Faßberg schenkt Spandau zwei Heidschnucken für den Hahneberg

Pressemitteilung vom 18.09.2015

Bock und Aue vor dem Spandauer Rathaus auf den Namen „Hermann“ und „Heidi“ getauft

Spandau/ Faßberg, 18. September. Carl-Wilhelm Kuhlmann, sonst mit 1.000 Schnucken in der Heide unterwegs, und Bürgermeister Frank Bröhl übergaben dem Bürgermeister von Spandau, Helmut Kleebank, den Bock und die Aue, die Schäferkollege Björn Hagge vom Hahneberg in Obhut nahm. Die Tiere wurden auf die Namen „Hermann” und „Heidi” getauft. Helmut Kleebank hatte zur Berliner Reisemesse eingeladen, und die Gäste wollten nicht mit leeren Händen kommen.

„Unsere Beziehungen hatten zunächst nicht mit Tieren, sondern mit Kohle zu tun”, so Helmut Kleebank. „Am 27. August 1949 landete der letzte Kohleflieger aus Faßberg auf dem Flughafen Gatow. Am 27. August 2014 bedankte ich mich zum Jubiläum ‘65 Jahre Ende der Luftbrücke‘ mit einem Stück Steinkohle aus dem Heizkraftwerk Reuter II in Faßberg und präsentierte dort die große Luftbrücken-ausstellung aus dem Roten Rathaus. Wir waren mit einem Bus voller Spandauern unterwegs und entdeckten die Schönheit der Lüneburger Heide. Es war naheliegend, Flora und Fauna in die Partner-schaft aufzunehmen.” Bürgermeister Frank Bröhl warb für diese touristische Dimension: „Die Heide blüht im August und September und verleiht mit ihrer einzigartigen Landschaft unserer Region einen besonderen Charme: viele Millionen Blüten in kräftigem Lila, unterbrochen vom satten Grün der Wa-cholder und Kiefern und dem silbrigen Weiß der Birken! Soweit die Flora. Die tierische Dimension ist unser Geschenk an Spandau, das im eigenen bezirklichen Weidekonzept von Faßberg lernen kann.”

Zum Hof von Carl-Wilhelm Kuhlmann mit einer der letzten Heidschnucken-Stammherden gehören 230 Hektar Heide, die er mit seinen vierbeinigen Landschaftspflegern in ihrer Einzigartigkeit erhält. „Bei uns hat die Heidschnuckenhaltung Tradition. Die grauen Gehörnten sind die Symboltiere der Lüneburger Heide. Ohne sie gäbe es keine Heide! Sie halten das Heidekraut durch Verbiss kurz und fressen die frischen Kiefern- und Birkensämlinge. Im Spätsommer zerreißen sie die Spinnweben im Heidekraut und ermöglichen so den Bienen die ungestörte Nektarsuche.” Touristen können die Herde begleiten vom Morgen bis zum abendlichen Schnuckeneintrieb oder auch nur für einige Stunden, zu Fuß oder mit der Kutsche. Und im Anschluss: „Das Fleisch mit dem wildbretartigen Geschmack eignet sich hervorragend für Pfannen- und Bratprodukte und besondere Wurstsorten”, so Kuhlmann.

Die Tiere kommen nun in die Obhut von Landwirt Björn Hagge. „Ich nehme den Spandauer Neuzugang in meine Herde auf, werde weiter züchten und damit kreuzen. Der Hahneberg im Westen der Stadt ist auf 30 Hektar schon Heimat für gehörnte Gotlandschafe, Heidschnucken und Thüringer Waldziegen. Meine 350 Tiere fühlen sich wohl auf den sandigen Flächen. Die Beweidung ist preiswerter als die Mahd, sie bewahrt vor Verbuschung und sichert die Artenvielfalt. So verbinden wir Landwirtschaft mit Naturschutz – in Spandau auf 30 Hektar im Kleinen, in Faßberg auf allein 230 Hektar bei Landwirt Carl-Wilhelm Kuhlmann im Großen.”

Mehr Informationen:
www.fassberg.de
www.heidschnuckenhof-niederohe.de
www.lueneburger-heide.de
http://brandenburg.lpv.de/verbaende-in-brandenburg/lpv-spandau-ev.html
https://de-de.facebook.com/bjorn.hagge