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Bilanz 2010 - LuV Bildung, Kultur und Seniorenbetreuung

Pressemitteilung vom 27.12.2010

„Für den Bereich Bildung, Kultur und Seniorenbetreuung war das Jahr 2010 schwierig
aber auch erfolgreich“ so Dieter Hapel, Stadtrat für Schule, Bildung und Kultur.
Die Jahresbilanz 2010 bestätigt erneut die gute Arbeit der VHS, der Musikschule, des Kunstamtes und der Museen.

Albert-Einstein-VHS

• Die bisher positive Entwicklung des Integrationskursbereiches zeigte sich 2010 auch in der von der Albert-Einstein-VHS als regionalisierte Aufgabe wahrgenommenen Arbeit der „Prüfungs¬zentrale der Berliner Volkshochschulen“. Mit über 3000 Prüfungen, davon allein 2900 Prü-fungsteilnehmer/innen im Bereich Deutsch als Fremdsprache, konnte sie eine weitere
Steigerung der Prüfungszahlen verzeichnen.

• In 2010 waren die Berliner Volkhochschulen Partner im Rahmen der
Einbürgerungskampagne des Integrationsbeauftragten des Senats.

• Im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) / Deutsch als Zweitsprache (DaZ) mussten auf-grund finanzieller Engpässe des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) seit Mitte 2010 viele Interessierte, die an Integrationskursen teilnehmen wollten, Wartezeiten von min-destens drei Monaten in Kauf nehmen. Von der Kürzung betroffen waren insbesondere Migrantinnen und Migranten, die bereits länger in Deutschland leben und die aus eigener Moti-vation einen Kurs besuchen wollten. Nur verpflichtete Teilnehmer/innen erhielten vom Bundes-amt noch eine Zulassung für die Kurse. Aufgrund dieser Bestimmungen war die Zahl der durch das Bamf geförderten Teilnehmer/innen in den Integrationskursen im Herbstsemester rückläu-fig.

• Im Rahmen des bezirklichen Demographieprojektes wurde für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrgänge zum Haupt- und Mittleren Schulabschluss für Migrantinnen und Migranten das Erlernen von IT-Basisqualifikationen in den schulischen Stundenplan in-tegriert. 48 junge Menschen mit Migrationshintergrund haben zusätzlich zu ihrem schu-lischen Abschluss die Zertifikate über die IT-Basisqualifikation abgelegt. Mit Prüfungen zu mehreren Modulen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den „Xpert – Europäi-scher Computerpass“.
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen zu erhöhen und damit ihre Chancen in der Wirtschaftskraft auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu verbes-sern. Mit Beginn dieses Schuljahres wurden die Inhalte zu einem Regelbestandteil der Schul-abschlusslehrgänge an der VHS-Tempelhof-Schöneberg.

• Für die Deutschkurse für Mütter / Eltern erhielt die VHS für 2010 zusätzliche Senatsmittel (für 2010 31.167 €). Außerdem erhielten und erhalten die Kurse seit 2009 ebenfalls Mittel aus dem Projekt Demographischer Wandel des Bezirks (in 2010 39.500 €). In den Kursen wird seit dem Herbstsemester 2009 ein Elternkurs-Curriculum eingesetzt. Themen, die die Kita und die Schule betreffen, sind seitdem Schwerpunkt in den Kursen. So erfahren Migranten
eltern, wie sie ihre Kinder bestmöglich in der Schule unterstützen und zum schulischen Erfolg ihrer Kinder beitragen können. Im Augenblick werden von den Volkshochschulen in Ergänzung zu diesem Curriculum sog. Lehrerleitfäden erstellt mit Informationen, Hinweisen und Tipps für die Kursleiterinnen. Diese Materialien stehen den Kursleiterinnen auf einer Online-Plattform zur Verfügung.

• Das Projekt „Deutsch und Berufsorientierung im Pflegebereich“, in dem Migrantinnen
neben sprachlichen vor allem auch berufsbezogene Kenntnisse in Pflegebasis- und Pflegeauf-baukursen erwerben und mit Zertifikaten nachweisen können, wird mit Mitteln des Europäi-schen Sozialfonds und des Landes Berlin gefördert. Die derzeitige Förderperiode endet im
Dezember 2010. Aufgrund des großen Erfolges wurden für die Jahre 2011 und 2012 zur Fort-setzung des Projekts wieder Fördermittel beantragt und bereits bewilligt.

• Im Juni 2010 musste das Projekt „Deutsch und Berufsorientierung im hauswirtschaftli-chen Bereich für Frauen / Mütter mit Migrationshintergrund“ beendet werden, das die VHS seit 2007 in insgesamt drei Durchläufen in Kooperation mit dem Deutschen Hausfrauen-Bund e.V. – Berufsverband der Haushaltsführenden (DHB) durchführte. Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des JobCenters Tempelhof-Schöneberg, das leider für 2010/2011 auf-grund von geänderten gesetzlichen Vorgaben keine Möglichkeit mehr sah, das Projekt weiter zu fördern.

