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Bilanz und Ausblick der Bibliotheken in Tempelhof-Schöneberg

Pressemitteilung vom 27.12.2010

Die Stadtbibliothek musste 2010 im Vorgriff auf die Einführung von RFID (radio-frequency identifikation) Personalkürzungen in Höhe von 12 % ihres Personalvolumens hinnehmen. Das Leistungsspektrum konnte deshalb nicht mehr in gewohntem Umfang beibehalten werden.

Die hochfrequentierte Gerhart-Hauptmann-Bibliothek in Friedenau hat ihr sehr gutes Vorjahreser-gebnis bei Besuchen und Entleihungen noch einmal übertreffen können. Die Besuche werden voraussichtlich erstmals die 70.000 überschreiten, die Entleihungen erstmals 130.000.

Angesichts knapper Bezirkskassen ist es auch 2010 nicht gelungen, eine Finanzierung der ca. 300.000 € für die Anschaffung eines neuen Bücherbusses zu finden. Der alte Bus muss dringend ersetzt werden, da aufgrund seines hohen Alters (Baujahr 1992) die Stilllegung droht. Auch der Bus gehört mit rd. 120.000 erwarteten Entleihungen zu den hervorragend genutzten Einrichtungen der Stadtbibliothek.

Vordringlich bleibt weiterhin die Sanierung der Bezirkszentralbibliothek, da die 2007 durch einen Orkan zerstörte Dachisolierung nur behelfsmäßig wiederhergestellt werden konnte. Bei einer wei-teren Havarie droht die Vernichtung des kompletten Medienbestandes. 2011 muss mit den drin-gend notwendigen Baumaßnahmen begonnen werden.

Ein Highlight unter den Angeboten der Stadtbibliothek bleiben die Lesefeste, die vom Bezirk im Rahmen des Projekts „Demographischer Wandel“ besonders gefördert werden. Die Bibliothek spricht hier mit kreativen Workshops für die ganze Familie besonders Eltern oder Großeltern mit Migrationshintergrund an, um sie als Bildungspartner ihrer Kinder, aber auch als eigene Zielgrup-pe zu gewinnen. 2010 wurden in Kooperation mit 9 Grundschulen 28 Lesefeste durchgeführt. Bei insgesamt 666 Teilnehmern lag der Prozentanteil der Teilnehmer mit Migrationshintergrund bei den Schülern bei 47% und bei den Eltern bei 41% – ein bemerkenswerter Erfolg bei dieser nicht immer leicht zu erreichenden Zielgruppe.

Der Stadtrat für Schule, Bildung und Kultur, Dieter Hapel, erklärte angesichts der knappen Personalressourcen der Bibliotheken, dass die Diskussion um Sonntagsöffnungen der Bibliotheken eine an der Realität vorbei geführte „Gespensterdiskussion“ sei.