Vier weitere Defis für Sportplätze: Reinickendorf freut sich über Lebensretter

Pressemitteilung Nr. 7674 vom 29.11.2016
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Bild: Tobias Dollase

Reinickendorf freut sich über vier weitere Lebensretter: Tobias Dollase, neuer Bezirksstadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, hat zusammen mit der Leiterin des Schul- und Sportamtes, Kerstin Gaebel, auf dem Gelände der Sportanlage des Nord-Berliner SC e. V. am Elchdamm einen weiteren Defibrillator offiziell an Jugendleiter Thorsten Berndt und Geschäftsführer Henry Mazatis übergeben. „Das Gerät soll ein Signal sein, dass dem Bezirk Reinickendorf die Sicherheit von Freizeitsportlern und natürlich auch den Besuchern von Sportveranstaltungen wichtig ist.“, sagte Dollase. Mit Hilfe eines „Defis“, wie die Geräte umgangssprachlich genannt werden, können Menschen mit Herzproblemen mittels Elektroschocks wiederbelebt werden.
Die Leiterin des Schul- und Sportamtes wies darauf hin, dass jedes Jahr in Deutschland mehrere hundert Menschen beim Sport durch plötzlichen Herztod sterben. Fast immer sei dabei Kammerflimmern oder eine andere sogenannte schnelle Herzrhythmusstörung schuld. Der Herzmuskel zieht sich dann nicht mehr synchron zusammen. Der Blutkreislauf bricht zusammen. Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt, woraufhin es innerhalb kürzester Zeit zur Bewusstlosigkeit kommt und ohne Gegenmaßnahmen der Tod eintritt. Solche tragischen Vorfälle sorgen immer wieder für Schlagzeilen in den Medien.
Bezirksstadtrat Dollase, selbst ehemaliger Leistungssportler und heute in seiner Freizeit als Trainer einer Leichtathletik-Mädchengruppe aktiv, wies darauf hin, dass junge durchtrainierte Menschen allerdings sehr selten betroffen seien, sondern weitaus häufiger untrainierte ältere Menschen und hier vor allem Männer.
In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff binnen kurzer Zeit zu schweren neurologischen Ausfällen führen kann.

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Bild: Tobias Dollase

Jetzt werden Vereinsmitglieder in der Anwendung des Gerätes geschult.
„Eigentlich ist es ganz einfach.“, so Dollase. „Das Gerät sagt über Lautsprecher, wie es angewendet wird. Im Notfall muss es darum gehen, schon vor dem Eintreffen des Notarztes Hilfe zu leisten. Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzdruckmassage und mit dem Defibrillator schocken, das kann Leben retten.“
In Reinickendorf befinden sich bereits auf 9 Sportanlagen (Göschenplatz, Freiheitsweg, Sporthalle Hatzfeldtallee, Uranusweg/Scharnweberstraße, Aroser Allee, Welzower Steig/Königshorster Straße, Berliner Straße, Schönfließer und Thurgauer Straße) Defibrillatoren. „Ein weiterer Defi aus der Anlage Finsterwalder Straße wurde von Unbekannten gestohlen, das ist kaum zu glauben.“, so Bezirksstadtrat Dollase.
In diesem Jahr werden noch an drei weiteren Standorten ebenfalls Defis installiert, und zwar in der Schluchseestraße, Seebadstraße/Am Ried und in der Tietzstraße. Das Bezirksamt Reinickendorf investiert in die kleinen Lebensretter knapp 7.000 Euro. Im nächsten Jahr werden die restlichen sechs Sportanlagen ausgestattet.
Das Bezirksamt Reinickendorf rät:
Regelmäßiger Sport ist Schutz vor dem plötzlichen Herztod.
Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Sport als eine der besten Möglichkeiten, um das Risiko für einen plötzlichen Herztod zu senken, vorausgesetzt, es werden dabei ein paar einfache Regeln beachtet:

1. Erst durchchecken lassen
2. Regelmäßig zum Arzt (ab dem 35. Lebensjahr)
3. Infekte auskurieren
4. Übertriebenen Ehrgeiz vermeiden
5. Richtige Sportart wählen (empfehlenswert sind moderat betriebene Ausdauersportarten, z. B. Walken, Joggen, Rad fahren oder Schwimmen)
6. Warnzeichen beachten (Druckgefühl, Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb)