Zum Tode von Ingeborg Hunzinger

Pressemitteilung vom 21.07.2009
Ingeborg Hunzinger (Foto: Herbert Musielski)
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Ingeborg Hunzinger, geboren am 3. Februar 1915, gestorben am 19. Juli 2009
„Die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger hatte eine scheinbar unversiegbare Lust am Schaffen. Ihre letzte Arbeit war eine Skulptur von Rosa Luxemburg. Ingeborg Hunzingers Atelier, Arbeits- und Wohnmittelpunkt in Rahnsdorf war ein legendärer Ort, an dem sich viel Kulturpolitik abgespielt hat. Hier wurde gerade in den 50er und 60er Jahren ein Stück weltoffene gesellschaftliche Debatte geführt. Im Abschied von Ingeborg Hunzinger, die 94 Jahre wurde, dürfen wir dankbar sein, dass wir sie hatten“, erklärte für das Bezirksamt der derzeit amtierende Bezirksbürgermeister Michael Schneider.

Die als Steinbildhauerin ausgebildete Ingeborg Hunzinger studierte 1935 bis 1938 an der Hochschule für freie und angewandte Kunst in Charlottenburg und war 1938 bis 1939 Meisterschülerin bei Ludwig Kaspar im Atelierhaus Klosterstraße. 1939 emigrierte sie nach Italien, kam 1942 zurück und hatte bis 1945 Arbeitsverbot. 1950 bis 1951 wirkte sie an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. 1951 bis 1953 war sie Meisterschülerin bei Fritz Cremer und Gustav Seitz. Seit 1952 wohnte und arbeitete sie freischaffend in Rahnsdorf. Zu ihren bekannten Arbeiten zählen die Skulpturengruppe „Block der Frauen“ in der Rosenstraße und die Bronzefigur „Die Erde“. Im Hof des ehemaligen Köpenicker Zellengefängnisses befindet sich ein Bronzeabguss aus der Skulpturengruppe „Block der Frauen“, Wiedersehen (1995). Ihre Skulptur „Strahlen der Nacht“ (1969) steht auf dem Gelände der Kodak AG und im Müggelpark die Skulptur „Vater mit Kind“ (1958). 1976 wurde ihre Skulptur „Chile“ im Treppenhaus der ehem. Pablo-Neruda-Oberschule, heute Emmy-Noether-Schule, aufgestellt. Auf dem Rasen vor dem S-Bahnhof Plänterwald befindet sich ihre 1961 aufgestellte Skulptur Tanzpaar. Das Sandsteinrelief „Die böse Wolke“ (1999) befindet sich auf dem Kirchplatz Rahnsdorf. Anlässlich ihres 90. Geburtstages machte Ingeborg Hunzinger dem Bezirk ein Geschenk: die Betonplastik „Die Aufstrebende“. Sie steht im Luisenhain. Ein weiteres Geschenk der Künstlerin, die Plastik „Älteres Paar“, steht in der Grünanlage Fürstenwalder Allee/Püttbergeweg in Rahnsdorf. (Berliner Bezirkslexikon Treptow-Köpenick, hrsg. von Hans-Jürgen Mende und Kurt Wernicke, Berlin 2009)