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Gedenkveranstaltung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag

Pressemitteilung Nr. 006 vom 12.01.2016

Flucht- und Überlebensgeschichten von drei jüdischen Zeitzeug_innen

Sonntag, 24. Januar 2016, 17 Uhr – Eintritt frei –
Ort: Rückert-Gymnasium, Aula, Mettestr. 8, 10825 Berlin
An diesem Tag bleibt die Ausstellung im Rathaus Schöneberg bis 21 Uhr geöffnet

Es ist seit elf Jahren Tradition, dass bei den Gedenkveranstaltungen, die das Ausstellungsprojekt WIR WAREN NACHBARN gemeinsam mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ Berlin) und der Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG Berlin/Potsdam) durchführt, Zeitzeug_innen im Mittelpunkt stehen.

In diesem Jahr werden die Zeitzeug_innen anhand von Ton- und Filmdokumenten vorgestellt und konzentrieren sich dabei – aus aktuellem Anlass – auf die Flucht- und Überlebensgeschichten von drei jüdischen Zeitzeug_innen:

  • Ilja Bergh (1927-2015) Flucht mit Eltern nach Kiew, Exil: Dänemark
  • Inge Lammel (1924-2015) Flucht mit „Kindertransport“ nach England, Rückkehr: Berlin (Ost)
  • Hanni Lévy (1924) Flucht und Überleben in der eigenen Stadt – Berlin, Exil: Frankreich

Diese Beschreibungen erinnern uns an Bilder aus der aktuellen Berichterstattung über flüchtende Menschen, aber sie unterscheiden sich auch.

Allein in den über 150 biografischen Alben, die in der Dauerausstellung WIR WAREN NACHBARN im Rathaus Schöneberg dokumentiert sind, und die als exemplarisch für das Berliner Judentum gelten können, wird von der Flucht der Zeitzeugen in 37 Länder auf der ganzen Welt berichtet. Oft war dies eine lange Suche mit schwierigen Aufenthaltsbedingungen in mehreren Ländern. Manche blieben nur Zwischenstationen, bis schließlich ein Land zum endgültigen Exilland wurde und später zur Heimat der Kinder und Enkel. In vielen Fällen konnte nicht die ganze Familie fliehen, oft gelang nur den Kindern die Flucht, die Eltern blieben zurück.

Ab hier gibt es jedoch keine Parallelen mehr zur Gegenwart:
Denn ab 1941, als offiziell die Auswanderung aus Nazi-Deutschland verboten wurde, begannen auch die Massendeportationen der jüdischen Bevölkerung in die Vernichtungslager. Eine traumatische Erfahrung insbesondere für die Kinder, die von der Ermordung ihrer Eltern oder anderer Verwandter zumeist erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfahren haben.

Der Veranstaltungsort – eine Schulaula – hat zu der Überlegung geführt, statt längerer Ansprachen eine Videodokumentation zu präsentieren, in der Schülerinnen als Reporterinnen die Vertreter_innen der drei Veranstalter vor Ort befragen, insbesondere danach, welche ihrer Arbeitsinhalte für Jugendliche heute interessant sein können. Schüler_innen und Lehrer_innen der Schule werden auch das musikalische Programm gestalten.

Kontakt:
WIR WAREN NACHBARN
Projektbüro, Tel.: 90277- 2838
Projekt.wirwarennachbarn@web.de
www.wirwarennachbarn.de