Psychiatriebeirat Tempelhof-Schöneberg fordert Verbesserung der Kinder- und jugendpsychiatrischen und –psychotherapeutischen Versorgung

Pressemitteilung vom 26.11.2013

Kinder und Jugendliche, die dringend Hilfe durch psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung benötigen, stehen berlinweit erheblichen Versorgungslücken gegenüber. Nicht nur das „Ost-West-Gefälle“, sondern auch große Unterschiede innerhalb der verschiedenen Stadtbezirke sind offensichtlich. Das Problem ist allgemein bekannt und hat im Bereich von Kindern und Jugendlichen noch ein ganz anderes Gewicht. Therapeutische Hilfe, die nicht geleistet wird, hat sich nicht „erledigt“ sondern bestimmt die weitere Lebensentwicklung.

Frau Dr. Sibyll Klotz, Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung :
„Die Folgen dieser Umstände sind absehbar! Die Kinder und Jugendlichen finden wir in der Erwachsenenpsychiatrie wieder.“

Deshalb fordert der Psychiatriebeirat die Senatsverwaltung dringend auf:

  • Die Bedarfsplanung mit verlässlichen Daten vorzunehmen
  • Auf Flexibilisierung und Bedarfsanpassung der psychotherapeutischen Angebote hinzuwirken
  • Das Nebeneinander der existierenden Versorgungsstrukturen zu überwinden

Zu dem Problem der Erreichbarkeit kommen die Mängel durch die „Richtlinienpsychotherapie“, die weder flexible Anpassung bei Krisen, noch ausreichende Einbeziehung von Bezugspersonen als Familientherapie vorsieht. Versorgungsstrukturen laufen unverbunden nebeneinander: Hier Psychotherapie als Leistung der Jugendhilfe , da Psychotherapie als Leistung der Krankenkassen.
Hilfesuchende Eltern, die im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst vorsprechen, können oft nur auf „glückliche Umstände“ hoffen, die ihrem Kind eine therapeutische Versorgung zeitnah ermöglicht. Von schwierigsten Vermittlungsversuchen nach Klinikaufenthalt berichtet Herr Dr. Willner, Chefarzt der Klinik für Kinder– und Jugendpsychiatrie des St. Joseph-Krankenhauses.

Kontakt: Frau Thomann, Tel. 9277 8911