Drucksache - 1148/XIX  

 
 
Betreff: Tempelhof-Schöneberg als Fairtradestadt
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Die Fraktion GRÜNEBezirksamt
  Schöttler, Angelika
Drucksache-Art:AntragMitteilung zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin Entscheidung
18.06.2014 
35. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin überwiesen   
Ausschuss für Wirtschaft Mitberatung
28.08.2014 
25. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft vertagt   
18.09.2014 
26. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
25.06.2015 
34. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft      
24.09.2015 
35. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft      
Hauptausschuss Beratung
02.07.2014 
39. öffentliche Sitzung des Hauptausschusses vertagt   
03.09.2014 
40. öffentliche Sitzung des Hauptausschusses vertagt   
01.10.2014 
41. öffentliche Sitzung des Hauptausschusses      
05.11.2014 
42. öffentliche Sitzung des Hauptausschusses ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen (Beratungsfolge beendet)   
Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin Entscheidung
19.11.2014 
40. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen (Beratungsfolge beendet)   
Bezirksamt Erledigung
Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin Entscheidung
14.10.2015 
51. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin zur Kenntnis genommen (Beratungsfolge beendet)   
Bezirksamt Erledigung
Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin Kenntnisnahme
21.03.2018 
18. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin zur Kenntnis genommen (Beratungsfolge beendet)   

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag
Beschlussempfehlung
Mitteilung zur Kenntnisnahme
Mitteilung zur Kenntnisnahme

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin fasste in ihrer Sitzung am 19.11.2014 folgenden Beschluss:

 

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, sich an der Fairtrade-Stadt – Kampagne zu beteiligen und seinen Beitrag zur Erfüllung der notwendigen Kriterien zu leisten, um den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu erhalten. Zu den Kriterien gehört u.a. die Einrichtung einer Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten vor Ort anregt, koordiniert und Initiativen auf bezirklicher Ebene unterstützt. Die Steuerungsgruppe soll aus Vertreterinnen und Vertretern des Bezirksamtes, der BVV, der Arbeitsgemeinschaften des Einzelhandels, Schulen u.a. zusammengesetzt sein.

 

Das Bezirksamt wird ferner ersucht,

 

-   zukünftig bei Ausschreibungen zu Angeboten aus dem Bereich des Fairen Handels (Fairtrade) aufzufordern.

 

-   die Pächter der Kantinen in den bezirklichen Rathäusern zu bitten, zukünftig auch bei der Warenbeschaffung Produkte aus dem Fairen Handel zu berücksichtigen.

 

Die BVV unterstützt das Bezirksamt, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu erfüllen. Die Bezirksverordnetenversammlung verpflichtet sich zur Wahl einer Ansprechpartnerin / eines Ansprechpartners aus ihrer Mitte für Fairtrade.
Die Ansprechpartnerin/der Ansprechpartner übernimmt die Einladung und Koordinierung der Steuerungsgruppe.

Sie verpflichtet sich (nach Möglichkeit,) fair produzierte und fair gehandelte Produkte zu verwenden sowie auf ihre Vertragspartner und Dienstleister darauf hin zu wirken, dass diese fair produzierte und fair gehandelte Produkte nutzen. Der BVV ist auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ halbjährlich, nach der Verleihung des Titels, jährlich über den Fortgang der Aktivitäten zu berichten.

 

 

Das Bezirksamt teilt hierzu mit der Bitte um Kenntnisnahme mit:

 

Zweiter Bericht an die BVV bis einschließlich Ende 2017

 

Am 07.September 2016 wurde der Bezirk Tempelhof-Schöneberg offiziell vor dem Rathaus Tempelhof mit dem Fairtrade Town Siegel ausgezeichnet. Tempelhof-Schöneberg wurde damit offiziell der vierte faire Stadtbezirk in Berlin. Im Beisein zahlreicher Mitglieder der Steuerungsrunde nahm Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler die Urkunde von Fairtrade Ehrenbotschafter Manfred Holz entgegen.

Auf der von der Wirtschaftsförderung und den Mitgliedern der Steuerungsrunde organisierten Feier gab es mehrere Stände, an denen sich die verschiedenen Gruppen mit ihrer Arbeit präsentierten. Die Gäste konnten die verschiedenen Stadien der Bewerbung anhand einer Fotoshow und Plakaten verfolgen und an einem „Eine-Welt-Stand“ wurden faire Produkte angeboten. Dazu gab es eine kurze Interviewrunde, in der die Aktiven über ihr Engagement während der Vorbereitungsphase sprachen.

