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Grundschule am Stadtpark Steglitz

Kurzprofil

Schulfassade Gesamtansicht Grundschule am Stadtpark Steglitz
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Im Brunnen des Markusplatzes tummeln sich keine Tauben, allenfalls stillen die Spatzen dort ihren Durst. Keine Touristenmassen überrollen die idyllische Großstadtoase mit ihrem Blumenmeer. Überquert man die Straße, landet man direkt im Schaugarten der „Grundschule am Stadtpark Steglitz“, die 2013 aus einer Fusion der „Freiherr-von-Hünefeld-Grundschule“ mit der „Markus-Grundschule“ hervorgegangen ist. Damit liegt das denkmalgeschützte Schulhaus, das im Jahr 2020 seinen 110. Geburtstag feiert, geographisch dem Markusplatz deutlich näher als dem namensgebenden Stadtpark. Die als „grünes Klassenzimmer“ konzipierte Repräsentationsfläche vor dem Haupteingang wird durch das sogenannte „Hühnerhaus“ mit angeschlossenem Freigehege für das gackernde Federvieh belebt.

Dass Musik eine tragende Rolle im Schulprofil spielt, wird schon beim Betreten des Schulhauses überdeutlich: Garniert mit farbenfrohen Caprichos, schlängeln sich überall an den Wänden der Treppenhäuser Notenlinien mit einer Vielzahl an Liedtexten empor: „Wir sind die Stadtparkerkinder, cool und bunt und schlau“. Hinzu kommen die überreich und verschwenderisch wie kunterbunte Farbkleckse gestalteten Lettern, die überall im Hause anzeigen, welcher Raum sich hinter der jeweiligen Türe verbirgt. Analog zum Haus selbst präsentiert sich auch die Webseite der Schule bunt, quirlig und lebensfroh.

Angesichts der weltweiten „Black-Lives-Matter“-Bewegung gewinnt die Selbstverpflichtung der „Schule ohne Rassismus Schule mit Courage“ besonders aktuelle Bedeutung. Zusätzlich erinnert eine Gedenktafel an der Fassade an die noch in den letzten Kriegstagen auf dem Hof der Schule von den Nazis erschossenen russischen Soldaten, Kriegsgefangenen und Zivilisten. Ihr Andenken ist Mahnung und Verpflichtung zugleich. Eine wichtige Funktion übernehmen die Kolleginnen und Kollegen der Schulstation: Sie sorgen für individuelle Förderangebote, geben Hilfestellung bei Konflikten und Krisen, stehen als Mediatoren zur Verfügung und setzen sich für Prävention ein, damit ein gutes schulisches Miteinander gelingt.

Allgemeine Informationen zur Schule

Baujahr: 1909-2010
Bauweise: Massivbauweise. Anstelle des historischen Ziegeldachs mit Dachschräge und diversen Erkern hat das Schulhaus heute ein Flachdach.

Bauliche Besonderheiten/Alleinstellungsmerkmale

Schulgarten: Als Repräsentationsfläche ist der Vorgarten einladendes Entrée und optische Visitenkarte gleichermaßen. Herzstück ist das am 24. Juni 2020 fertiggestellte „Hühnerhaus“.
Historische Substanz: Mehrere mosaikverzierte originale Trinkbrunnen, um deren Erhalt man sich bemüht. Die Fassade beeindruckt durch eine Vielzahl an quadratischen Mosaiken und figürlichen Reliefdarstellungen über den Eingangsbereichen.

Baumaßnahmen

laufend:

  • Bau einer neuen Typensporthalle

geplant:

