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Lesung mit Ulrike Sterblich in der Schwartzschen Villa am 10.09.2013

Pressemitteilung vom 05.09.2013

Dienstag, 10. September 2013, 20:00 Uhr : Ulrike Sterblich liest aus ihrem Buch „Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt. Eine Kindheit in Berlin (West)“.
Als Partys noch Feten hießen: Zwischen der Karl-Marx-Straße in Neukölln, Ku’damm-Kinos und KaDeWe, zwischen dem Schrebergarten in Britz, dem Forum Steglitz und Europa-Center – ein Zeitreise zu einem verschwundenen Archipel und den Menschen, die ihn bewohnten: West-Berlin. Schillernd komische Geschichten aus der Stadt, die es nicht mehr gibt. „All das musste dringend mal aufgeschrieben werden, und zwar genau so.“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Ulrike Sterblich wurde 1970 in Berlin (West) geboren und lebt nach Zwischenstationen in den USA, den Niederlanden, Brasilien und München immer noch hier.
„Wir fuhren mit der Linie 1, die nur kurz unter der Erde und danach die ganze Zeit oben entlangfuhr, was an diesem Tag gar nicht so gut war. Olivia, ihre Mutter und die anderen Engländer blickten durch die Fenster auf einen grauen Himmel über kaputten Häusern, auf überwucherte Brachen und Gleisanlagen, die seit Ewigkeiten außer Betrieb waren. Die Engländer sahen gesund und rotbackig aus, sie strahlten und waren bereit, alles lovely und fantastic zu finden, während die Leute in der U-Bahn tendenziell so grau und trüb und manchmal auch so kaputt wirkten wie die Stadt draußen, was mir ohne Engländer noch nie so aufgefallen war. Leider reichte mein Englisch nicht aus, um das Kaputte und Graue mit Worten interessant zu machen. Am Schlesischen Tor in Kreuzberg stiegen wir aus und gingen bis nah an die Mauer. Die Engländer staunten sehr. Sie murmelten wieder: ‚The wall‘ und machten viele Fotos, von der Mauer und von sich vor der Mauer. Dann stiegen wir alle noch auf eine Aussichtsplattform und guckten rüber in den Osten, wo es eindeutig nicht weniger trüb aussah als im Westen. ‚This is such a shame‘, sagte Olivias Mutter. Ich erkannte diese Worte wieder aus dem Lied Such a shame von der britischen Gruppe Talk Talk.“ Eintritt: 5 € (ermäßigt 3 €) nur an der Abendkasse Eine Veranstaltung des Kulturamtes Steglitz-Zehlendorf.
Informationen telefonisch unter (030) 90299-2302 oder auf der Internetseite.