„Es ist geschafft“ – Gymnasium Steglitz eröffnet Schulhof

Steglitz-Zehlendorf – Der Wettergott zeigte sich mehr als gnädig, als sich am 18. Juni 2019 die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Wohltäter und politische Funktionsträger auf der Freifläche vor dem historischen Gebäude der 1886 gegründeten Schule versammelten, um den Abschluss des einjährigen Sanierungszeitraums – und ein bisschen auch sich selbst – zu feiern. Dass die Eröffnung fast punktgenau mit dem Beginn der Sommerferien am 20. Juni zusammenfiel, dürfte der Feierlaune noch zusätzlichen Schub verliehen haben.

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Bild: Gymnasium Steglitz

Schulleiterin Lükemann stellt Neuerungen des Schulhofes vor

Schulleiterin Antje Florentine Lükemann zeigte sich in ihrer Eröffnungsansprache stolz über das Ergebnis einer grundlegenden Sanierung, das sich in der Tat sehen lassen kann. Zunächst dankte sie den rund 800 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums für ihre Geduld und Bereitschaft, ein Jahr ohne Schulhof auszukommen. Im Anschluss hob sie die ideelle und finanzielle Unterstützung durch den 1948 gegründeten „Ehemaligenverein des Gymnasiums Steglitz“, die in der Gesamtelternvertretung (GEV) organisierte Elternschaft, sowie den sogenannten „Cafeteria-Verein“ (Cafeteria am Gymnasium Steglitz e.V.) hervor. Als Ehrengäste hieß sie den für Bildungsangelegenheiten zuständigen Bezirksstadtrat Frank Mückisch, dessen Bezirksamtskollegin Maren Schellenberg sowie Schulrätin Sigrid Baumgardt willkommen. Bezirksstadträtin Schellenberg verantwortet das Ressort Immobilien, Umwelt und Tiefbau und damit auch den Bereich Grünflächen. Frau Baumgardt ist in der Außenstelle Steglitz-Zehlendorf der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) für die gymnasiale Schulaufsicht zuständig. Auf rund 700.000 € belaufen sich die für die Sanierung von Schulhof und Sportplatz aufgewendeten Investitionen. Gut angelegtes Geld, wenn man den Blick über den Schulhof schweifen lässt: Vielfarbig gekachelte Sitzbänke sind da zu bestaunen, Schachtische und Tischtennisplatten, ein Freiluft-Kickertisch und als besondere Attraktion ein bis zu 2,80 Meter hoher Kletterfelsen. Kurzum: ein Eldorado für erholungsbedürftige Schülerinnen und Schüler. Dem Sportunterricht stehen künftig eine zweispurige 50-Meter-Laufbahn sowie ein neues Multifunktionsfeld mit Weitsprung, Kugelstoßen und Beachvolleyball zur Verfügung.

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Bild: Gymnasium Steglitz

Grußwort des Bildungsstadtrats Frank Mückisch

Mit den Worten „Es ist geschafft“ drückte Bildungsstadtrat Frank Mückisch große Erleichterung aus. In seinem Grußwort sparte er denn auch nicht mit Lob an die Adresse jener, die an der Umsetzung des vor rund vier Jahren initiierten Projekts mitgewirkt haben: „Ich finde, das Warten hat sich gelohnt, es ist eine wirklich sehr schöne Außenanlage geworden“. Zu Recht wies er darauf hin, dass Schulhöfe innerhalb von Schulanlagen „einen immer größeren Stellenwert“ einnähmen und bei einer attraktiven Gestaltung nicht nur der Bewegung dienten, sondern auch als Raum für Unterricht, Kreativität und für die Pflege sozialer Kontakte. In der Vergangenheit habe man vor allem Wert auf pflegeleichte Schulhöfe gelegt, deren Gestaltung habe kaum eine Rolle gespielt: „Wer kennt sie nicht, diese Asphalt- und Betonflächen“, erinnerte Mückisch an frühere und – hoffentlich – überwundene Zeiten. Da Schülerinnen und Schüler immer mehr Zeit in der Schule verbrächten, sei „eine angenehme Lernumgebung geradezu unverzichtbar“. Eine positive Umgebung könne „das Lernen erleichtern und Freude am Lernen vermitteln“. Wie es in einer Pressemitteilung des Bezirksamtes vom 14. Juni 2019 heißt, ersetzt Grün das frühere „Pflasterstein-Grau“ als „wesentliche Farbe des Schulhofes“. Dazu leistet die naturnahe insekten- und bienenfreundliche Bepflanzung des Hofes den entscheidenden Beitrag.

