Psychiatriekoordination

Die Psychiatriekoordination ist für die Vernetzung, Planung und Steuerung aller an der Versorgung psychisch kranker Menschen beteiligten Personen, Behörden, Institutionen und Verbände zuständig.
Zentrales Ziel der Psychiatriekoordination ist die Erfüllung des Sicherstellungsauftrages für eine wohnortnahe und bedarfsgerechte Versorgung gemäß §72a SGB V psychisch kranker Menschen.
Des Weiteren wurde eine psychiatrische Pflichtversorgung im Land Berlin das Psychiatrieentwicklungsprogramm (PEP) geschaffen. Es legt für jeden Bezirk im komplementären Bereich ein einheitliches Versorgungssystem fest. Es definiert die Art der Versorgungsangebote und die entsprechenden Kapazitäten mit dem Ziel, eine gemeindeintegrierte Versorgung zu gewährleisten.
Der Psychiatriekoordinator ist zur Initiierung, Leitung und Mitarbeit von Maßnahmen der Gesundheitsförderung verpflichtet. Die Übernahme von Öffentlichkeitsarbeiten fällt ebenfalls in seinen Tätigkeitsbereich.

Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin - BIP

Die Unterstützung psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen und die Verbesserung der Qualität der psychiatrischen Versorgung, das sind wichtige gesundheitliche Themen.
Um hier weitere Verbesserungen zu erzielen, hat Gesundheit Berlin-Brandenburg im Rahmen einer Förderung durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz die Berliner Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie (BIP) eingerichtet.

Die BIP soll in Kooperation mit den bereits bestehenden Beschwerdeeinrichtungen als unabhängige Stelle fungieren, die für die Rechte der Nutzer/innen der Psychiatrien eintritt.
Seit Mitte Dezember 2010 nimmt BIP die ersten Beschwerden entgegen. Sie soll perspektivisch dazu beitragen, die Qualität der psychiatrischen
Versorgung zu verbessern.

Die BIP befindet sich in der Grunewaldstraße 82, 10823 Berlin,
Tel.: (030) 789500360
Fax : (030) 789500363
E-Mail info@psychiatrie-beschwerde.de
Homepage

Flyer der Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin - BIP

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Psychosoziale Hilfen für Menschen mit Migrationshintergrund

Viele Mitglieder der PSAG Steglitz-Zehlendorf haben großes Interesse an einem fachlichen Austausch zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung für Menschen mit Migrationshintergrund bekundet.
Mit diesem ersten regionalen Fachtag wollte die Projektgruppe Migration der PSAG neue Impulse für eine veränderte Praxis setzen, denn auch im Südwesten Berlins haben mittlerweile 20% der Einwohner einen Migrationshintergrund (Sozialatlas Steglitz-Zehlendorf 2005; Mikrozensus 2006). Diese erreichen jedoch offenkundig unsere Einrichtungen nur in einem weitaus geringeren Maß.
Haben daher Menschen nicht-deutscher Herkunft weniger oder andere psychische Probleme als „deutsche Hilfesuchende“, gehen sie vielleicht anders damit um, oder haben wir ohne dies zu wollen Barrieren errichtet, die Migranten den Zugang zu den gemeinde-psychiatrischen Angeboten erschweren?
Diesen und anderen Fragestellungen wollten wir an diesem Fachtag gemeinsam nachgehen.
Um Raum für Begegnung und das Knüpfen von Kontakten zu schaffen, stellten sich Einrichtungen vor, deren erklärte Zielgruppe die Migrantinnen und Migranten sind.
Wir richteten uns mit dem Fachtag sowohl an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die eigene Professionalität im Umgang mit anderen Kulturen zu steigern, als auch an die Leitungen, um auf struktureller Ebene Anregungen zu entwickeln, die interkulturelle Kompetenz ihrer Einrichtungen zu erhöhen.

Wer in Berlin von „Migranten“ spricht oder schreibt, nennt im gleichen Atemzug die Namen Neukölln, Kreuzberg und Wedding und weist auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Wenn überhaupt, dann werden dort Kampagnen gefordert oder Modelle erprobt.
Dabei wird allzu leicht übersehen, dass die gesellschaftliche, gesundheits- und fachpolitische Aufgabe der Integration auch in Bezirken gegeben ist, die nicht im Brennpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und der Medien stehen. Die Umfrage der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft hat deutlich gezeigt, dass hier lokal einiges zu tun bleibt.
Steglitz-Zehlendorf ist so ein Bezirk, bei dem nicht nur die Öffentlichkeit, sondern sogar Fachplaner auf Landesebene laut darüber nachdenken, was hier an öffentlichen Gesundheitshilfen alles nicht erforderlich sei.
Der genaue Blick vor Ort zeigt dagegen, dass auch hier soziale Brennpunkte vorhanden sind und deutlicher Aufmerksamkeit bedürfen; die so genannte „Thermometersiedlung“ in Lichterfelde Süd, Teile von Zehlendorf Süd oder den Belß-Lüdecke-Kiez im Ortsteil Lankwitz.
Mehrere engagierte Träger im Rahmen der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft zusammen mit dem Gesundheitsamt sowie der Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit 21 haben diesen Fachtag angeregt, an dem sich zahlreiche überregionale Migranteneinrichtungen beteiligten.
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