• Am 16. April 2010 fand eine bundesweite Fachtagung „Deutsch als Zweitsprache an groß-städtischen Volkshochschulen – Qualitätsstandards und Qualitätsentwicklung“ im Rat-haus Schöneberg statt. Durchgeführt wurde die Tagung vom Qualitätsring DaF/DaZ der Berli-ner Volkshochschulen, dem unsere VHS angehört, in Kooperation mit dem Deutschen-Volkshochschul-Verband e.V. und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und For-schung. Rund 30 Programmbereichsleiter/innen diskutierten über neue Anforderungen an den Bereich DaF/DaZ. Fünf Jahre nach Einführung der Integrationskurse und mehrjähriger Erfah-rung mit niedrigschwelligen Deutschkursen in Schulen und Kitas ging es darum, in einem offe-nen Fachaustausch pädagogische und administrative Fragen gemeinsam zu reflektieren. 2011 ist eine Fortsetzung des bundesweiten Treffens geplant.

• Mit dem von der VHS Tempelhof-Schöneberg und der Kulturprojekte Berlin GmbH entwickel-ten Qualifizierungslehrgang MuseumsModerator/in erzielte die VHS auch 2010 eine hohe Nachfrage. Der „MuseumsModerator“ ist ein neues Tätigkeitsprofil für Vermittlungen im Mu-seum. Museumsmoderatoren begleiten Besucher durch Museen und Ausstellungen und ver-mitteln ihnen Kunst, Kultur, Natur, Technik und Geschichte, wobei sie sich auch auf das Wis-sen und die Erfahrungen der Teilnehmer/innen beziehen. Durch sie wird das Museum zu ei-nem Forum, auf dem unterschiedliche Eindrücke, persönliche Einstellungen und vielfältige Perspektiven zur Sprache kommen, die um Informationen und fachwissenschaftlichen Darstel-lungen ergänzt werden.

• Im Rahmen des 2005 von der Senatsverwaltung verabschiedeten Masterplans eEducation bildete die Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg auch 2010 Lehrer/innen und Sozialarbei-ter/innen der Schulen des Bezirkes in EDV-Kursen schulintern fort (SchiLF = schulinterne Leh-rerfortbildung).
Die VHS wird 2011 ihre erfolgreiche Kooperation mit über 40 Schulen im Bezirk fortsetzen und weitere von der Senatsverwaltung und den Volkshochschulen entwickelte Qualifizierungsmo-dule entwickeln und einsetzen.

• Ebenfalls erfolgreich war die Beteiligung der VHS an der überbezirklichen Veranstaltungsrei-he „Stadtnatur – Berliner Umwelt im Wandel“. Der Bereich Umwelt wurde in diesem Jahr besonders gut nachgefragt (2010 ca. 1.000 Teilnehmer, im Vergleich zu 2005 mit lediglich ca. 650 Teilnehmer/innen).

• Auch die „junge vhs&co.“ war 2010 mit 667 teilnehmenden Jugendlichen ab 12 Jahren in 51 durchgeführten Veranstaltungen wieder sehr erfolgreich.

Museum und Archiv

I. Ausstellungen

1. Hands on history, Das Geschichtslabor – Berlin halb und halb
Durchführung und offizielles Ende des dreieinhalbjhrigen Bundesmodellprojektes zum Thema deutsche Teilungs- und Vereinigungsgeschichte, Veröffentlichung der Evaluationsergebnisse in zwei anschaulichen Broschüren als Handreichung für Schulen

Einsatz des „Geschichtslabors mobil“ in den bezirklichen Grundschulen zum historischen Lernen zum Thema „NS und Holocaust“

II. Geschichte im Stadtraum / Tag des offenen Denkmals

1. Die Carl-Zuckmayer-Brücke
Ausstellung und Projekt zum Tag des offenen Denkmals 2010

2. Auszeichnung des Jugend Museums
für seine Verdienste um die gemeinsamen Jugendprojekte der Berliner Regionalmuseen zum Tag des offenen Denkmals

III. Veranstaltungsreihen

CrossKultur 2010- im Rahmen des Projektes „Demographischer Wandel“
37 Angebote an 20 Orten im Bezirk mit transkultureller Ausrichtung in Kooperation mit der Integra-tionsbeauftragten des Bezirks

Ausblick 2011 (Auswahl)
Abhängig von der Entscheidung des Antrags auf ein neues 3jähriges Bundesmodellprojekt zum Thema „Migrationsgeschichte“ – Historisches Lernen für Kinder, gefördert im Rahmen des Pro-gramms „Toleranz fördern -Kompetenz stärken“ (2011-2014), Titel: „Projekt: Heimat Berlin“; für 2011: Workshopreihen mit Grundschulkassen ab 1.7.2010

