Berlin informiert zum Coronavirus

Weitere Informationen unter: berlin.de/corona

Inhaltsspalte

Gedenken an Stefan Heym

Pressemitteilung vom 10.04.2013

Am heutigen 10. April wäre Stefan Heym, bedeutender deutscher Schriftsteller und Alterspräsident bei der Konstituierung des 13. Deutschen Bundestags am 10. November 1994, 100 Jahre alt geworden. Seiner gedacht wird am morgigen Donnerstag um 18 Uhr in seinem Heimat-Ortsteil Grünau an von Rüdiger Roehl geschaffenen Stele im Park an der Regattastraße und ab 19 Uhr im Bürgerhaus Grünau. Hier wird am 18. April ab 19 Uhr eine Filmnacht stattfinden, mit „Collin“, „Lenz oder die Freiheit“ und „Die Frau des Architekten“.

Als Bürgermeister von Treptow-Köpenick und als Literaturfreund freut sich Oliver Igel außerordentlich über diese Ehrungen für Stefan Heym in seinem Heimatort. In dem Schreiben an die Witwe des Autors, Inge Heym, der an der Stele auch vollständig verlesen wird, führt er unter anderem aus:
„Das, was mir zuförderst ein persönliches Bedürfnis ist, möchte ich als Bekenntnis zur Demokratie formulieren. Was mich bewegt und viele junge oder ältere Menschen unterschiedlichster Couleur ist wirklich das, was man den Glauben an die Utopie nennt. Dass das mit Kampf zu tun hat, mit Mut, Zivilcourage und mit eigenem Denken, Widerstand und Klarheit ist heute vielleicht leichter zu machen, als zu anderen Zeiten – denke ich. Und doch hat jede Zeit ihre Hürden. Menschen vom Schlage eines Heinrich Heine, dem Ihr Mann und auch Sie, sehr verehrte Inge Heym, sich ein Leben lang verpflichtet fühlten – nicht nur als Ehefrau, sondern als Dramaturgin und Autorin – wissen das. Die Ehrungen zu Stefan Heym haben genau deshalb etwas Besonderes. Weil: es geht nicht allein um Ehrung und Erinnerung. Es geht um hochaktuelle, sehr heutige Haltungen. Es geht ums Rückgrat zeigen, ums sich einmischen. So widerständig und kompromisslos, wie das Stefan Heym ein Leben lang getan hat.
Wir haben nicht alle diese Gabe und die Freude an beißender Rhetorik, Charismatik, feiner Sinnlichkeit, Gesellschaftsdiagnostik. Aber die Herausforderungen sind immer gleich und treffen auf Eitelkeiten, Intoleranz und Dummheit. Dem zu widerstehen als Hauptforderung an eigene Denkart könnte über dem Leben von Stefan Heym stehen. Wo immer solche Menschen leben, machen Sie den Ort, die Zeit wertvoller und reicher.
Meinen Dank und den Dank unserer Bürger an Stefan Heym und an Sie.“