Rassismus raus aus der „Gedönskiste“

Pressemitteilung vom 14.11.2018
Bildvergrößerung: Dr. Beate Küpper (Hochschule am Niederrhein), Sophie Schäfer (Koordinierungs- und Fachstelle, Stiftung SPI), Stephan Machulik (Bezirksstadtrat für Bürgerdienste, Ordnung und Jugend)
Bild: KIgA / Fotograf Boris Bocheinski

Spandauer diskutieren Diskriminierungserfahrungen auf Demokratiekonferenz

Am 7. November 2018 betrachtete die diesjährige Demokratiekonferenz „Gemeinsam gegen Ausgrenzung – Zukunftsperspektiven und Handlungsoptionen im Bezirk“ mit Fachvorträgen und Workshops aktuelle Ausprägungen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und diskutierte Handlungsstrategien.

Der Bezirksstadtrat für Bürgerdienste, Ordnung und Jugend, Stephan Machulik, freute sich die 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Klubhaus Spandau zu begrüßen und betonte: „Wir alle genießen die Errungenschaft der Demokratie, die wir erfahren haben bzw. mit denen wir gut leben. Es ist heute allerdings ein wichtiges Zeichen, dass hier Menschen zusammen kommen und sich engagieren – und zwar Menschen in der gesamten Vielfalt unserer Gesellschaft. Wir müssen alle alltäglich unser Miteinander gestalten – im Großen wie im Kleinen. Das ist nicht immer einfach, insbesondere wenn wir alle einmal über unsere unbewussten Vorurteile und gedankenlosen Handlungen nachdenken und etwas ändern wollen. Demokratie lebt auch von kleinen Schritten, die jede*r tun kann – für unsere lebendige und demokratische Zivilgesellschaft in Spandau!“

Auch Dr. Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein zeigte sich vom Engagement der Spandauer beeindruckt: „Sie machen schon sehr viel richtig.“. In ihrem lebendigen Vortrag erklärte sie anhand aktueller Forschungsergebnisse die herausfordernde Dynamik von Diskriminierung und Vorurteilen. Mit Blick auf Handlungsoptionen plädierte sie dafür, Integration, Demokratiebildung, antirassistische Arbeit und Empowerment zusammenzudenken.

In den vier Workshops wurde es dann konkreter. Gemeinsam mit Experten diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erscheinungsformen und Auswirkungen von antimuslimischem Rassismus und Feindlichkeit gegenüber Geflüchteten, von Antiziganismus, der Diskriminierung aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität oder des Antisemitismus. Der Austausch mit Partnern aus der Jugend- und Gemeinwesenarbeit, aus Zivilgesellschaft, Schulen und Familienzentren sowie von der Polizei zeigte, wie aktuell die Themen für Spandau sind. Gleichzeitig bestärkte die Veranstaltung die Konferenzteilnehmer in ihrem Engagement. Dabei werden sie auch weiter von der Partnerschaft für Demokratie Spandau begleitet.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KigA e.V. und im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Spandau statt. Seit Sommer 2017 gibt es in Spandau eine Partnerschaft für Demokratie, die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird. Das Bezirksamt Spandau möchte mithilfe der Partnerschaft die bezirkliche Demokratieentwicklung stärken und vor allem nachhaltige Strukturen gegen Diskriminierung und Demokratiedistanz weiterentwickeln, sowie das Engagement und die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Jugendlichen in Spandau unterstützen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Spandau (pfd-spandau@stiftung-spi.de)