Antrag auf ein deutsch-israelisches Jugendprojekt, gefördert vom Deutsch-.Israelischen Zukunfts-forum zum Thema „Identität“, Antragsteller: Merchavim/Tel Aviv, Israel, Jugend Museum: Koope-rationspartner, ab 1.2.2011 – 31.78.2011 (praxisorientierte vergleichende Studie incl. Austausch der professionellen Akteure, Workshops und Herstellung von interkulturellen Lehrmaterialien)

Seniorenbetreuung

Seniorenmesse
Trotz Eis und Schnee wurde die Seniorenmesse am 12. Februar von ca. 1.000 Senioren und Se-niorinnen besucht, die sich an den mehr als 50 Ständen über seniorenrelevante Themen informie-ren und das abwechslungsreiche Programm und die von den Leiterinnen und Leitern der Senio-renfreizeitstätten angebotenen Speisen und Getränken genießen konnten.
Vielen kamen auch, um einen Blick in den Seniorenratgeber 2010 zu werfen, der an diesem Tag erschienen war.

Huzur
Im Februar zog die Seniorenfreizeitstätte „Huzur“ in die neuen Räume in der Bülowstraße 94 um. Der Umzug erfolgte in Eigenregie der Mitarbeiterinnen sowie Besucherinnen und Besucher der Seniorenfreizeitstätte. Der dort entstandene „Nachbarschaftstreff Huzur“ wurde sowohl von den bisherigen Besuchern und Gruppen, als auch von denen der Seniorenfreizeitstätte Huzur gut an-genommen.

An dem neuen Standpunkt ist ein interkultureller Treffpunkt entstanden, an dem – auch durch die vielen neuen, interessanten Angebote – die Besucherzahlen mehr als verdoppelt werden konnten.

Ausflug für Grundsicherungsempfänger
Am 23.09.2010 führte der diesjährige Ausflug Richtung Dresden, über Moritzburg bis zur Bastei. 380 Grundsicherungsempfänger wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Senioren-betreuung in 6 Bussen betreut und verlebten einen schönen Tag.

Seniorenfreizeitstätten
Die bezirkseigenen Seniorenfreizeitstätten wurden bis zum November 2010 von 117.348 Seniorin-nen und Senioren besucht.
In dieser Zeit wurden dort 3.507 seniorenspezifische Beratungen durchgeführt.
Im Nachbarschaftstreffpunkt Huzur konnten 25.261 Besucher bis November gezählt werden.

Die Veranstaltungen der Seniorenbetreuung wurden – bis November – von 12.807 Personen be-sucht; in den Hobbygruppen waren durchschnittlich 1.406 Seniorinnen und Senioren aktiv.
Für die Geburtstags- und Jubiläumsehrungen, in den Heimen und Seniorenfreizeitstätten konnten durchschnittlich 267 Ehrenamtliche eingesetzt werden.

Leo Kestenberg Musikschule

Im Jahr 2010 begannen zwei neue Abteilungen mit ihrer Arbeit:
Am 12.2.2010 fand der Festakt zur Inauguration der „Akademie für Jazz- und Popularmusik“ im Gemeinschaftshaus Lichtenrade statt.
Am 26.11.2010 wurde im Rahmen eines Meisterkurses mit dem Weltklasse Gitarristen Pavel Stei-del die „International Guitar Academie Berlin“ offiziell gegründet.

Das mit finanzieller Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung laufende Pilotprojekt „Sprachförderung mit Musik und Bewegung“ zeigt gute Erfolge bei den teil-nehmenden Schülerinnen und Schülern. Die Evaluation, begleitet durch die Universität Potsdam, erfolgt im Jahr 2011.

Kunstamt

1. 7 Wochen nach Schließung Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ aus baulichen Gründen (Glasdach) konnte mit Unterstützung der Bauverwaltung die Ausstellung vorübergehend in die ehemaligen Räume der Willy-Brandt-Ausstellung ausweichen. Die Ausstellung dort wird seit 7.12.2010 sehr gut angenommen.

2. In dieser Zeit hat das Kunstamt mehrere erfolgreiche, insbesondere beim jüngeren Publikum gut angenommene Ausstellungen vorgestellt, zuletzt im Rahmen des Monats der Fotografie. Im Sommer war die viel beachtete Ausstellung 50 Jahre GEDOK zu sehen, ein Netzwerk von mehreren Ausstellungsprojekten und Veranstaltungen. Die GEDOK ist eine 1926 gegründete Künstlerinnenvereinigung die alle Kunstsparten verbindet und sich 1960 nach Gleichschaltung in der NS Zeit wieder gegründet hat. Im Haus am Kleistpark waren Werke aus den 1960er Jahren bis heute zu sehen: ein kleiner Abriss der Kunstentwicklung in dieser Zeit.