Altsprachliches Profil – Kurzporträt des Gymnasiums Steglitz

Eine Besonderheit des grundständigen altsprachlichen und humanistischen Gymnasiums Steglitz, das den Zugang für die altsprachlichen Züge bereits ab der fünften Jahrgangsstufe erlaubt, ist dessen gleichzeitige Funktion als „Staatliche Europa-Schule Berlin“ (SESB) für die Sprachkombination Deutsch-Neugriechisch. In diesem Zug bietet sie, dem Prinzip der interkulturellen Begegnungsschule folgend, interessierten Schülerinnen und Schülern – ob zweisprachig aufgewachsen oder nicht – von Anfang an die Möglichkeit eines bilingualen Unterrichts in Deutsch und Neugriechisch, und zwar bis zum Erwerb der Hochschulreife. Am Ende der Schulausbildung bekommen sie das höchstmögliche Sprachniveau C2 nach dem „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen“ (GER) bescheinigt. Verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler der altsprachlichen Züge sind die klassischen Sprachen der europäischen Antike als Grundlagen unserer humanistisch und christlich geprägten (westlichen) Zivilisation: Latein (zweite Fremdsprache) und Altgriechisch (dritte Fremdsprache). Neben den Altsprachen (inklusive Hebräisch) und Neugriechisch werden an modernen Sprachen auch Englisch und Französisch gelehrt. Klassenfahrten zu den Standorten der klassischen Antike in Griechenland und Italien ergänzen das Standardprogramm der Schule, getreu ihrem Leitbild: „In einer offenen, freundlichen und kooperativen Atmosphäre spannen wir den Bogen von der Antike zur Gegenwart“. Seit dem Schuljahr 2010/11 wird das Profil des Gymnasiums Steglitz durch eine offene Ganztags- bzw. Nachmittagsbetreuung bereichert. Ein Ergebnis moderner Architektur ist die Mensa, wo man das warme Mittagessen beim Rundumblick über Steglitz genießen kann.

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Bild: Gymnasium Steglitz

Zu den bekannten ehemaligen Schülern des renommierten Traditionsgymnasiums zählen Bauhaus-Architekt Walter Gropius (1883-1969), Fernsehmoderator Günther Jauch und Staatsrechtler Rupert Scholz, Bundesminister der Verteidigung a.D. (1988-1989) und ehemaliger Berliner Justizsenator (1981-1988). (https://www.gym-nasiumsteglitz.de/cms/)

OStD Lükemann erklärt neuen Schulhof für eröffnet

Am Ende des offiziellen Teils kam die berühmte Schere zum Einsatz, als Bezirksstadtrat Frank Mückisch ein rotes Band durchschneiden durfte, zusammen mit Bezirksstadträtin Maren Schellenberg und Schulrätin Sigrid Baumgardt. Schulleiterin OStD Lükemann nahm diesen symbolischen Akt zum Anlass, den Schulhof offiziell für eröffnet zu erklären und damit seiner Bestimmung zu übergeben. „Leistungsfähige Schulen sind immer ein wichtiger Bestandteil unserer Zukunftssicherung“ fasst Frank Mückisch sein schulpolitisches Credo zusammen. Attraktiv gestaltete, begrünte, lichte und multifunktionale Schulhöfe können sich zu Wohlfühloasen an Schulen entwickeln, wo man durchatmen und auftanken, sich eine Auszeit nehmen und im Stress schulischen Alltags die Seele baumeln lassen kann. Damit unterstützen Schulhöfe nachhaltig die Vision leistungsfähiger Schulen. Solche Schulen liegen im Interesse aller: des Lehrerkollegiums, der Schüler- und Elternschaft und nicht zuletzt der Schul- und Bildungspolitik im Bezirk.