr Klaus Grabowski unter großen körperlichen Anstrengungen in das Schlauchboot gezogen, an Land gebracht und dort den gerufenen Rettungskräften zur Durchführung weitergehender Hilfsmaßnahmen übergeben werden.

Herr Klaus Grabowski wurde gegen 18:33 Uhr mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Köpenick gebracht. Herr Stefan Grabowski wurde am Ort ärztlich versorgt.

Es wird eingeschätzt, dass die Hilfeleistung des Herrn Stefan Grabowski gegenüber seinem Vater unter besonders schwierigen Umständen erfolgte, die auch unter Berücksichtigung der eigenen Lebensgefahr besondere Anerkennung verdient.

Herr Cochius und Herr Grabowski haben also unter besonders schwierigen, teilweise mit erheblicher eigener Lebensgefahr verbundenen Umständen, deutlich mehr des normalen und von jedermann zu erwartenden Maßes an Tatkraft und Mut bewiesen, um einem Menschen das Leben zu retten.

Dafür hat das Bezirksamt gemeinsam mit den Bezirksverordneten Respekt und Anerkennung ausgesprochen.