Verleihung der Verdienstmedaillen und des Förderpreises des Bezirks Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Pressemitteilung Nr. 239 vom 27.05.2016

Freitag, 3. Juni 2016, 18 Uhr, Goldener Saal im Rathaus Schöneberg

Für unsere Gesellschaft ist das persönliche, ehrenamtliche Engagement unverzichtbar. Bürgerschaftliches Engagement bildet die Basis unserer Demokratie und unseres demokratischen Selbstverständnisses. Ohne den Gemeinschaftssinn und Einsatz der freiwilligen Helfer_innen wäre in unserem Land und auch in unserem Bezirk vieles nicht möglich. Sie sind es, die unermüdlich – zum Teil über Jahrzehnte – in Vereinen und Einrichtungen in ihrer Freizeit helfen und mitgestalten.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ehrt auch dieses Jahr wieder das herausragende freiwillige Engagement dieser Bürger_innen mit der Verleihung von Verdienstmedaillen. Im Rahmen einer Feierstunde werden 8 Ehrenamtliche, die sich aufgrund ihres besonderen und nachhaltigen Engagements um die Allgemeinheit verdient gemacht haben, ausgezeichnet.
Der Förderpreis wird an den Lichtenrader BC 25 e.V. und das ehrenamtliche Team des Café Ulrichs der Berliner AIDS-Hilfe vergeben. Beide zeichnen sich durch einen besonderen ehrenamtlichen Einsatz und Freiwilligenarbeit aus, die vielen Menschen unseres Bezirks zu Gute kommt. Der Förderpreis ist jeweils mit 500 € dotiert.

Die Verleihung der Verdienstmedaillen und des Förderpreises findet am Freitag, dem 3. Juni 2016 um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) im feierlichen Rahmen im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg, John-F-Kennedy-Platz, 10825 Berlin statt.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler lädt alle interessierten Medienvertreter_innen herzlich ein, über die besonderen Leistungen der diesjährigen Medaillen- und Preisträger zu berichten.

Anmeldung und nähere Informationen:
Ehrenamtsbüro, Hr. Skowronnek / Fr. Fidancan , Tel. 030 / 90277 – 6050 / 6051

Die Träger der Verdienstmedaille sind:

Frau Christina Baradari

Als Mieterin beobachtete sie 2003 die Blockierung und Zerstörung von streng geschützten Brutstätten des Mauerseglers an einem Bauvorhaben im Nachbarhaus. Dieses Erlebnis war die Initialzündung für ihre ehrenamtliche Arbeit zum Thema Gebäudebrüter. Im selben Jahr knüpfte sie Kontakte zur NABU Bezirksgruppe Steglitz-Tempelhof und arbeitet dort seither freiwillig zu den heimischen Vögeln, insbesondere zu den Gebäudebrütern.
Beobachtung, Erfassung, Kartierung und Datenfixierung /-verwaltung – so kann man das freiwillige Engagement von Fr. Baradari zum Vogelschutz beschreiben. Sie kennt die „Vogelquartiere“ im Bayrischen Viertel, an den Ceciliengärten und rund um den Winterfeldplatz. Sie kartierte die Arten in verschiedenen Tempelhofer und Schöneberger Bereichen und konzipierte gemeinsam mit ihrem Mann eine Webdatenbank, die allen interessierten Bürger_innen und Behörden als „Nachschlagewerk“ und zur Überprüfung möglicher Brutstätten zur Verfügung steht.

Dieses langjährige und vorbildliche freiwillige Engagement im Bereich des Tier- und Umweltschutzes verdient eine Anerkennung in Form der Verdienstmedaille.

Herr Henning Hamann

Herr Hamann hat es als ehrenamtlicher Leiter des MedienPoints Tempelhof durch seine Leistung und Kreativität geschafft, die Einrichtung, die berlinweit in der Trägerschaft des Kulterring e.V. ist, im Bezirk zu einem wichtigen sozialen und kulturellen Anziehungspunkt für alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten zu etablieren. Der MedienPoint ist Medienumschlagplatz, Bibliothek, Kaffeetreffpunkt, Kiezoase, Antiquariat, Soziallladen und Galerie für vielfältige Ausstellungen. Wie selbstverständlich engagiert sich Hr. Hamann darüber hinaus mit den Mitarbeiter_innen des MedienPoints sehr erfolgreich bei den Spielfesten des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg.

Dieses außergewöhnliche und vorbildliche bürgerschaftliche Engagement von Herrn Hamann soll mit der Verdienstmedaille gewürdigt werden.

