Ausstellung in der Schwartzschen Villa - Qin Yufen „Leben“ noch bis 26. August 2018

Pressemitteilung Nr. 541 vom 11.07.2018

Qin Yufen – „Leben“ vom 29. Juni bis 26. August 2018

Öffentliche Führung: Donnerstag, 2. August, 17 Uhr

Ein Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Brigitte Hausmann und Angelika Stepken erscheint während der Dauer der Ausstellung.

Die aktuelle Ausstellung der international renommierten chinesischen Gegenwartskünstlerin Qin Yufen (*1954) in der Schwartzschen Villa präsentiert zwei neue Installationen, welche in speziellem Bezug zum Präsentationsort stehen und aus Qins Werk bekannte Materialien wie Bambus, Stacheldraht und Seide aufweisen, wie sie derzeit u.a. in ihrer Arbeit „Making Paradise“ im Museum Hamburger Bahnhof zu sehen sind.
Den Hauptteil der Schau bildet eine raumgreifende Installation aus Bambusrohren, um die Seidenbahnen drapiert sind. Die Seide ist mit Stacheldrahtzuschnitten ornamentiert. Die Musterung des seidenen Stoffs durch Stacheldraht offenbart sich erst beim näheren Hinsehen und mahnt damit an die alltägliche Gefahr und potentielle Omnipräsenz politischer oder gesellschaftlicher Gewaltkonflikte. Die Alltäglichkeit von Bedrohung erschließt sich im zweiten Ausstellungsteil auch durch die Gewöhnlichkeit der als scheinbar einfache Vorhänge verwendeten Seiden und durch die Ortsspezifik in ehemaligen Wohnräumen einer vormalig privaten Steglitzer Sommerresidenz. Die Verwendung von Bambus, der im Heimatland der Künstlerin vielseitig gebraucht wird, präsentiert neben der rein ästhetischen Ebene erneut den Aspekt der Alltäglichkeit. Der für Qin Yufens Werk typische Aspekt der Kombination starker Kontraste wird in dieser Arbeit, die sich mit dem Thema Gewalt in Politik und Gesellschaft auseinandersetzt, durch die Materialien Seide und Stacheldraht verwirklicht. Dabei weisen die Installationen durch den seiden-leichten Stoff mit der subtilen Ornamentik der schimmernden Stacheldrahtfragmente und den langen robusten Bambusröhren einerseits die grazile Luftigkeit des Frühwerks, andererseits den Spannungsreichtum der Werke seit der Jahrtausendwende auf.

Schwartzsche Villa / Galerie
Grunewaldstraße 55
12165 Berlin

Mo-So 10-18 Uhr
Eintritt frei

Veranstalter: Kulturamt Steglitz-Zehlendorf
Information: 90 299 2381, brigitte.hausmann@kultur-steglitz-zehlendorf.de
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de

Gefördert aus Mitteln des Ausstellungsfonds für die Kommunalen Galerien der Berliner Bezirke und des Bezirkskulturfonds