Internationale Jugend pflegt Reinickendorfer Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Pressemitteilung Nr. 7349 vom 05.07.2016

In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt werden in diesem Jahr drei Workcamps des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (ijgd) durchgeführt:
vom 18. Juli bis 29. Juli 2016 auf dem Friedhof Heiligensee (Sandhauser Straße 110, 13505 Berlin)
vom 01. August bis 12. August 2016 auf dem Friedhof Reinickendorf (Humboldtstraße 74-90, 13403 Berlin)
vom 15. August bis 26. August 2016 auf der Kriegsgräberstätte Reinickendorf (Freiheitsweg 64, 13407 Berlin).

In den genannten Zeiträumen werden von insgesamt 45 Jugendlichen aus Algerien, Armenien, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, Serbien, der Ukraine, der Tschechischen Republik und der Türkei Instandhaltungsarbeiten an Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft durchgeführt.

In Reinickendorf befinden sich 5.380 Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft, verteilt auf insgesamt sieben der zehn landeseigenen Friedhöfe.

Verantwortlich für die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dem Bezirk ist die Unterhaltung und Pflege der Gräber übertragen.

Folgende Arbeiten werden auf den Friedhöfen verrichtet:
 Erneuerung der Rasenflächen (Bestattungsfläche)
 Freischneiden der zu mähenden Rasenflächen
 Reinigen der Grabzeichen und Grabzeicheneinfassungen

Die Jugendlichen sind in Einrichtungen mit Selbstverpflegung in der Pfadfinderburg in Tegel, im Jugend- und Kulturhaus PallasT in Schöneberg sowie auf dem Abenteuerplatz in Steglitz untergebracht.
In der Freizeit haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Berlin kennenzulernen.

Im Jahr 1954 wurden die Jugendlager vom ‚Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge‘ ins Leben gerufen, um in einer internationalen Gruppe einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden zu leisten.

Seit 1994 werden diese Workcamps von dem gemeinnützigen Verein ijgd organisiert. Junge Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen treffen sich in einem Workcamp, um unter Anleitung von zwei Gruppenleitern zusammen zu leben und an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten. Dafür erhalten sie keinen Arbeitslohn, jedoch sind Unterkunft und Verpflegung frei.

Die Finanzierung der Workcamps in Höhe von ca. 17.000 € erfolgt mit Bundesmitteln zur Unterhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Diese Mittel werden dem Bezirksamt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt.

„Ich freue mich, dass der Bezirk Reinickendorf an diesem Projekt seit 1978 beteiligt ist’, so der Bezirksstadtrat der Abteilung Stadtentwicklung, Umwelt, Ordnung und Gewerbe, Martin Lambert.