  • Schulhofneugestaltung

Der Schulleiter nennt ihn „Repräsentationsfläche“, den Vorgarten der Grundschule, gewissermaßen deren Entrée. Die liebevoll gestaltete und begrünte Freifläche bietet den sogenannten „Kiezhühnern“ Heimat und jede Menge artgerechte Auslaufmöglichkeit. Sofern sie nicht, wie im Sommer 2020 , „Urlaub auf dem Bauernhof“ machen. Teilfinanziert wurde die Gestaltung der Fläche mithilfe von FEIN-Mitteln, die der Bezirk auslobt und damit „Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften“ honoriert. Solche Gelder wurden u.a. zur Anschaffung diverser Gartengeräte und Sitzbänke, für den Staketenzaun zur Eingrenzung des Hühnerauslaufs, sowie zur Einfriedung des Gartens durch einen grünen Metallzaun verwendet. Wahre Kunstwerke sind die auf hölzernen Pfählen ruhenden Holzhühner, die sich in der Mitte des Gartens um eine Sitzgruppe herum gruppieren. „Ich wollt‘, ich wär‘ ein Huhn“, ist man beim Anblick dieser Idylle versucht zu singen. Ob die täglich gelegten Eier Verwendung in der Schulmensa finden, ist nicht überliefert. Immerhin: „Aus sicherer Quelle“, heißt es auf der Webseite der Schule, wird berichtet, dass der Schulleiter „bereits in Vorfreude auf sein tägliches Frühstücksei ist“.

Wer das Entrée hinter sich lässt und die Schule betritt, wird im Halbrund des Eingangsbereichs mit dem Schriftzug „Grundschule am Stadtpark Steglitz“ in kunterbunten Lettern begrüßt. An den Wänden und in den Treppenhäusern laden beschwingte Notenlinien mit der Schulhymne („Stadtparker-Lied“) zum Mitsingen ein, manchmal sind die Notenhälse und köpfe bildlich zu einem kaum mehr singbaren Notensalat vermengt. Künstlerisch begabte Lehrkräfte haben während der Corona-Zeit ihrem Kunstdrang freien Lauf gelassen und die Wände der Treppenhäuser mit phantasievollen Blumenmalereien im Schwarz-Weiß-Stil verziert.

Eine organisatorische Herausforderung war die im Zusammenhang mit der Schulfusion umgesetzte Sanierung zum Schuljahr 2013/2014. Im laufenden Betrieb zu sanieren bedeutet immer ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität. Teil der Maßnahmen waren seinerzeit die sanitären Anlagen, die neu gefliest wurden und eine komplette Strangsanierung erhielten.

Wer die Schule auf der Schulhofseite verlässt, findet sich auf einer großen Baustelle wieder: Unter der Rubrik „Baumaßnahmen“ dokumentiert die Grundschule auf ihrer Internetseite fast minutiös und für alle Interessierten transparent die Bau- und Entstehungsgeschichte der neuen Typensporthalle: Im Jahr 2021 wird sie die alte, vor gut zwei Jahren aufgrund von Statikmängeln abgerissene Sporthalle in der Heinrich-Seidel-Straße ersetzen. Am 9. März 2020 erfolgten zunächst die Baufeldübergabe und die Aufstellung des massiven Bauzauns. Während der laufenden Bauphase trennt dieser Bauzaun den verbleibenden Pausenhof vom eigentlichen Baugelände. Die ersten Bagger rollten am 24. April 2020, drei Tage später besichtigte Bezirksbürgermeisterin Richter-Kotowski die Baustelle. Als frühere Schulstadträtin hatte sie den Bauprozess entscheidend mit angestoßen. Zahlreichen Sportvereinen im Kiez wird die neue Halle eine Perspektive bieten. Außerdem übernimmt das in Modulbauweise entstehende Gebäude die Zusatzfunktion einer Aula. Den Schülerinnen und Schülern bleibt künftig der Gang zu ihrem sportlichen Ausweichquartier im benachbarten OSZ erspart.

Bei ihrem Zweitbesuch auf der Baustelle der Typensporthalle am 6. Januar 2021 konnte sich die Bezirksbürgermeisterin ein Bild von den aktuellen Baufortschritten machen. Am 27. Juli 2021 erfolgte die Übergabe der Sporthalle vom Senat an den Bezirk. Die feierliche Einweihung soll nur wenige Wochen nach Schuljahresbeginn 2021/22 stattfinden. Die Schnellbaumaßnahme erfolgt federführend durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Nächstes Projekt ist eine umfassende Schulhofneugestaltung, die unmittelbar nach Vollendung der Sporthalle angegangen wird. Die genauen Pläne liegen bereits in der Schublade: Mittelpunkt wird ein „Kletter- und Schaukelwald“ mit Riesenrutsche, flankiert von einem „Grünen Klassenzimmer“ mit Tribüne, das seinen Platz an der Sporthalle finden wird.