Wohnung dringend gesucht

Pressemitteilung vom 16.05.2018

Gefiederte Untermieter haben es zunehmend schwer

Nicht nur für den Neu- oder umzugswilligen Berliner gibt es immer weniger Wohnraum in der Hauptstadt. Auch Schwalben, Mauersegler, Hausrotschwanz und Co. sind als gefiederte Kulturfolger auf Lebensraum an den Gebäuden angewiesen, doch der wird immer knapper. Dabei kann auf sehr einfache Weise geholfen werden.

Die Zahl der Vögel, die an Gebäuden brüten ist in den letzten Jahren stark rückläufig. Selbst der berühmte Berliner Spatz, also der Haussperling, zeigt sich seltener. Dohle, Mehl- und Rauch-schwalbe haben es zu trauriger Berühmtheit durch ihren Einzug auf die Roten Listen der bedrohten Vogelarten gebracht. Obwohl die Vögel als Kulturfolger immer die Nähe zum Menschen gesucht haben, ist es nun gerade der Mensch, der ihren Lebensraum vernichtet: Fassadenarbeiten, Gebäudeabrisse und Neubauten ohne die dringend gesuchten Schlupflöcher sowie das Verschließen von Hohlräumen, machen ihnen das Leben schwer. Es fehlen aber auch Pfützen und nasse Senken, in denen vor allem Schwalben und Mauersegler sich ihr Baumaterial für ihre Nester holen können.

Dabei ist wichtig zu wissen, dass das so nicht sein muss, denn seit Herbst 2015 regelt die sogenannte Gebäudebrüter-Verordnung für alle Bauherren verbindlich, was zu tun ist, um den gefiederten Untermietern zu helfen. Werden bei der Fassadensanierung oder bei Gebäudeabrissen Nester entfernt, muss entsprechend für Ersatz gesorgt werden.
Darüber hinaus nehmen bei den freiwilligen Leistungen gerade Wohnungsbaugenossenschaften eine Vorreiterrolle ein. Sie haben viel Potential und bringen auch Nisthilfen über das gesetzliche Maß hinaus an. Aber auch kleinere Mehr- und Einfamilienhäuser können durch Herstellung von Hohlräumen beispielsweise hinter Regenrinnen oder Anbringen von Nistkästen neue Lebensräume schaffen. Mittlerweile bieten die gängigen Hersteller von Nisthilfen auch denkmalgerechte und den Wärmedämmwerten genügende Einbausteine an, so dass selbst nach der Sanierung historischer Fassaden Nistmöglichkeiten bestehen. Noch simpler sind die sog. Schwalbenbretter, die unter den Nestern angebracht werden können, um die Hauswand vor Verschmutzungen durch die Tiere zu schützen.

In Berlin sind vor allem die Mehlschwalben von einem starken Bestandsrückgang betroffen. Daher hat das Umwelt- und Naturschutzamt im Bereich des Hahnebergs einige Gewässer zur Aufnahme von feuchtem Sand und Lehm als Nistmaterial angelegt. Darüber hinaus bitten die amtlichen Naturschützer um Meldungen, wo es in Spandau noch Mehlschwalben gibt. Wer welche entdeckt, kann seine Beobachtungen unter naturschutz@ba-spandau.berlin.de: naturschutz@ba-spandau.berlin.de oder unter 030. 90279-3888 melden. Bitte dabei die vollständige Adresse des Standorts angeben. Die Daten helfen dabei, einen besseren Überblick über den tatsächlichen Bestand zu bekommen und Hilfsmaßnahmen gezielter einzuleiten.