Einweihung einer Gedenktafel für Franz Hessel

Pressemitteilung vom 12.04.2013

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler wird am Montag, dem 15. April 2013 um 17:00 Uhr die Gedenktafel für den Schriftsteller, Übersetzer und Lektor Franz Hessel am Haus in der Lindauer Straße 8, 10781 Berlin , einweihen.

Franz Hessel, 1880 in Stettin geboren und 1941 in Sanary-sur-Mer gestorben, hat mit seinen Feuilletons Berlin ein wunderbares „Denkmal“ gesetzt. Die Feuilletons, die 1929 unter dem Titel „Spazieren in Berlin“ zum ersten Mal erschienen sind, wurden in den achtziger Jahren vom Verlag Das Arsenal unter dem Titel „Ein Flaneur in Berlin“ wieder neu aufgelegt.
Dort heißt es in einem Verlagsprospekt:
„Bekannt wurde er im Berlin der Zwanziger Jahre als empfindsamer Feuilletonist, durch seine Proust- und Balzac-Übersetzungen und vor allem durch Spazieren in Berlin (1929), in dem Walter Benjamin ‘die Wiederkehr des Flaneurs’ in der deutschen Literatur sah. Franz Hessel, der nach 1933 nichts mehr veröffentlichen durfte, emigrierte 1938 nach Frankreich, wurde bei Kriegsbeginn im berüchtigten Lager Les Milles interniert (und starb an den Folgen).“
Bevor er nach Paris floh, wohnte Franz Hessel in der Lindauer Str. 8 in Schöneberg.
Er ist der Vater von Stéphane Hessel, der mit der Schrift „Empört Euch!“ von sich reden machte und vor wenigen Wochen in Paris verstorben ist.
Frau Dr. Irene Tobben wird als Initiatorin über die Entstehung der Gedenktafel reden. Manfred Flügge (Schriftsteller und Biograph) wird zum Leben und Werk Franz Hessels sprechen.
Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: „Uns als Bezirk ist es wichtig, an einen bedeutsamen Schriftsteller, der sich auch mit der Stadt Berlin auseinandersetzte, zu erinnern. Gedenktafeln im Straßenbild von Berlin regen zum Nachdenken an und sind Wächter der Geschichte.“

Ansprechpartner: Bezirksbürgermeisterbüro, Hr. Zöpel-Brochwitz, Tel: 90277 6438