Herr Moussa Issa

Herr Issa lebt seit über 30 Jahren in Deutschland und engagiert sich freiwillig seit mehr als 10 Jahren in unterschiedlichen Bereichen für die Belange der Menschen in seinem Umfeld. Er war lange Jahre als Klassenelternvertreter und Schulelternsprecher der Neumark-Grundschule ehrenamtlich tätig. Während dieser Zeit wurde er auch 2007 in den Quartiersrat Schöneberger Norden als Bewohnervertreter gewählt. Er vertritt dort die Bewohner_innen des Bülowbogen-Kiezes. Weiterhin ist er stellvertretender Vorsitzender des Schachvereins „Freibauer Schöneberg e.V.“. Er hat an der Gründung und Etablierung der palästinensisch-israelisch-deutschen Jugendstraßentheatergruppe „Die Falafels“ mitgewirkt und beteiligt sich regelmäßig an sämtlichen Straßen- bzw. Nachbarschaftsfesten im Quartier. Seit 2014 ist Herr Issa gewählter Mieterbeirat für die GEWOBAG-Häuser im Steinmetz-Kiez. Aktuell setzt er sich verstärkt für Geflüchtete ein. In einem Stadtteil mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an stark benachteiligten Menschen hat Herr Issa aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements eine Vorbildfunktion auch und gerade für Menschen mit Migrationshintergrund erlangt.

Dieses langjährige und vorbildliche bürgerschaftliche Engagement im sozialen Bereich verdient eine Anerkennung in Form der Verdienstmedaille.

Frau Elke Kannenberg

Frau Kannenberg ist als Familienbegleiterin im Ambulanten Kinderhospizdienst der Björn Schulz Stiftung 12 Jahren tätig. Sie wurde vor über 10 Jahren in eine Familie im Bezirk vermittelt, in der bei einem von drei Kindern eine sehr seltene neurologische Erkrankung diagnostiziert worden war, die in der Regel nur mit einer kurzen Lebenserwartung einhergeht.
Fr. Kannenberg engagiert sich in der Familie und ermöglicht, dass die Mutter die mit den Jahren schwerer und aufwändiger werdende Pflege leisten kann. Besonders in den immer wieder kehrenden Krisensituationen stand und steht Frau Kannenberg der Familie mit Einfühlungsvermögen, Ruhe und Lebenserfahrung zur Seite. Dies war für alle Familienmitglieder eine große Hilfe und sehr verlässliche Unterstützung. Als Gesprächspartnerin für die Mutter bringt sie „ein Stück Welt“ in deren Leben, denn der Mutter war es fast nie möglich, außer Haus eigenen Interessen nachzugehen und Kontakte zu pflegen. Frau Kannenberg war und ist – wie es in der Hospizarbeit heißt – „einfach da“, schenkt der Familie ihre Zeit und Aufmerksamt. Sie steht damit stellvertretend für eine Vielzahl von Ehrenamtlichen, die ihr Engagement im Stillen und ohne im Focus der Allgemeinheit zu stehen, leisten.

Dieses langjährige und nicht selbstverständliche soziale Engagement verdient eine Anerkennung in Form der Verdienstmedaille.

Herr Frank Löbbert

Herr Löbbert ist im zehnten Jahr seines ehrenamtlichen Engagements in der Berliner Aids-Hilfe. Er ist ehrenamtlich im Team „Freunde im Krankenhaus“ aktiv. Das Team engagiert sich im Vivantes Klinikum Auguste Viktoria. Jeden Sonntag organisiert Hr. Löbbert zusammen mit dem ehrenamtlichen Team das „Café Viktoria“, einen Kaffeeklatsch für Patient_innen der HIV-Stationen, deren Angehörige und Freunde. Darüber hinaus besucht das Team die Patient_innen in ihrem Zimmer, klärt auf, gibt Hoffnung, hört zu und informiert Menschen mit HIV aber auch deren Angehörige. Das alles macht Herr Löbbert mit sehr viel Menschenliebe, Humanität und Sensibilität.
Seit 4 Jahren ist Hr. Löbbert zudem von den Ehrenamtlichen gewählter Ehrenamtssprecher der Berliner Aids-Hilfe. In dieser Funktion nimmt er an Vorstandssitzungen teil und vertritt so die Interessen der über 200 Ehrenamtlichen der Berliner Aids-Hilfe.

Dieses vorbildliche soziale Engagement von Herrn Löbbert soll mit der Verdienstmedaille gewürdigt werden.

Frau Jutta Pohl

Frau Pohl ist seit 11 Jahren engagiert im Werkhaus Anti-Rost e.V. – Aktiv im Alter. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Werkhauses und zeichnet sich darüber hinaus durch großes Engagement in Aufbau und Leitung von Gruppen aus. So konnten beispielsweise die Gruppe Tiffany, die Gruppe Acryl –und Aquarellmalen und das Frauencafé durch ihr Engagement ins Leben gerufen werden. Weiterhin ist sie in der Tischlerei bei der Durchführung von Kleinreparaturen und der Herstellung von Holzprodukten tätig. Fr. Pohl organisiert in vorbildlicher Weise Basare, Ausstellungen und Teilnahmen an Veranstaltungen für Ältere. In diesem Rahmen organisiert sie regelmäßig die Teilnahme des Werkhauses an der Berliner Seniorenwoche und der bezirklichen Ehrenamtsbörse. Auch im neuesten Projekt des Werkhauses Anti-Rost „Brauchen Sie Hilfe? – Flüchtlinge helfen“ ist Frau Pohl maßgeblich engagiert.

