Kranzniederlegung zum Gedenken an Hatun Sürücü

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer bei der Kranzniederlegung zum Gedenken an Hatun Sürücü

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer bei der Kranzniederlegung zum Gedenken an Hatun Sürücü

Pressemitteilung vom 08.02.2016

Am 7. Februar 2016 jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü zum elften Mal. Am Gedenkstein in der Oberlandstraße legte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler gemeinsam mit der Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer einen Kranz als Zeichen der Anteilnahme nieder.

Hatun Sürücü war eine Deutsche kurdisch-türkischer Herkunft, die durch ihren Bruder ermordet wurde, weil sie ein selbstbestimmtes Leben frei von patriarchalen Strukturen und Repressionen führen wollte. Der Mord wurde deutschlandweit bekannt und hat eine Debatte über Menschenrechtsverletzungen im Namen der Ehre sowie über Integrationspolitik im Einwanderungsland Deutschland ausgelöst.
Hatun Sürücü ist zu einer Symbolfigur geworden: Zum einen für das Leiden der Mädchen und jungen Frauen, die durch patriarchale Familienstrukturen in vielfältiger Weise unterdrückt werden und oftmals unter spezifisch ausgeprägten Gewaltformen wie Zwangsverheiratungen und Gewalt im Namen der Ehre leiden müssen. Zum anderen für eine junge Frau, die ihr Leben selbstbestimmt geführt und sich aus den Zwängen befreit hat.

Mit der stetigen Erinnerung an Hatun Sürücü soll die öffentliche Aufmerksamkeit für die Probleme von jungen Mädchen und Frauen auch aus Einwanderfamilien wach gehalten werden. Das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und die Unverletzbarkeit ihrer Würde sind ein immer wieder einzuforderndes Grundrecht.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler:
„Archaisch-Patriarchale Familienstrukturen und aus dem Mittelalter tradierte Lebensformen gehören nicht in unser Zeitalter. Frauenunterdrückung darf nicht geduldet werden, wo auch immer sie auftritt. Aufklärung tut not, in jeder Form und ich freue mich, mit vielen verschiedenen Vereinen im Bezirk tatkräftige Mitstreiterinnen und Mitstreiter für Frauenrechte und Integration zu haben und danke Ihnen auch für Ihren unermüdlichen Einsatz.“

Kontakt: Büro der Bezirksbürgermeisterin, Tel. 90277-2301