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Ausstellungseröffnung am 05.11.2013: "HITLERS SCHREIBTISCHTÄTER. Das SS-Amt und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Unter den Eichen 126–135".

Pressemitteilung vom 18.10.2013

In jeder KZ-Gedenkstätte stößt man auf Dokumente mit dem Briefkopf des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes -SS-WVHA- Berlin-Lichterfelde, Unter den Eichen 126-135. Das SS-WVHA wurde 1942 unter der Leitung des vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler eingesetzten SS-Obergruppenführers Oswald Pohl gegründet und ersetzte die Vorgängereinrichtungen. Das SS-WVHA war als Schaltzentrale für die Verwaltung und wirtschaftliche Ausbeutung der KZ-Häftlinge zuständig. Das SS-WVHA verwaltete u.a. die SS-eigenen Industrien, Gewerbe und Betriebe.

Bei den SS-Firmen lässt sich ein „ganzheitlicher Ansatz“ des Reichsführers-SS Heinrich Himmler erkennen: Ideologisches Rüstzeug vermittelte der Nordland-Verlag; Hintergrund für die Übernahme verschiedener Mineralwasserfirmen wie „Sudetenquell“ und „Apollinaris“ durch das WVHA war Himmlers Plan, die SS-Männer (und die deutsche Bevölkerung) vom Alkoholkonsum abzuhalten. Der im KZ Dachau befindliche Kräutergarten lieferte Gewürze für die zum WVHA gehörende „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“. Ziegeleien benötige man für geplante deutsche Siedlungen in den besetzten Ländern Osteuropas, und in Holzwerkstätten wurden Möbel für das „deutsche Heim“ hergestellt, in der SS-Porzellanmanufaktur Allach u.a. „Julleuchter“.

Das Amt verfügte über eine äußerst komplexe Struktur, die regionalhistorische Ausstellung muss sich daher auf Bruchstücke beschränken und befasst sich mit unbekannteren Aspekten der SS. Sie behandelt die Baugeschichte des riesigen Gebäudekomplexes (Unter den Eichen 126-135/Schlossstraße 60-62a/Geranienstraße), einzelne SS-Firmen Mineralwasserfirmen, die Porzellanmanufaktur Allach, den Nordland-Verlag und die Produktion „deutschen Pfeffers“ und biografische Angaben zum Personal des Amtes.

Ausstellungseröffnung: 05.11.2013, um 19 Uhr
Zur Eröffnung sprechen:
Cerstin Richter-Kotowski, Stadträtin für Bildung, Kultur, Sport und Bürgerdienste
Doris Fürstenberg, Leiterin des Fachbereichs Kultur
Musik: Dejan Jovanovic, Akkordeon

Ausstellungsdauer: 06.11.2013 bis 23.02 2014
Öffnungszeiten: Di–So: 10–18 Uhr; am 24., 25. und 31.12.2013 und am 1.1.2014 geschlossen
Ausstellungsort: Galerie Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
Eintritt: frei

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Berliner Themenjahrs „Zerstörte Vielfalt“ erarbeitet und vom Hauptstadtkulturfonds gefördert.
Es erscheint eine Begleitbroschüre.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung: Kostenfreie Führungen: * 17.11.2013, 13 Uhr und 23.02.2014, 13 Uhr
Führung mit Dieter Fitterling: Von der Terraingesellschaft Botanischer Garten zum SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (Treffpunkt S-Bhf. Botanischer Garten)
Der Rundgang im „Blumenviertel“ erzählt von damaligen Wohnungen und Arbeitsstätten jüdischer Bürgerinnen und Bürger. Die Grundstücke, auf denen das SS-WVHA errichtet wurde, waren mit der Tätigkeit Adolf Sommerfelds verbunden, der 1933 zur Auswanderung gezwungen war. Die AHAG bzw. „Haus und Heim“ unter nationalsozialistischer Führung leiteten die Erschließung und die Bebauung des Komplexes.

