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Wichtiger Hinweis zum Thema Entenfütterung!

Pressemitteilung vom 04.12.2012
Entenfuetterung
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Sie füttern gerne Enten?
Damit sind Sie leider nicht alleine! Leider? Ja, leider!
Viele Spaziergänger und Eltern mit Kindern haben Spaß daran, Wasservögel mit Brot zu füttern. Dass sie den Tieren und der Umwelt damit mehr schaden als helfen, ist ihnen dabei nicht bewusst. Oder wussten Sie, dass Sie mit dieser eigentlich gut gemeinten Tat neben einer erheblichen Schädigung des Gewässers auch für den Tod von Wasservögeln und Fischen verantwortlich sein können?
Nicht artgerecht – Das von den Tierfreunden mitgebrachte teils schimmlige Brot ist durch die fehlenden Mineralien und Vitamine kein artgerechtes Futter für Enten und Schwäne, die sich in der Natur von Schnecken, Würmern, Samen, Gras und Uferbepflanzung ernähren. Die in Brot und anderweitigen Speiseresten enthaltenen Zusatzstoffe schaden den Tieren noch mehr als uns Menschen. Das artfremde Futter kann bei einigen Vogelarten sogar zu einem so massiven Nährstoffmangel führen, der während der Brutzeit dünnschalige Eier oder sogar eine tödliche Legenot der Weibchen zur Folge hat.
Verfettung – Leider gewöhnen sich Enten, Schwäne und Blässhühner äußerst schnell an diese unerschöpfliche Nahrungsquelle und werden abhängig vom Menschen. Diese sehr bequeme Art der Futtersuche führt zur Verfettung der Tiere, die sie z.B. für natürliche Feinde sowie herumstreunende Hunde leichter angreifbar macht und so zu einem frühen Tod führt.
Überpopulation – Der Überfluss an Nahrung hat eine Störung der natürlichen Auslese und eine starke Vermehrung der Wasservögel zur Folge. Durch das Füttern werden immer mehr Wasservögel zu den ohnehin schon überbevölkerten Futterplätzen gelockt, wodurch die Uferbereiche geschädigt werden und die vermehrten Ausscheidungen erheblich zu einer Verschlechterung der Wasserqualität beitragen. Eine schlechte Wasserqualität, die einseitige Ernährung und der große Konkurrenzstress bei der Fütterung belasten die Tiere sehr und lässt sie dadurch anfälliger für Krankheiten werden.
Wasserqualität – Neben dem Kot von Wasservögeln verschlechtert auch das nicht gefressene Brot im Wasser dessen Qualität beträchtlich. Es kommt dadurch zu einer sehr starken Vermehrung von Algen, die bekanntermaßen einen sehr unangenehmen Geruch des Gewässers verursachen. Zwar können im Wasser lebende Mikroorganismen das von der Fütterung übrig gebliebene Brot sowie abgestorbene Algen zersetzen, jedoch verbraucht dieser biologische Prozess den im Wasser gelösten Sauerstoff, der in kleineren Gewässern mit keiner oder geringer Wasserbewegung nur sehr begrenzt vorhanden ist. So wird bei der Zersetzung von 1,5 kg Brot der Sauerstoff aus bis zu 100 m³ Wasser verbraucht. Dieser vom Menschen provozierte Sauerstoffmangel im Wasser kann zu einem Fischsterben führen.
Giftproduktion – Gewässerbereiche mit nährstoffreichem Schlamm führen zu einer erhöhten Entwicklung sogenannter Botulismus-Bakterien (Clostridium botulinum), die bei Abwesenheit von Sauerstoff ein starkes, auch für den Menschen tödliches Toxin produzieren, das als hochwirksames Nervengift wirkt. Wird dieses Gift von Enten und anderen Tieren aufgenommen, führt es zu Lähmungen der Bewegungsmuskulatur. Eine erkrankte Ente leidet über mehrere Tage zuerst an Lähmungserscheinungen an den Beinen, dann an den Flügeln und zuletzt am Hals und ertrinkt schließlich qualvoll, da sie am Ende nicht mehr in der Lage ist, ihren Kopf über dem Wasser halten zu können.
Ist Entenfüttern wirklich so toll, wie wir alle dachten?
Das Umwelt- und Naturschutzamt stellt derzeit an verschiedenen Orten zum Thema Schilder auf
Rinkartstr. 13 in 12437 Berlin
Fon: 49 (30) 90297 – 5932