Lutz Fußangel von der Leo Kestenberg Musikschule sorgte für Unterhaltung, während die Firma Lidl, deren Vertreter_innen auch mit in der Steuerungsrunde saßen, mit einer Spende für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher sorgten.

Die Entscheidung, sich mit dem Bezirk auf das Fairtrade Siegel zu bewerben war im November 2014 durch die gesamte Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Tempelhof-Schöneberg getragen worden. 

 

Insgesamt fünf Kriterien mussten erfüllt werden. Neben BVV-Beschluss und  Steuerungsgruppe, wurden Einzelhandel und Gastrogewerbe angeworben, die Fairtrade-Produkte anbieten oder benutzen. Auch das Kriterium Öffentlichkeitsarbeit wurde erfüllt. Wichtigster Punkt zum Erlangen des Titels war die  Zivilgesellschaft. Hier haben es die Mitglieder der Gruppe geschafft, mehr Vereine und Kirchengemeinden als nötig zu gewinnen.

 

Nach Erlangen des Titels folgten weitere Aktionen:

Vor der letzten BVV 2016 wurden „fair“ gebackene Keks durch die Koch AG der Gustav-Langenscheidt –Schule angeboten. Der Erlös ging zu Gunsten der für 2017 geplanten „fairen Sommertour“ durch einige der Partnerstädte des Bezirks.

Nach Ihrem Engagement in der Steuerungsgruppe des Bezirks, erhielt die Gustav-Langenscheidt-Schule Anfang Juni 2017 ihren eigenen Titel, den zur „Fairtrade School“. Zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin, Vertreter_innen der BVV sowie Lehrerinnen und Lehrern, Familie und Freunden wurde der Titel im Louise-Schroeder-Saal im Rathaus Schöneberg gefeiert.

Weitere Aktionen mit der Gustav-Langenscheidt-Schule war die bereits genannte “faire Sommertour“  durch einige Partnerstädte des Bezirks in Deutschland und den Niederlanden. Die Schülerinnen und Schüler machten dort mit ihrem fair gekochten Essen auf die Thematik des fairen Handels aufmerksam. Die notwendigen Mittel wurden gemeinsam mit der EU-Beauftragten und der Wirtschaftsförderung über Nakopa Mittel beantragt. Des Weiteren erhielt das Projekt Sondermittel der BVV.

 

2018 muss der Bezirk den Fairtrade Town Titel „erneuern“. Hier ist die Steuerungsgruppe bereits aktiv. Geplant sind weitere Aktionen, wie beispielsweise eine „faire Filmreihe“ im Rathaus Schöneberg. Weitere Schulen und Kindergärten sind bereits angesprochen und auch die EBC Hochschule hat Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert.

 

 

Berlin will Fairtrade Town werden

 

Auch berlinweit soll der Titel „Fairtrade Town“ erlangt werden. Der Beschluss dazu wurde im Abgeordnetenhaus am 11.01.2017 getroffen. Im Zuge der Vorbereitungen hat auch der Bezirk seinen Teil beigesteuert. Am 02. Juli 2017 fand ein „Faires Frühstück“ auf der Carl-Zuckmayer Brücke statt. Gastgeberin und Schirmherrin der Veranstaltung war Bezirksbürgermeisterin Angelika  Schöttler.

Unter dem Motto „Faires Frühstück“ für ein faires Berlin – Zivilgesellschaft fragt Politik!“ fand eine Diskussionsrunde mit damaligen Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses statt. Stefan Evers, Sprecher für Stadentwicklung, Nicole Ludwig, Sprecherin für Wirtschaft, Haushalt und Tourismus sowie Marion Platta Umweltpolitische Sprecherin und Fabio Reinhardt, Sprecher für Integrations- und Flüchtlingspolitik beantworteten Fragen zum Thema „Fairer Handel“.

Die Veranstaltung wurde organisiert von Helena Jansen, Fachpromotorin kommunale Entwicklungspolitik, Kurt Damm, Referent Fairer Handel; Volkmar Lübke, ehem. Vorstandsmitglied von transfair e. V.; Weltladen A. Janela; Engagement Global gGmbH, dem Verein Fairtrade für Lichtenrade e.V. und vielen engagierten Helfer_innen vor Ort.

 
 

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