  • 15.11.2013, 16 Uhr; 28.12.2013, 14 Uhr und 12.01.2014, 11 Uhr
    Führung mit Armin A. Woy in der Schwartzschen Villa, Grunewaldstraße 55, durch die Ausstellung Hitlers Schreibtischtäter – Das SS-Amt Unter den Eichen.
    Die Ausstellung befasst sich mit Einzelaspekten des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes (SS-WVHA). Das SS-WVHA wurde 1942 von SS-ObergruppenführerOswald Pohl gegründet. Es hatte eine verzweigte und komplexe Struktur. Die Baugeschichte und Biografien der Schreibtischtäter werden ebenso behandelt wie zum Beispiel der Nordland-Verlag, die Mineralwasserfirmen und die Porzellanmanufaktur Allach.
  • 24.11.2013, 11 Uhr
    Führung mit Armin A. Woy: Arbeitsplatz der SS-Schreibtischtäter: Das SS-WVHA
    Treffpunkt: Eugen-Gerstenmeier-Platz, S-Bahnhof Botanischer Garten
  • 10.01.2014, 16 Uhr; 14.02.2014, 16 Uhr
    Führung mit Armin A. Woy: Arbeitsplatz der SS-Schreibtischtäter: Das SS-WVHA
    Treffpunkt: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnunng, Unter den Eichen 135
    Um 1940 entstand entlang der Straße Unter den Eichen ein ursprünglich für Wohnzwecke gedachter Baukomplex, der schließlich das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (SS-WVHA) beherbergte. Hier arbeiteten Hitlers Schreibtischtäter und hier befand sich auch ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. An den Januar-Terminen ist eine kurze Besichtigung der Innenräume vorgesehen.

Weitere Informationen zu den Führungen von Armin A. Woy erhalten Sie unter Tel.: (030) 75479515. Vorträge *12.11.13, 19 Uhr
Vortrag mit Dr. Jan Erik Schulte, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden: “Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt: Eine Terrorzentrale im „Dritten Reich“ und ihr Führerkorps”
Ort: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Unter den Eichen 135, 12203 Berlin
Einlass: ab 18:30 Uhr, kein Nacheinlass möglich. Der Zugang ist nicht barrierefrei.
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €
Karten nur nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. (030) 90299-2302
Die Behörde mit dem sperrigen Namen kontrollierte nicht nur die gesamte Verwaltung von SS und Waffen-SS und herrschte über einen weit verzweigten SS-Wirtschaftskonzern, sondern ihr unterstand seit 1942 auch das System der Konzentrationslager. Ihre leitenden Angehörigen, in der SS „Führer“ genannt, rekrutierten sich aus der Mitte der deutschen Bevölkerung. Ehemalige Soldaten, Kaufleute, Architekten und promovierte Akademiker setzten mit großer Eigeninitiative die Politik der SS um. Der Vortrag rekonstruiert anhand ausgewählter Täterbiografien die Geschichte des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes und dessen Beteiligung an den KZ-Verbrechen und am Holocaust.

*26.11.13, 19 Uhr
Vortrag mit Prof. Dr. Michael Wildt, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin: “Geschichte der SS”
Ort: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Unter den Eichen 135, 12203 Berlin
Einlass: ab 18:30 Uhr, kein Nacheinlass möglich. Der Zugang ist nicht barrierefrei.
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3€, Karten nur nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. (030) 90299-2302
Die SS gilt zu Recht als die gefürchtetste Terrororganisation des Nationalsozialismus. Entstanden aus einer Untertruppe der SA entwickelte sie sich unter Heinrich Himmlers Leitung seit 1929 zu einer umfassenden Organisation mit Hunderttausenden von Mitgliedern. Die SS beherrschte die Polizei, insbesondere die Gestapo, und die Konzentrationslager und bildete den Kern der Täter des Holocaust. Die Geschichte der SS stellt damit auch eine Erklärung für die Radikalisierung der Gewalt und die Organisation des Massenmords dar.

*21.01.14, 19 Uhr
Vortrag mit Monika Nöhre, Präsidentin des Kammergerichts Berlin: “Das Kammergericht und seine Notare. Ein Blick auf die Nachkriegszeit”
Ort: Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, Karten nur an der Abendkasse
Mit Kriegsende war die Rechtspflege in Berlin auf Null gestellt. Wer konnte in der neuen Zeit zum Notar bestellt werden? Hatten Juristen mit brauner Vergangenheit bessere Berufschancen als ihre Berufskollegen, die zuvor durch die barbarischen Gesetze der Nationalsozialisten ausgegrenzt worden waren? Der Vortrag versucht eine Annäherung an dieses sensible Thema, wobei der ehemalige Hausnotar der SS Dr. Wilhelm Schneider im Mittelpunkt steht. Theater *25.01.14, 19 Uhr
Theater mit Hans Schleif, “Eine Spurensuche” mit Matthias Neukirch, Regie: Julian Klein
Ort: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Unter den Eichen 135, 12203 Berlin
Einlass: ab 18:30 Uhr, kein Nacheinlass möglich. Der Zugang ist nicht barrierefrei.
Eintritt: 15 €, ermäßigt 10 €, Karten nur im Vorverkauf ab 7. Jan. 2014

Veranstalter: Kulturamt Steglitz-Zehlendorf, Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin
Tel. (030) 90299-2302, Fax: 90299-2715
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