Dieses nachhaltige und herausragende bürgerschaftliche Engagement von Frau Pohl soll mit der Verdienstmedaille gewürdigt werden.

Herr Thomas Schüler

Herr Schüler ist 1971 in die DLRG eingetreten und seitdem als Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst, Ausbilder und seit 1999 als Leiter der Verbandskommunikation tätig. Er organisiert interne und externe Veranstaltungen und betreute insbesondere die Hochwassereinsätze der DLRG in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dank seiner Netzwerkarbeit konnten viele neue Mitglieder für ein freiwilliges Engagement bei der DLRG gewonnen werden.
In den 45 Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit hat Herr Schüler ein außergewöhnliches Engagement und viel Hingabe an diese ehrenamtlichen Aufgaben gezeigt.

Für dieses freiwillige und vorbildliche soziale Engagement soll Herr Schüler mit der Verdienstmedaille geehrt werden.

Herr Gerd Thomas

Herr Thomas macht sich seit vielen Jahren mit seinem ehrenamtlichen Engagement im Sport für den Bezirk verdient. Er ist seit fast 20 Jahren beim FC Internationale Berlin aktiv, seit 14 Jahren ist er Mitglied im Vereinsvorstand. Hervorzuheben ist das außergewöhnliche Engagement des FC Internationale, für das Gerd Thomas steht. Der FC Internationale vereint über 40 Nationalitäten im Verein, die friedlich miteinander umgehen und spielen. Neben sportlichen Ambitionen legt der Verein großen Wert auf Respekt und Toleranz. Mehr als zwei Drittel der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Nach innen und außen engagiert sich der Verein offen gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung. Herr Thomas setzt sich aus ganzem Herzen für diese Ziele und Überzeugungen ein. Er ist eine treibende Kraft für die vielen vorbildlichen Projekte, die der FC Internationale ins Leben gerufen hat.

Für dieses freiwillige und vorbildliche Engagement im Sport soll Herr Thomas mit der Verdienstmedaille geehrt werden.

Förderpreis

Der Förderpreis 2016 wird entsprechend dem Votum der Jury in diesem Jahr geteilt. Der Lichtenrader BC 25 e.V. und das ehrenamtliche Team des Café Ulrichs werden mit diesem Preis für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt je 500 €

Lichtenrader BC 25 e.V.

Der Lichtenrader BC 25 e.V kümmert sich um junge Geflüchtete, aber auch um junge Erwachsene aus der Flüchtlingsunterkunft am Kirchhainer Damm. Seit der Eröffnung ist der Verein mit dieser Institution im Kontakt. Einige der dort untergebrachten Jugendlichen haben beim Lichtenrader BC eine neue Heimat gefunden. Der Verein zeigt durch sein Engagement, dass es ihm wichtig ist, den Flüchtlingen eine neue Perspektive aufzuzeigen, damit sie ihre erlittene Not für einen Augenblick im Kreise der Mitspieler vergessen können.

Das herausragende, vorbildliche und beispielhafte Engagement des Lichtenrader BC 25 e.V. wird mit dem Förderpreis des Bezirks, dotiert mit 500 €, gewürdigt.

Ehrenamtliches Team des Café Ulrichs

Das Café Ulrichs ist aus dem Selbsthilfeprojekt Café PositHiv und dem ehrenamtlichen Frühstücksteam hervorgegangen. Träger ist die Berliner Aids-Hilfe e.V. Das Café Ulrichs ist ein Treffpunkt für Menschen mit HIV / Aids, deren Freund_innen und Zugehörige. Darüber hinaus ist es ein Netzwerk in der Nachbarschaft. Das Café Ulrichs wird ausschließlich von ehrenamtlich Tätigen organisiert. 35 Ehrenamtliche bilden derzeit das Team. Sie stellen den Speiseplan zusammen, kaufen ein, kochen, sind in Kontakt mit den Gästen und tragen so dazu bei, das wöchentlich über 150 Menschen lecker essen können, Menschen treffen, neue Freundschaften geschlossen werden und die Nachbarschaft erfährt, dass ein Leben mit HIV weder sichtbar sein muss noch daran hindert, soziale Verantwortung zu übernehmen und anderen Gutes zu tun. Neben den kulinarischen Angeboten gibt es auch jede Menge Kultur, so gehören Lesungen, Konzerte und feste Ausstellungen zum festen Bestandteil des Angebotes.

Das herausragende und vorbildliche Engagement des ehrenamtlichen Teams des Café Ulrichs wird mit dem Förderpreis des Bezirks, dotiert mit 500 €, gewürdigt.